+
Steig des Anstoßes: Der barrierefreie, aber schmale Bahnsteig am S-Bahnhof Unterschleißheim.

Komplizierte Neuplanung nötig

Breitere Bahnsteige: Unterschleißheim blitzt bei der Bahn ab

  • schließen

Die Stadt Unterschleißheim kann, wenn es nach der Bahn geht, gerne einen breiteren S-Bahnsteig haben. Aber sie muss selber dafür zahlen.

Unterschleißheim – Der barrierefreie Umbau der beiden Bahnsteige am S-Bahnhof Unterschleißheim bringt viele Vorteile, aber auch einen Nachteil: Die Bahnsteige sind im nördlichen Bereich durch die Erneuerung deutlich schmaler geworden. Sie sind nur noch maximal 2,80 Meter breit, wobei der 80 Zentimeter breite Sicherheitsstreifen schon eingerechnet ist. Zuvor waren sie teilweise mehr als vier Meter breit.

Die Stadt baut zusätzliche Warteschutzhallen

Der Bauausschuss hat nun einstimmig beschlossen, dass zusätzliche Warteschutzhallen gebaut werden. Die Bahn soll zudem Vorplanungen durchführen für die Verbreiterung der Bahnsteige und die Überdachung der nördlichen Treppen.

Bürgermeister Christoph Böck (SPD) hat die Problematik der schmaleren Bahnsteige mit der Service und Station GmbH der Deutschen Bahn erörtert. Die Botschaft lautet: Verbesserungen sind grundsätzlich möglich. Wenn die Stadt breitere Bahnsteige will, muss sie aber selbst dafür zahlen.

Ebenfalls in Unterschleißheim: Falkner soll im Auftrag der Stadt Krähen vertreiben - und wird auf Facebook übelst beschimpft

Denn ein Planungsfehler liege nicht vor. Die Arbeiter haben sich nicht vermessen. Die Bahn verweist darauf, dass die Bahnsteigbreite nach einer Formel errechnet und realisiert wurde. Diese mathematische Formel gibt das Eisenbahn-Bundesamt vor. Die geltende Norm sei erfüllt.

Die Bahn hat normgerecht geplant

„In den laufenden Bauarbeiten, die sich bis in den Herbst hinein ziehen, können nur kleinere Veränderungen vorgenommen werden“, sagte Böck. Beleuchtete Warteschutzhallen könnten die Aufenthaltsqualität im nördlichen Bereich verbessern. Böck hält sie für sinnvoll. Die Investition kostet rund 240 000 Euro. Die Bahn sicherte ihm zu, sie werde versuchen, das Aufstellen der beiden Wartehäuschen in die laufenden Bauarbeiten einfließen zu lassen. Zudem wird die Bahn untersuchen, ob die Treppenaufgänge überdacht werden können.

Für größere Veränderungen wie die Verbreiterung der Bahnsteige ist laut Bahn ein längerer Planungsvorlauf nötig: Einschätzungen müssen eingeholt und mehrere Sparten einbezogen werden, denn unter Umständen müssen die sechs Meter hohen Lichtmasten versetzt werden.

Gespaltene Meinungen im Stadtrat

In der Diskussion zeigte sich Jürgen Radtke (Grüne) verwundert, dass die Bahn nicht selbst ein starkes Interesse an breiteren Bahnsteigen hat: „Was macht die Bahn für den Fall, dass sich das Fahrgastaufkommen drastisch erhöht?“ Schließlich sei es das Ziel der Bahn, mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Auch Katharina Bednarek (SPD) fragte erstaunt: „Spielt denn die steigende Zahl der Fahrgäste keine Rolle?“ Bastian Albrecht vom städtischen Bauamt erklärte, dass die Zahl von 12 400 Fahrgästen, die in die Berechnung einfloss, schon die Zukunftsprognose darstelle. Manfred Utz (CSU) relativierte das Problem ein wenig: „Den größten Zuwachs hat der S-Bahnhof Lohhof durch die Schüler der FOS/BOS.“ Er appellierte: „Es ist wirklich ab und zu gegenseitige Rücksichtnahme erforderlich, man sollte nicht nur Forderungen stellen.“

Auch interessant: Mann (20) fährt seit zwei Jahren schwarz - ein Schild soll ihm das erlauben

In einem offenen Brief hatten Bürger Ende September auf die Gefahren hingewiesen, die sich vor allem morgens zur Hauptverkehrszeit ergeben. Zudem gibt es morgens häufig Zugdurchfahrten. Verschärft wird die Gefahr, weil Stempelautomaten ungünstig aufgestellt sind. Auch hier will die Stadt nachbessern lassen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bei ihm machte sogar Mathe Spaß: Realschule trauert um Lehrer
Beliebter Lehrer, engagierter Gemeinderat und zweifacher Familienvater: Mit nur 40 Jahren ist Florian Sedlmair, Lehrer an der Realschule in Ismaning, gestorben.
Bei ihm machte sogar Mathe Spaß: Realschule trauert um Lehrer
Putzbrunn tritt auf die Bremse: In diesen Straßen gilt ab sofort Tempo 30
Mehr als jeder Zweite fährt in Putzbrunn zu schnell. Das ergaben Messungen. Die Gemeinde tritt nun auf die Bremse. In 14 Straßen gilt ab sofort Tempo 30.
Putzbrunn tritt auf die Bremse: In diesen Straßen gilt ab sofort Tempo 30
Rechtsextreme Wahlplakate: Darum können die Kommunen nichts tun
Seit Tagen hängen in mehreren Landkreis-Gemeinden Wahlplakate der rechtsextremen Partei „Der Dritte Weg“. Auf den Plakaten prangen fremdenfeindliche Parolen wie …
Rechtsextreme Wahlplakate: Darum können die Kommunen nichts tun
Ein Riss geht durch das Gotteshaus
Es war eine Nachricht, mit der keiner gerechnet hatte: Die Kirche St. Georg in Hohenschäftlarn ist ab sofort geschlossen, Taufen, Erstkommunionen und Hochzeiten müssen …
Ein Riss geht durch das Gotteshaus

Kommentare