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Der Campus soll sukzessive ausgebaut werden. Die grünen Gebäude stehen, die blauen sollen entstehen.

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Business Campus: Arbeiten und leben an einem Ort

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Unterschleißheim - 4000 Arbeitsplätze sollen auf dem geplanten Business Campus Unterschleißheim entstehen. Doch was bedeutet das für den Verkehr und Wohnungsmarkt der Stadt?

Unterschleißheim im Jahr 2031: Der Business Campus auf dem ehemaligen Airbus-Gelände an der Landshuter Straße ist nach 15 Jahren nun komplett fertig. 4000 Beschäftigte unterschiedlicher Unternehmen arbeiten auf dem 17 Hektar großen Gebäudekomplex. Auf dem modernen Gelände gibt es neben Büros und Parkhäusern eine Wasserlandschaft, ein Restaurant, einen Supermarkt und sogar einen Kindergarten. Während unter der Woche gearbeitet wird, picknicken die Bewohner Unterschleißheims am Wochenende auf den grünen Erholungsflächen am Campus. Und die Stadt nimmt jedes Jahr Millionen an Gewerbesteuer ein. Was für eine schöne Zukunftsvision. 

Was für eine schöne Zukunftsvision

So zumindest das Bild, das SPD-Bürgermeister Christoph Böck und Vertreter des Investors, der DV Immobilien GmbH, bei der öffentlichen Präsentation des „Masterplans“ zum Business Campus im Unterschleißheimer Rathaus gezeigt haben. Wie berichtet, soll das ehemalige Airbus-Gelände nach dem Vorbild des Garchinger Business Campus sukzessive in einen multifunktionalen Unternehmensstandort umgebaut werden. Einige Unterschleißheimer sehen die Pläne allerdings skeptisch. 

Laut Stephan Hof, dem Geschäftsführer des Business Campus Unterschleißheim, steige die Zahl der täglichen Fahrzeugbewegungen im südlichen Bereich der Landshuter Straße von 18 000 auf fast 24 000. Daher plane man zusätzliche Fahrspuren am Münchner Ring und der Landshuter Straße. Diese Verkehrsplanung sei „äußerst kritisch“. Schließlich sei eine mögliche Oberschleißheimer Umgehungsstraße sowie der Verkehr durch den geplanten Opus Plaza in der Nähe des Campus mit einberechnet, genauso wie, dass etwa ein Drittel der Beschäftigten mit der S-Bahn zur Arbeit fahre. 

Viele Zuhörer glaubten allerdings nicht, dass nur zwei Spuren mehr ausreichen. Sie befürchten ein Verkehrschaos. Birgit Annecke-Patsch vom Bund Naturschutz sagte: „Die Ingolstädter Straße und die Landshuter Straße sind schon jetzt ein Problem. Mir fehlt ein Verkehrskonzept der Stadt.“ Daraufhin gab es Applaus. Böck konterte, dass der innerstädtische Verkehr nicht zunehme und man daher lediglich für Straßen, die um Unterschleißheim herumführen, neue Konzepte brauche. 

Wohnraum - ein kritischer Punkt in der Region um München

Ein weiterer kritischer Punkt: Wohnraum. Rita Bootz befürchtet, dass sich ein Großteil der Beschäftigten in Unterschleißheim niederlassen werde. Vor dem Hintergrund warf sie der Stadt aber vor, lediglich an die Einnahmen durch die Gewerbesteuer zu denken, nicht aber an die Konsequenzen auf dem Wohnungsmarkt. „Jede vernünftige Planung zieht Wohnraum mit ein“, sagte sie. 

Welche Auswirkungen ein Business Campus in Unterschleißheim auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt haben wird, konnten auch die Investoren-Vertreter nicht genau beantworten. Es sei „prinzipiell eine Mammutaufgabe“ in der Region Wohnraum zu schaffen, sagte etwa Stephan Hof. Böck machte darauf aufmerksam, dass momentan nur 13 Prozent aller in Unterschleißheim Beschäftigten auch in der Stadt wohnen. „Eine Kopplung von Arbeitsplatz und Wohnen am gleichen Ort sehe ich nicht.“ Gleichwohl betonte er, dass sich die entsprechenden Gremien im Sommer freilich mit dem Thema auseinandersetzen. Dann wolle man innerörtliche Gewerbeflächen in Wohnraum umwandeln. Rita Bootz befürchtet , dass zukünftig die Grünflächen im Ort weniger werden.

rat

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