Beliebtes Programm-Kino: Das „Capitol“ zieht viele Besucher an. Nun soll es schließen. Foto: Förtsch/Archiv

Hausbesitzer will Wohnraum schaffen

Capitol-Kino braucht neue Heimat

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Spätestens in fünf Jahren fällt im Capitol in Unterschließheim wohl der Vorhang. Eines der letzten Programm-Kinos der Region muss die Pforten schließen. Der Hausbesitzer will auf dem Gelände Wohnraum schaffen.

Lohhof – Es lässt sich nur schwer argumentieren gegen neuen Wohnraum in Unterschleißheim, im Einzugsbereich der Landeshauptstadt, der Metropolregion München und im S-Bahn-Einzugsbereich auf halbem Wege zum Flughafen. Entsprechend zwiegespalten schien die Stimmung im Bauausschuss der Stadt Unterschleißheim. „Niemand will das Kino verlieren“, fasste Stefan Krimmer (CSU) das Meinungsbild zusammen. „Aber kann man etwas gegen neue Wohnungen sagen?“ Krimmer empfahl Kino-Betreiber Stefan Stefanov, alternative Standorte zu suchen.

Programm-Kino hat treue Fangemeinde

Dieser fraktionsübergreifend unterstützte Vorschlag kommt beim Capitol-Betreiber nicht schlecht an. Schon länger denkt Stefanov darüber nach, dem Publikum nicht mehr nur einen Abendfilm anzubieten. Mehrere Kinosäle ließen ein variableres Programm zu. Er wolle am Konzept eines Programm-Kinos, der Konzentration auf nicht-kommerzielle, auf artifizielle Filme, festhalten, sagte Stefanov. Parallel könne man aber zusätzliche Schwerpunkte setzen. Ein Angebot für Kinder etwa. Als neuer Standort für das Capitol bietet sich das frühere Esso-Gelände an der Bezirksstraße an. Das Grundstück gehört der Stadt. Unterschleißheim erwarb den Grund, als Esso bekannt gab, die Filiale zu schließen. Derzeit laufen Studien hinsichtlich einer weiteren Nutzung. Ein Kino ist eine der möglichen Alternativen, die zur Zeit untersucht werden.

Behauptungen wonach sich der Kinobetrieb nicht rentiere, widersprach Stefanov. Als Programm-Kino verfügt das Capitol über eine treue Fan-Gemeinde. Krimmer äußerte sich zuversichtlich, dass sich für Stefanov und sein Kino eine Lösung findet. Zumal die Stimmung in den Fraktionen vermuten lässt, dass der Kino-Betreiber bei Bedarf weitere Hilfe bekommt.

Krimmer glaubt schon deshalb an einen guten Ausgang, da Vermieter und Betreiber sich nicht uneins seien. „Da gibt es keine Feindschaft“, versicherte Krimmer, der nicht weit vom Capitol entfernt wohnt.

Der Vermieter und Eigentümer des 1957 gebauten Hauses an der Alleestraße in Lohhof würde das Gebäude mit gegenwärtig sechs Wohnungen und einem Kinosaal mit Verkaufsstand gern abreißen. Stattdessen soll ein neues Haus mit sieben Wohnungen errichtet werden. Doch einem Abriss des bereits mehrfach umgebauten Gebäudes würde die Stadt voraussichtlich nicht zustimmen. Besser stehen die Chancen, wenn sich der Vermieter entscheidet, aus dem Kino eine siebte Wohnung zu machen.

Der Mietvertrag für Stefanov ist auf fünf Jahre ausgestellt. Sollte der Vermieter die Option ziehen, das Kino in Wohnraum umzuwandeln, wären der Stadt die Hände gebunden. „Das Haus steht in einem Wohngebiet“, sagt Krimmer. „Die Stadt, wir alle, wollen neuen Wohnraum.

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