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In Gemeinschaft schmeckt es besser - das empfinden viele ältere Menschen in Unterschleißheim so. Sie wünschen sich Miteinander, wollen aber selbst bestimmen, mit wem sie sich umgeben. Bürgermeister Christoph Böck und Sabine Wenng von der „Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung“ erklären die Umfrage-Ergebnisse.

Die Angst vor dem Alleinsein im Alter

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Unterschleißheim - Niemand ist gerne allein. Im Alter schon gar nicht. Das hat eine Umfrage unter Senioren in Unterschleißheim ergeben. Neue Wohnmodelle müssen her. 

Fast ein Viertel der über 60-Jährigen in Unterschleißheim lebt allein. Das Thema „Wohnen im Alter“ bewegt die Menschen. Ein Umfrage aus dem Juli dieses Jahres belegt: Das Interesse in Unterschleißheim ist besonders groß. Zu diesem Ergebnis ist die „Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung“ (Afa) gelangt. In Zusammenarbeit mit dem Rathaus will das 1984 gegründete Institut aus München ergründen, welche Wohnformen für Unterschleißheim geeignet sind. Von 7100 Fragebögen für Senioren ab 60 Jahren kamen 2700 ausgefüllte Bögen zurück. Bei der ersten von zwei Veranstaltungen sprach Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) von einem „beachtlichen Ergebnis“. Bei Umfragen sei man gewöhnlich mit einem Rücklauf von zehn Prozent zufrieden. „Das zeigt, wie ernst die Unterschleißheimer das Thema nehmen.“ Böck hofft auf ein Konzept, das von der Stadt später in Beschlüsse gegossen werden kann. Von einem fertigen Konzept als Ausfluss der ersten Veranstaltung in der Mehrzweckhalle in Lohhof würde „Afa“-Sprecherin Sabine Wenng vermutlich nicht sprechen. Eine Tendenz zeichnet sich zu dem frühen Zeitpunkt dennoch ab: Deutlich schärfer als nur in Umrissen ist zu erkennen, dass Senioren in Unterschleißheim auf keinen Fall vom Leben abgeschnitten sein wollen. Der Großteil derjenigen, die sich im Juli an der Umfrage beteiligt haben, ist zwischen 60 und 79 Jahre alt. Das galt auch für die Teilnehmer der Veranstaltung in der Mehrzweckhalle. In einer Wohnanlage ausschließlich mit Altersgenossen zu leben jedenfalls, mag sich kaum einer ernsthaft vorstellen – das wurde sehr deutlich. Stellvertretend für die Mehrheit der Befragten, sagte eine Zuhörerin, dass sie die Gesellschaft guter Freunde genieße: Was sie nicht schätze, seien Menschen, „die darfst Du gar nicht ansprechen. Da meinst Du, ein einziges Wort ist schon zu viel.“ Ihre Nachbarin vom Nebentisch wohnt in einem 40-Parteien-Block. Die Anonymität macht ihr zu schaffen. Allenfalls oberflächiges Geplauder gebe es, klagt sie. „So richtig eng, das gibt’s da nicht.“ Senioren in Unterschleißheim geht es zum überwiegenden Teil wirtschaftlich nicht schlecht. Auch das ein Ergebnis der Umfrage. 52 Prozent der Befragten sind finanziell unabhängig. Nur 11,6 Prozent können sich gerade das Nötigste leisten. 2,4 Prozent sind auf Hilfe angewiesen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum trifft Senioren besonders hart. Eine Seniorin berichtet von vergeblichen Bemühungen, eine Putzhilfe zu finden. Gudrun Gebhardt von der Nachbarschaftshilfe in der Stadt bestätigt ein echtes Dilemma: Ob Hilfen für Einkauf oder Hausputz: „Da ist kaum jemand zu finden, der sich engagieren möchte.“ In der von Wenng geführten Diskussion zeichnete sich ab, dass Senioren gern in einer Wohnanlage nach dem Prinzip des Mehrgenerationenhauses leben würden. Eigentum oder zur Miete? Das müsste in einem nächsten Schritt eruiert werden. Andernorts bewährt haben sich offensichtlich Modelle wie „Wohnen für Hilfe“. Gegen kleinere Dienste in Haushalt oder Garten, beim Einkauf oder als Begleitung zum Arzt wird jüngeren Menschen, Studenten vornehmlich, ein Teil des Mietzinses erlassen (wir berichteten). Hilfreich sei zudem eine barrierefreie Ausstattung. „Afa“ wird die zweite, vermutlich ungleich größere, Veranstaltung im Unterschleißheimer Bürgerhaus abwarten, um aus beiden Terminen womöglich schon ein Konzept ableiten zu können.

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