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Absage an ein Café im Valentinspark

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Seit Jahren geistert die Idee durch Unterschleißheim: ein Café im Valentinspark. Das ist jetzt erst einmal vom Tisch – zumindest in der ursprünglich geplanten Größe. Ein Hintertürchen ließen sich die Stadträte im Hauptausschuss auf.

Unterschleißheim – Die Vorstellung ist durchaus reizvoll. Ein Spaziergang durch den Valentinspark, gefolgt von einem Cappuccino und einem Stück Kuchen im Café direkt neben dem See. Mehr als ein Gedankenspiel ist dieses Café aber nicht – und das bleibt es für unbestimmte Zeit.

Die CSU hat im Hauptausschuss ihren Antrag aus dem Jahr 2014 zurückgezogen, in dem die Christsozialen anregten, im Valentinspark einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Dem vorangegangen waren eine ausgiebige Diskussion und das Urteil der Verwaltung, wonach ein Café ein Millionen Euro teures Minus-Geschäft für die Stadt wäre.

Das Bauamt hatte die Wirtschaftlichkeit überprüft, sowohl aus Sicht der Stadt als auch aus Sicht eines Wirtes, der das Café pachten und betreiben würde. Als Grundlage nahm die Verwaltung einen ersten, vagen Café-Entwurf aus dem Jahr 2008: ein zweistöckiges Gebäude samt Terrasse mit einer Gesamtfläche von 1290 Quadratmetern. Das Café wäre im Erdgeschoss angesiedelt. Im Obergeschoss wäre Platz für kulturelle Veranstaltungen.

Das Gebäude müsste neu gebaut werden; ein entsprechender Bebauungsplan besteht – in inzwischen überarbeiteter Version – seit dem Jahr 1992. Die Kosten für einen Neubau belaufen sich nach Verwaltungsangaben auf mindestens 4,2 Millionen Euro. Überdies müsste die Stadt den laufenden Betrieb trotz Pachteinnahmen subventionieren, sodass die Kommune auf 30 Jahre gerechnet maximal rund 5,8 Millionen Euro in das Café stecken müsste.

Für einen potenziellen Pächter sähe es finanziell ebenfalls nicht sonderlich rosig aus. Nach Berechnungen der Stadt wäre es „wirtschaftlich zwar grundsätzlich machbar, aber die ersten Monate würde der Wirt auf jeden Fall draufzahlen“, sagte ein Bauamtsmitarbeiter in der Sitzung. Außer Acht gelassen ist dabei das Problem, überhaupt einen solchen Wirt zu finden. Schon beim Verpachten der Gaststätte am Rathaus tut sich die Stadt derzeit schwer. Alles in allem schreckten die Zahlen die Stadträte eher ab, als ihnen das Café schmackhaft zu machen. Vor allem der Park als solcher wurde dabei als Hindernis ausgemacht.

„Aus meiner Sicht krankt es am Standort“, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD). „So viele Spaziergänger haben wir da nämlich nicht, als dass sich ein Betrieb dort lohnt.“ Für die Grünen hingegen sprechen nicht nur die nackten Zahlen gegen das Park-Café. „Ich halte es nicht für vertretbar, den Valentinspark weiter zu bebauen“, sagte Brigitte Huber (Grüne). Heidi Kurz von der Freien Bürgerschaft stieß sich allen voran an der Größe des Cafés, die der CSU-Antrag vorsah. Die Idee, Toiletten im Gebäude zu integrieren, begrüßte sie.

Das Café wäre eine elegant Variante die WC-Anlage „zu umbauen“, stellte CSU-Stadtrat Friedrich Kiener heraus. So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Schließlich forderten Spaziergänger seit Jahren Toiletten im Park, führte Kiener aus, und der Pächter könnte sich um die Sanitäranlagen kümmern.

Doch der CSU gelang es nicht, die anderen Fraktionen von ihrem Antrag zu überzeugen. Er wurde zurückgezogen. Allerdings nur, um den Antrag in abgewandelter Version nach 2011 und 2014 ein drittes Mal in Beratung geben zu können. Dann, so ließ Stefan Krimmer durchklingen, mit einem Café in deutlich abgespeckter Form oder einem Kiosk samt Sitzmöglichkeiten im Außenbereich.

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