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Die Kreuzung zum Nordzugang des Campus wird ebenfalls umgebaut.

Verkehrsgutachten und Kreuzungsausbau an der Landshuter Strasse

Campus-Anbindung wird zum Mega-Projekt

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Auf ein Drittel mehr Verkehr müssen sich die Unterschleißheimer auf der Landshuter Straße einstellen, wenn der Business Campus und das Plaza Office erst einmal mit Leben erfüllt sind. Damit die Straße nicht im Verkehrschaos versinkt, werden drei Kreuzungen komplett neu ausgebaut. Mehrheitlich hat der Stadtrat dem Konzept jetzt zugestimmt. Allerdings: Die ursprünglich geplante Unterführung für Radfahrer und Fußgänger kommt nicht.

Unterschleißheim Der von der Stadt beauftragte Verkehrsgutachter Professor Harald Kurzak geht von zusätzlichen 14 100 Fahrzeugen pro Tag zu den bisher gezählten rund 30 000 aus. Eine Verkehrslast, die es zu stemmen gilt, wenn die 4500 Beschäftigten erst einmal auf dem Business Campus ihre Arbeit aufnehmen. Die Landshuter Straße soll dafür an drei Knotenpunkten ausgebaut werden.

Münchner Ring

Die wichtigste und mit 6000 Fahrzeugen am Tag die am stärksten belastete Kreuzung ist der Münchner Ring. Sie soll zur vierarmigen Kreuzung mit Ampeln ausgebaut werden und künftig die Hauptzufahrt des Business Campus sein. Ein Kreisverkehr kommt hier laut Gutachter nicht in Frage. Gerade zu Stoßzeiten wäre ein Kreisel chronisch überlastet. Um einen längeren Rückstau gerade durch Abbieger zu vermeiden, bekommt der Münchner Ring eine zusätzliche Abbiegespur. Auch die Landshuter Straße selbst wird um eine Spur in beide Richtungen erweitert.

Nordzufahrt

Über die ursprüngliche Zu- und Ausfahrt an der Kreuzung Landshuter Straße/Keltenschanze im Norden des Geländes wird das künftige Parkhaus des Business Campus erschlossen, das aber auch vom Campus-Gelände her angefahren werden kann. Hier ist laut Gutachter keine zusätzliche Fahrspur notwendig. Die bestehende Rechtsabbiegespur soll zurückgebaut werden. Die Kosten für den Umbau dieses Knotenpunktes in Höhe von etwa 260 000 Euro trägt die Stadt Unterschleißheim. Alle anderen Kosten übernimmt der Investor.

Südanabindung

Bei der Anbindung im Südteil des Geländes, also der ehemaligen Lkw- und Feuerwehr-Zufahrt, wird die Ausfahrt nach links nicht mehr möglich sein, um eine weitere Ampel zu vermeiden. Hier kann man also künftig nur nach rechts abbiegen. Die Zufahrt ist aber von beiden Richtungen möglich. Die Zufahrt zum Office Plaza soll über eine eigene Anbindung mit Ampel an die Landshuter Straße erfolgen und könnte einen zweiten Zufahrtsweg über eine künftige Westumfahrung Oberschleißheim erhalten.

Radfahrer, Fußgänger

Fußgänger und Radfahrer werden über Ampeln an der Ost- und Westseite über den Münchner Ring geleitet. Eine Fußgänger- und Radfahrerquerung auf der Südseite der Kreuzung wird nicht mehr möglich sein, weil man hier fünf Fahrspuren überqueren müsste. Trotzdem schlägt der Gutachter vor, hier eine Druckknopfampel einzurichten.

Ursprünglich war für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Innenstadt eine Unterführung vorgesehen. Ab Höhe Hauptstraße sollte ein vier Meter breiter Trog auf sechs Meter unter Grund führen, die Landshuter Straße parallel zum Münchner Ring unterqueren und auf dem Campus wieder die Oberfläche erreichen. Doch weil es laut Bürgermeister Christoph Böck (SPD) während des Auslegungsverfahrens sehr viele Einwendungen von Anwohnern gegen dieses Projekt gegeben hat, hat sich der Investor schließlich entschieden, auf eine Unterführung zu verzichten.

Vier Gegenstimmen

Grünen-Stadtrat Jürgen Radtke wollte das so nicht hinnehmen. „Ich störe mich nicht daran, dass die Unterführung jetzt wegfällt, sondern dass das so nebenbei passiert und wir keine Alternative haben.“ Für ihn sei das Konzept für den Radverkehr an der „größten Kreuzung der Stadt“ völlig unausgegoren. Die Meinung des Bürgermeisters, dass der Radverkehr auch ohne die Unterführung in den Planungen genügend bedacht wurde und gut funktionieren werde, teilte Radtke nicht. Dieser Aspekt war auch ausschlaggebend, warum Radtke gegen das Verkehrskonzept stimmte. Ebenso verweigerten Fraktionskollegin und Dritte Bürgermeisterin Brigitte Huber sowie Martin Reichart und Heidi Kurz (beide Freie Bürger) ihre Zustimmung. Reichart beurteilt es als „unglücklich“, die Hauptzufahrt zum Business Campus direkt gegenüber des Münchner Rings anzusiedeln. Er findet: „Das komplette Konzept gehört überarbeitet.“

Lärmschutz

Um die Anwohner zu schützen soll auch die Lärmschutzwand am Münchner Ring ertüchtigt und um einen Meter erhöht werden. Wie aus den Stellungnahmen der Bürger allerdings hervorgeht, haben viele Anlieger Sorge, dass damit ihre Grundstücke verschattet werden. Damit das nicht passiert, soll die Erhöhung der Lärmschutzwand transparent gestaltet werden.

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