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Vorher: Zwei Meter hoch war der Kegel der Biberburg am Rande des Wohngebiets „Am Weiher“. 

Umweltfrevel

Biberburg in Unterschleißheim brutal zerstört

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Tot oder vertrieben und ohne Nahrung – das ist das Schicksal der Biberfamilie vom Weiher in Unterschleißheim. Unbekannte haben die Biberburg am Rande des Wohngebiets „Am Weiher“ zerstört.

Unterschleißheim –  „Das war ein Schock, als wir das entdeckt haben“, sagt Birgit Annecke-Patsch, Vorsitzende der Ortsgruppe Schleißheim des Bund Naturschutz. Sie ist maßlos empört über diesen Umweltfrevel. „Für die Tiere ist das eine Katastrophe.“ Der Bund Naturschutz möchte das nicht so einfach hinnehmen. Entweder werde das Landratsamt Anzeige erstatten, oder die Ortsgruppe selbst. Den Tätern drohten hohe Bußgelder. Und auch die Stadt Unterschleißheim erklärt: „Gemeinsam mit dem Landratsamt München wird der Sachverhalt nun aufgearbeitet, um den oder die Täter zu ermitteln, die den Lebensraum des streng geschützten Tieres zerstört haben.“

Dem Täter droht eine hohe Geldstrafe

Viele Jahre funktionierte die Koexistenz zwischen der Biberfamilie und den Anwohnern „Am Weiher“ ganz gut, so der Bund Naturschutz. Gelegentlich gab es Beschwerden über umgestürzte Bäume am Ufer. Aber immer habe die Forstbehörde abgewinkt: Alles bewege sich im tolerierbaren Rahmen. Während sich mancher murrend mit der neuen wilden Ästhetik arrangiert habe, nutzten andere wie Schulen und Kindergruppen das Biberrevier für Wildnis-Erlebnisse vor der Haustüre.

Damit ist es nun vorbei: Die gut zwei Meter hohe, kegelförmige Burg aus Ästen, Laub und Schlamm existiert nicht mehr. Auch Peter Martin, der Biberbeauftragte des Landkreises, wurde eingeschaltet. „Sein Eindruck ist: Die Biberburg wurde vorsätzlich zerstört und entfernt“, sagt Birgit Annecke-Patsch. „Da muss jemand unter Umständen sogar mit einem Bagger das ganze Areal ausgekoffert haben.“ Dass die Burg versehentlich bei Forstarbeiten abgeräumt wurde, ist nach Einschätzung von Martin unwahrscheinlich. Einen Verdacht, wer das gewesen sein könnte, haben die Umweltschützer nicht.

Die Tiere sind streng geschützt

Auch die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt wollen die Umweltschützer einschalten. „Bei der Aktion handelt es sich um ein ernsthaftes Umweltdelikt“, sagt Annecke-Patsch. Der Biber zählt nach wie vor zu den streng geschützten Arten. Mögliche Konflikte mit Landwirten oder anderen Landnutzern könnten dank Biber-Management in der Regel gelöst werden. Im Extremfall, wie in Ismaning, wo Biber Straßen untergraben haben, genehmigt das Landratsamt auch mal die „Entnahme“ eines Bibers, wie dessen Abschuss beschönigend genannt wird.

Stadtverwaltung hofft, dass der Täter geschnappt wird 

Die Stadtverwaltung Unterschleißheim hat penibel recherchiert und kann definitiv ausschließen, dass die Biberburg sozusagen aus Versehen bei Waldräumarbeiten zerstört worden ist. Im Frühjahr 2017 wurden in etwa 70 Meter Entfernung zum Biberbau Rodungsarbeiten durchgeführt. Grund war die erhöhte Gefahr von Sturmwurf in diesem Waldbereich, direkt angrenzend zu neu geplanten Wohngrundstücken. Im Anschluss an die Rodungen wurde im Herbst 2017 per Hand der Bereich wieder aufgeforstet und zum Schutz der neuen Vegetation eingezäunt. „Alle Landschaftsbau- und Forstarbeiten liegen bereits soweit zurück, dass sie mit der Zerstörung der Biberburg weder räumlich noch zeitlich in Zusammenhang gebracht werden können“, betont die Stadt.

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