Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen
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Bagger, Rohre, Kies und eine Straßensperre: Die Bezirksstraße in Unterschleißheim wird saniert und ist deshalb voraussichtlich bis September gesperrt. Die Umleitung führt unter anderem über die Alexander-Pachmann-Straße.

Rund um die gesperrte Bezirksstraße 

Anwohner ärgern sich über Umleitung

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Rücksichtslose Raser, Lastwagen, die auf dem Gehweg fahren und Schüler, die nicht über die Straße kommen: Die Umleitung durch die Alexander-Pachmann-Straße in Unterschleißheim sorgt für Ärger. Die Anwohner ächzen unter den Folgen der Baustelle in der Bezirksstraße.Ein Besuch vor Ort.

Unterschleißheim – Morgens, kurz vor acht, eigentlich Stoßzeit in der Unterschleißheimer Bezirksstraße. Doch heute ist hier nichts los. Zumindest auf dem Stück zwischen dem Kreisverkehr an der Südlichen Ingolstädter Straße und der Alleestraße. Statt unzähliger Autos, die an den Geschäften vorbeifahren, schaufelt ein Bagger auf der Fahrbahn Erde und Steine von einem auf den nächsten Haufen.

Seit zwei Wochen wird die Bezirksstraße saniert. Neuer Asphalt, neue Entwässerungsanlage, neue Bordsteine. Zwischen der Lohwald- und Lindestraße wird der Verkehr deshalb über die Alexander-Pachmann-Straße umgeleitet. Bis Ende September, so sieht es die Planung der Stadt vor. Einigen Anwohnern stinkt die Umleitung jetzt schon.

„Seit die in Kraft getreten ist, geht es hier schlimm zu – und am Samstag ist es ganz extrem. Da ist hier die Hölle los“, sagt Martin Schießl, der seit 20 Jahren an der Alexander-Pachmann-Straße wohnt. Der Rentner steht nicht alleine da mit seiner Klage. In der Facebook-Gruppe „Unterschleißheim“ machen zahlreiche Anwohner, auch der umliegenden Straßen, ihrem Ärger Luft.

Der einhellige Anwohner-Wunsch: Mehr Radarkontrollen

In der Alexander-Pachmann-Straße und in den umliegenden Straßen gibt es Anwohner, die sich über Lärm, Raser und mehr Verkehr ärgern.

Sie schreiben von Rasern, die trotz Tempo 30 mit „erhöhter Geschwindigkeit durch ein Wohngebiet“ brettern, selbst wenn Kinder auf der Straße spielen. Die Rede ist gar von einer „Autobahn“, die entstanden sei. Auch Lastwagen, die die im Vergleich zur Bezirksstraße deutlich engere Ausweichroute nehmen, kämen sich dort in die Quere und würden ohne Rücksicht auf Fußgänger einfach den Gehweg benutzen. „Seit der Verkehr durch unsere Straße geleitet wird, herrscht das reinste Chaos“, fasst ein Anwohner der ebenfalls betroffenen Frühlingsstraße zusammen. Der einhellige Wunsch: eine Einbahnstraßenregelung, vor allem aber mehr Radarkontrollen. „Solange die Leute keinen auf den Deckel kriegen, durch eine Geldstrafe zum Beispiel, ändert sich auch nichts“, sagt Martin Schießl, dem zudem das Halteverbot ein Dorn im Auge ist, das seit Samstag auf dem Seitenstreifen der Alexander-Pachmann-Straße gilt.

Die Schilder hat die Stadt Unterschleißheim aufstellen lassen. Die Idee dahinter: die Straße wird auf diese Weise breiter, was positiv für den Verkehrsfluss ist. Schießl und die Anwohner, die sich auf Facebook beschweren, sehen allerdings genau darin das Problem: Nicht nur verschärfe man so die Parksituation in der Straße, nein, man fördere auch das schnelle Fahren.

Geschwindigkeitsüberschreitung „traurige Realität“

Die Polizei bewertet die Situation gänzlich anders. „Uns liegen keine Informationen vor, dass durch die Umleitung über die Alexander-Pachmann-Straße ein Geschwindigkeitsbrennpunkt vorliegt“, sagt Michael Graf, Leiter der für Unterschleißheim zuständigen Polizeidienststelle in Oberschleißheim. Bei Probemessungen in der Straße hätte die Polizei keine Raser erwischt. Grafs Vermutung: Dadurch, dass mehr Verkehr durch die Straße fließe, seien die Anwohner schlicht sensibler. Dass hin und wieder einmal ein Autofahrer zu schnell unterwegs ist, will Graf jedoch nicht ausschließen. Das sei „traurige Realität“. „Wir beobachten die Situation daher natürlich weiterhin“, sagt Graf. Dabei sei die Umleitungsroute bei weitem kein Einzelfall in Unterschleißheim.

Einer weiteren Beschwerde hat sich die Polizei ebenfalls bereits angenommen: Eltern beklagten, ihre Kinder könnten auf dem Schulweg die Straße nicht mehr überqueren. So stark sei der Verkehr. Dienststellenleiter Graf sagt dazu: „Anders als in der Bezirksstraße gibt es hier nämlich keine Zebrastreifen.“ Doch eine Überprüfung vor Ort habe auch in diesem Fall keine Probleme gezeigt.

Stadt: Einbahnstraßen-Regelung wäre zu gefährlich

Alles in allem ist es an diesem Morgen in der Alexander-Pachmann-Straße ruhig. Klar: Es ist mehr los als gewöhnlich. Aber von rücksichtslosen Rasern oder Lkw-Fahrern ist keine Spur. Dennoch drängt Martin Schießl auf eine Einbahnstraßen-Lösung. Das würde den Verkehr beruhigen. Er habe deswegen sogar schon im Rathaus angerufen, sagt Schießl.

Dort ist die Bitte allerdings keine Option. Genauso wenig wie die Idee, den Verkehr einspurig an der Baustelle in der Bezirksstraße vorbeizuleiten. „Das ist alles eruiert und wieder verworfen worden“, sagt Rathaussprecher Thomas Stockerl. „Das hätte nicht funktioniert.“ Zu teuer, zu aufwendig, zu gefährlich. Besonders bei einer Einbahnstraße sei die Gefahr zu groß. Die Autofahrer könnten sich in der kurzen Zeit nicht an die Regelung gewöhnen, so die Befürchtung von Stadt und Polizei. In Sachen Geschwindigkeit appelliert Stockerl an die Vernunft der Autofahrer. Und in Sachen Umleitung an das Durchhaltevermögen der Anwohner: „Es ist ja nur temporär.“

Eine Querstraße weiter sieht man das ganz ähnlich. Gustav Mahler fegt gerade die Blätter vom Gehweg vor seiner Fahrschule an der Bezirksstraße. Er hat die Baustelle direkt vor der Tür. Die Probleme in den Umleitungsstraßen überraschen ihn nicht. „Das ist logisch, da fährt ja nur alle drei Monate mal einer durch und jetzt ist es die Leopoldstraße von Unterschleißheim“, sagt er und muss selbst lachen. „Aber das ist wie mit einem Schnupfen. Erst ist er lästig und dann aber auch wieder weg.“

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