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In Haar gibt‘s schon eine Sicherheitswacht.

Polizei wirbt für Ehrenamtliche

Sicherheitswacht in Unterschleißheim: Nicht alle sind begeistert 

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Die Unterschleißheimer sind sicher. Das sagt die Polizei - und wünscht sich trotzdem eine Sicherheitswacht in der Stadt. Das sorgt für Diskussionen.

Unterschleißheim – Um seine Sicherheit muss sich in Unterschleißheim niemand ernsthafte Gedanken machen. Das stellte Michael Graf, Leiter der Polizeidienststelle Oberschleißheim, bei der Bürgerversammlung deutlich heraus. Dennoch warb er dafür, eine Sicherheitswacht in der Stadt einzuführen. Ein Vorschlag, der Diskussionen auslöste.

Es gehe nicht darum, Straftaten zu reduzieren, zumal „man in Unterschleißheim beruhigt schlafen kann“, betonte Bürgermeister Christoph Böck (SPD), nachdem er Grafs Bericht gehört hatte. Straftaten und Sachbeschädigungen sind 2017 rückläufig, dem leichten Anstieg von Körperverletzungen konnte der Dienststellenleiter eine 97-prozentige Aufklärungsquote entgegenhalten. Die Zahl der Einbrüche lag mit 156 im üblichen Bereich. Zudem „gibt es in Unterschleißheim keine sozialen Brennpunkte“, sagte Graf bei. Vielmehr wünscht er sich die Sicherheitswacht „als Ansprechpartner vor Ort und zusätzliches Auge, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern“. Er warb um Unterstützung für „diese zusätzliche interessante Option“ neben den privaten Sicherheitsdiensten der Stadt.

Polizeiinspektionsleiter Michael Graf

Viele Kommunen, beispielsweise Haar, Unterhaching und Ottobrunn, setzen bereits auf die Ehrenamtlichen, die nach 40 Stunden Ausbildung bei der Polizei etwa fünf Stunden pro Monat im Ort Präsenz zeigen. Graf stieß mit diesem Vorschlag nicht bei allen auf Gegenliebe. 

Bloß keine „Bürgerwehr“

Manfred Schmid sprach sich „ganz klar gegen eine Bürgerwehr“ aus. „Es ist keine Tendenz zu beobachten, das muss niemand überwachen. Da können die Bürger sich selbst drum kümmern.“ Dem Ausdruck „Bürgerwehr“ trat Graf „entschieden entgegen“ und erhielt Unterstützung von Bürger Gerhard Kappler: „Ich finde das geradezu diffamierend, wenn man die Sicherheitswacht als Bürgerwehr hinstellt.“ Kappler sieht in den Ehrenamtlichen eher „Polizisten zum Anfassen“ und meinte: „Jeder ist doch froh, wenn er in einer Konfliktsituation eine zuverlässige Kraft an seiner Seite weiß, die eventuell auch als Zeuge fungieren kann.“ Gemessen am Applaus für die Wortmeldungen schien die Mehrheit d eher gegen eine Sicherheitswacht zu sein. Entscheiden muss der Stadtrat, der einen Grundsatzbeschluss in der Sitzung am Mittwoch, 18. April, fällen will.

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