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Bei Ellmau sind die beiden Kletterer abgestürzt.

Nach Bergunfall

Neues Schuljahr ohne Jana L. und Matthias H.: Gymnasien gedenken ihrer abgestürzten Lehrer

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Am Wilden Kaiser stürzten zwei Lehrer in den Tod: Matthias H. und Jana L. aus Unterschleißheim. An ihren Schulen steht ein besonderer Beginn des Schuljahres an.

Update am 10. September 2018: Ismaning/Garching - Zum Beginn des neuen Schuljahres an den Ismaninger und Garchinger Gymnasien wird den tödlich verunglückten Lehrern Matthias H. und Jana L. gedacht. Wie berichtet, stürzten sie auf einer Klettertour am Wilden Kaiser im August rund 400 Meter in die Tiefe. Am Dienstag beginnt das neue Schuljahr - das Fehlen der beiden jungen Lehrkräfte, sie waren 29 und 34 Jahre alt, wird vielen Kollegen und Schülern dann schmerzlich bewusst werden. 

Am Gymnasium Ismaning, wo Jana L. seit einem Jahr Sport und Mathematik unterrichtete, werde die Fachschaft Religion einen Raum der Stille einrichten, erklärte Schulleiter Markus Martini der Süddeutschen Zeitung. In einem digitalen Kondolenzbuch im internen Bereich der Schul-Webseite hätten bereits rund 50 Schüler und Eltern ihre Trauer um die 29-Jährige zum Ausdruck gebracht. Am Dienstagmorgen werden sich alle Schüler und Lehrer zudem zu einer Gedenkminute versammeln, auch im Gottesdienst zum Schuljahresanfang am Donnerstag werde das Unglück im Mittelpunkt stehen. 

In Garching gab es auf der Lehrerkonferenz am Montag eine Gedenkminute. Der Sozialpädagoge der Schule wird den Schülern ein Kondolenzbuch auslegen. Er sei auch Ansprechpartner, wenn trauernde Schüler einen Austausch wünschen, berichtet die SZ. 

Die Witwe von Matthias H., der in Garching ebenfalls Mathematik und Sport unterrichtete, bat das Kollegium darum, persönliche Erinnerungsstücke an ihren verstorbenen Mann zusammenzutragen. Sie will diese Erinnerungen für das gemeinsame Kind aufbewahren, das die evangelische Pfarrerin von Unterschleißheim und Haimhausen bald zur Welt bringen wird. 

mag

Erstmeldung am 28. August: Zwei Lehrer tot - große Trauer an Gymnasien

Unterschleißheim – Die Gymnasien in Garching und Ismaning sind zurzeit wegen der Sommerferien zumeist menschenleer, und doch sind sie im übertragenen Sinn gefüllt – mit Trauer. Denn zwei Lehrkräfte dieser Schulen, die beide aus Unterschleißheim stammen, sind bei einem Bergunfall in Tirol tödlich verunglückt.

Jana L. war eine „hervorragende, sehr geschätzte Pädagogin, eine unglaublich engagierte, fleißige, inspirierende und kompetente Lehrerin und eine beliebte, fröhliche Kollegin und Freundin, die unsere junge Schule bereits in ganz entscheidender Weise bereichert und positiv geprägt hat“, steht in einer Traueranzeige auf der Webseite des Gymnasiums Ismaning. „Wir werden sie nicht vergessen.“ Die 29-Jährige aus Unterschleißheim wurde Mitte August in ihrer Heimat Fürstenfeldbruck zu Grabe getragen. „Für uns alle unfassbar, wurdest Du plötzlich aus unserer Mitte gerissen“, heißt es in der Traueranzeige der Familie.

Vor ihrem Wechsel an die Ismaninger Schule hatte Jana L. im Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching unterrichtet – zusammen mit Matthias H., dem zweiten Opfer.

Die beiden Lehrer waren Anfang August zu einer Bergtour am Wilden Kaiser aufgebrochen. Was dort genau geschah, ist mangels Zeugen ungewiss. Fest steht jedoch, dass Wanderer aus der Ferne beobachteten, wie zwei Menschen, klein wie Punkte, aus mehreren Hundert Metern Höhe abstürzten. Umgehend alarmierten sie die Tiroler Bergrettung, doch für die beiden Unterschleißheimer kam jede Hilfe zu spät: Ein Team mit Hubschrauber konnte nur noch den Tod der zwei Kletterer feststellen.

„Wir sind in Gedanken und tiefstem Beileid bei seiner Familie, der wir ganz viel
Kraft wünschen“, heißt es in der Traueranzeige für Matthias H. auf der Homepage des WHG. Dort ist in den vergangenen Tagen wegen der Sommerferien ebenso niemand zu erreichen gewesen wie im Ismaninger Gymnasium. Dem Vernehmen nach war Matthias H. ein bei Schülern und Kollegen sehr beliebter Lehrer für Mathe und Sport; überdies ist seine derzeit schwangere Ehefrau Pfarrerin in Unterschleißheim.

Entsprechend groß ist die Trauer ob des tragischen Bergunglücks nicht nur in den beiden Gymnasien, sondern auch in der evangelischen Kirchengemeinde von Unterschleißheim und Haimhausen. Am Sonntag nach dem Unglück sei er umgehend in die Gemeinde gefahren, berichtet Felix Reuter, Dekan im Prodekanat München-Nord. Im Rahmen des Gottesdienstes habe eine Trauerfeier stattgefunden; darüber hinaus liege in der Kirche ein Kondolenzbuch aus, sagt Dekan Reuter. „Dort können die Gemeindemitglieder ihre Trauer bekunden.“

Die Pfarrerin hatte im Gemeindebrief vom April publik gemacht, dass sie und ihr Mann demnächst ein Kind erwarten. Auch deshalb wolle man vonseiten der Gemeinde einerseits „die bei so einem tragischen Unglück gebotene Zurückhaltung wahren“, sagt Dekan Reuter. Andererseits wolle man der Kollegin aber auch zeigen, „dass wir in Gedanken und Gebeten bei ihr sind“. Aus diesem Grund hat Reuter der Pfarrerin Fotos von der Trauerfeier zugeschickt.

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