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Professor und Fernsehmoderator Harald Lesch in St. Ulrich Unterschleißheim.

Erster Kirchentag im Münchner Norden

Was Harald Lesch ein Alien fragen würde

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Unterschleißheim - Der erste evangelische Kirchentag im Münchner Norden hat trotz Regenwetters gut 1000 Menschen mobilisiert. Ein Programmhöhepunkte war der Vortrag von Astrophysiker und Fernsehmoderator Professor Harald Lesch.

Lesch, dem schlagfertigen Fernseh-Profi, fällt das Anfangen diesmal ein bisschen schwer. Er steht vor dem Altar in der St.Ulrich-Kirche, streicht sich über den Bart, geht zwei Schritte vor und zurück. Es sei für ihn ungewohnt, sagt er, in einer Kirche zu sprechen, – dann hat er eine Idee: Er zieht seine Geldbörse aus der Hosentasche und fischt ein Zettelchen heraus. „Meine Lieblingsstelle aus der Bibel“, Lesch liest vor aus Paulus erstem Korintherbrief: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe ... – Das ist der Text der Texte für mich!“, sagt der Naturwissenschaftler: „Ein Granatentext, weil er Eigenschaften von uns Menschen nennt, die man nicht messen kann: Hoffnung, Glaube, Liebe – Eckpfeiler des Menschseins! Dazu gehört vielleicht noch die Barmherzigkeit.“

Von Paulus zum Urknall

 Und schon leitet er - typisch Lesch - zu seinem Thema über: „Wenn ich einen Außerirdischen treffen würde, würde ich ihn nicht nach den Naturgesetzen fragen, sondern nach seiner Kultur: Welche Märchen erzählt ihr euren Kindern? Welche Musik hört ihr? Welche Bilder malt ihr?“ – Und ist mittendrin in der Physik: Er erklärt den Urknall, unser Sonnensystem und wie etwas aus dem Nichts entsteht. Das macht er so einfach, dass es jeder kapiert, „und so unterhaltsam, wie es sonst nur ,Die Sendung mit der Maus’ schafft“, findet Prodekan Ulrich Seegenschmiedt.

100 Ehrenamtliche ermöglichen den Kirchentag

Harald Lesch hat auch in Unterschleißheim viele Fans, rund 150 sind zu seinem Vortrag gekommen, darunter eine der 100 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen des Kirchentags, Heike Köhler (54). Sie war es, die Lesch vor anderthalb Jahren fragte, ob er in Unterschleißheim sprechen würde. Und wie Lesch und Margot Käßmann verzichteten die meisten Referenten auf ein Honorar und ermöglichten so drei Tage, an denen trotz kleinem Budget (60 000 Euro), rund 40 Programmpunkte, vornehmlich in Milbertshofen, über die Bühne gingen.

Positives Resümee

Seegenschmiedt zieht ein positives Resumee: „Wir sind glücklich, obwohl das Wetter nicht mitgespielt hat.“ Bei der Podiumsdiskussion mit Margot Käßmann harrten 150 Menschen wacker unter Schirmen aus und verloren sich in den Reihen – bestuhlt war für 1000 Leute. Aber im Kulturhaus drängten sich die Besucher in teilweise überfüllten Räumen. 1000 Besucher kamen, so Seegenschmiedt, im Laufe des Samstags zum Curt-Mezger-Platz. Und am Sonntag beim Abschlussgottesdienst mit Susanne Breit-Keßler, der im Nieselregen begann, breitete sich fröhliche Kirchentagsstimmung aus, als endlich die Sonne durchbrach. „Ausgerechnet beim Abendmahl“, meint lachend Helferin Elke Zimmermann.

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