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D’Bavaresi drehen Hits auf links beim Zeltfestival

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Von: Andreas Sachse

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Als Band noch jung, als Musiker erfahren: D’Bavaresi im Zirkuszelt. Bekannt von Bananafishbones
Als Band noch jung, als Musiker erfahren: D’Bavaresi im Zirkuszelt. Bekannt von Bananafishbones © Dieter Michalek

Beim Zeltfestival Unterschleißheim springt der Funke mit Verzögerung doch noch über beim Auftritt von D‘Bavaresi. Dank der exzellenten Musiker.

Unterschleißheim – Mit der Haarbürste als Mikroersatz hat sich der kleine Matthias als Achtjähriger in Mamas Kleiderschrank versteckt, zu verwirklichen gesucht. 30 Jahre später schmettert er „I bin a bayerisches Cowgirl“ mit solcher Inbrunst in die Manege des Circus Bambino, dass es eine wahre Freude ist. Mit D´Bavaresi als Liveact gipfelte das Zeltfest in einem letzten musikalischen Höhepunkt.

D‘Bavaresi iss das neueste Projekt der drei bekannten Musiker

Was Matthias Kellner sich für seinen Auftritt sonst noch an Accessoires aus dem Schlafzimmer der Mutter entlieh, bleibt sein Geheimnis. Auf dem Volksfestplatz in Unterschleißheim bat er das Publikum inständig, bloß nicht zu lachen. Gemeinsam mit „D´Bavaresi“, interpretierte Kellner Alpenrock in einer Weise, dass man beinah meint, etwas ganz Neues zu hören. D´Bavaresi, das sind der Bassist und Sänger Sebastian Horn aus Oberbayern, der Niederbayer Otto Schellinger, dem kein Instrument fremd ist und der am Freitagabend im Circus Bambino das Schlagzeug bediente, sowie der Liedermacher und Kabarettist Matthias Kellner an der Gitarre, der sich als Kind anscheinend gern in Mamas Schlafzimmerschrank bediente.

Von der Spider Murphy Gang bis zu Willy Michl

Alle drei blicken bereits auf eigene Karrieren zurück, solo oder im Verbund mit anderen Musikern. D´Bavaresi ist ihr neuestes Projekt, ihr gemeinsames Baby. D´Bavaresi haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Lieder von bayerischen und auch ein paar österreichischen Musikern auf links zu drehen. Die Spider Murphy Gang, Wolfgang Fierek, Konstantin Wecker oder Willy Michl; niemand ist vor ihnen sicher. Selbst vor den Talking Heads machten sie nicht Halt. „Aus Austro-Pop wird Bavaro-Pop“, lautet die Losung der Drei.

Bekannt von den Bananafishbones

Sebastian Horn hat sich als Sänger der landesweit bekannten Bananafishbones und der bayerischen Kultband Dreiviertelblut einen Namen gemacht. Im Frühjahr war er nacheinander mit beiden Bands im Bürgerhaus zu Gast. Matthias Kellner trat vor einem halben Jahr solo an selber Stelle auf. Ihr Publikum unterhalten D´Bavaresi zwischen ihren Nummern mit kabarettistischen Einlagen. Ihre Instrumente beherrschen die Künstler in Perfektion. Besonders Horn und Kellner sind zudem mit einer Stimmkraft gesegnet, die ihresgleichen sucht.

Bob Dylans „Gotta serve somebody“ darf nicht fehlen

So kommt es, dass Fans der noch jungen Band sehnsüchtig darauf warten, dass D´Bavaresi sich bekannte Musiker vornehmen. Bob Dylans „Gotta serve somebody“ darf inzwischen bei keinem Auftritt fehlen. „Nix mitnehma“ heißt das Ringsgwandl-Cover. Die Interpretation des Cover (Horn: „wir covern das Cover“) ließ das Publikum auftauen. D´Bavaresi hatten es nicht leicht in Unterschleißheim. Wohl weil ein Gewitter angekündigt war, war das Zelt kaum zur Hälfte gefüllt. Ein volles Haus mitzureißen, fällt nun mal leichter, als ein paar Leutchen zum mitklatschen zu bewegen, weil jeder auf den Nachbarn schaut.

D‘Bavaresi geben immer volle Kanne

Den drei Künstlern aber ist die seltene Gabe geschenkt, über sich selbst zu lachen. „Wer sich schleichen mag, bittschön, fällt gar nicht auf“, lästerte Horn ist Publikum. Das kam an. Das und dass es D´Bavaresi im Blut liegt, immer volle Kanne zu geben, ließ den Funken im Zelt mit ein wenig Verzögerung überspringen.

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