37 Mal geschafft: Die Schüler verabschieden sich von ihren Lehrern und vom Sehbehindertenzentrum.

Abschied von der Edith-Stein-Schule

"Wir machen den Abflug"

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Unterschleißheim - Für den Flug in die große, weite Welt hatte das Sehbehindertenzentrum (SBZ) Unterschleißheim extra ein großes Flugzeug gebastelt und unter die Decke der Aula gehängt. Im Veranstaltungsraum hing ein Plakat auf der Bühne: „Wir machen den Abflug 2016“.

21 Realschüler und 16 Mittelschüler werden heuer mit dem erfolgreichen Abschluss von der Edith-Stein-Schule verabschiedet, wobei der letzte Tag im SBZ für viele nicht der letzte Schultag war. Der Weg der 37 Schüler trennt sich mit dem Abschluss: Die einen steigen mit einer Ausbildung in das Berufsleben ein, während immer mehr SBZ-Schüler als nächste Station die FOS/BOS in Unterschleißheim für das Fachabitur ansteuern.

Realschulleiter Frank Kuroschinski betrachtet die Kooperation mit der FOS/BOS mit Freude. Immer mehr Sehbehinderte nutzen diesen in den vergangenen Jahren neu geschaffenen Weg für höhere Schulabschlüsse. Die Lehrer der FOS/BOS sind auch regelmäßig zu Schulungen im SBZ zu Gast und bekommen so Einblicke in den Unterricht mit sehgeschädigten Schülern. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und eröffnet den sehbehinderten Schülern neue Bildungsmöglichkeiten. 

„So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen“, sagte zum Abschied die SBZ-Direktorin Hildegard Mayr und zitierte Heinrich Heine. Die 37 jungen Menschen, die ihre Abschlusszeugnisse bekamen, hätten mehr als nur ein bisschen Bildung mitbekommen. Auf dem Weg dorthin hätten „liebende Eltern, eine kämpferische Schulleitung und verständnisvolle Lehrer“ ihren Teil zum Erwachsenwerden beigetragen. 

Sie wünschte den Schulabgängern, dass diese für ihre Ideale und Ziele kämpfen. Dabei sollten sie auch einmal den unbequemen Weg wählen. Realschulleiter Frank Kuroschinski freute sich bei seinen 21 Absolventen über beeindruckende Prüfungsergebnisse. „Ihr habt gezeigt, welche Talente in euch schlummern“, sagte er. 14 Schüler hatten die Note 2,5 und besser. Die Bestnoten hatten Luis Schubert (1,4) und Felix Sandig (1,6), Vincent Ritter (1,78), Lilith Holzner (1,82) und Marco Berlanda (1,83). 

Neben den Prüfungen haben viele Schüler noch mit anderen großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben Schülern mit einer Sehbehinderung besuchen auch Jugendliche mit anderen Einschränkungen wie zum Beispiel Autismus, aber auch Jugendliche ohne jedes Handicap die Schule. Maria Setzer, Schulleiterin des Förderzentrums im SBZ, gratulierte den Absolventen an der Mittelschule, sie hätten gelernt, sich nicht unterkriegen zu lassen und Steine aus dem Weg zu räumen. 

In der Klasse MS haben von 13 Schülern acht den qualifizierten Mittelschulabschluss geschafft. Bester des Jahrgangs war Josua Mantsch mit der Durchschnittsnote 1,6. Auch bei den Mittelschülern ist erfreulich, dass alle bereits ihren weiteren Lebensweg geplant haben. Der Großteil wird weiter Schulen besuchen.

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