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Unter neuem Namen: Auf dem Hotel in Unterschleißheim verschwindet der Schriftzug „Dolce“. Ab sofort betreibt das Inhaber-Ehepaar das Tagungshotel unter dem Namen „Infinity“.

Unterschleißheimer Tagungshotel ändert seinen Namen

Das „Dolce“ verschwindet

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Neuer Name, neue Zeiten: Das Hotel „Dolce“ in Unterschleißheim heißt ab sofort „Infinity“. Für die Betreiber bedeutet das viel mehr: Sie stehen nun auf eigenen Beinen und erweitern das Hotel für 30 Millionen Euro.

Unterschleißheim – Die Kuhglocken müssen dran glauben. Noch zieren sie die Wand hinter der Rezeption im Hotel „Dolce“. Doch schon bald verschwinden die Deko-Glocken aus Metall. Vermissen wird sie Andreas Striebel nicht. Zusammen mit seiner Frau Christina betreibt er das Tagungshotel im Unterschleißheimer Gewerbepark. In dem siebenstöckigen Gebäude wird sich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren viel verändern. Die Striebels expandieren. Mehr Zimmer, mehr Gäste, mehr Veranstaltungen. So der Plan. Dafür wird an- und umgebaut. Für knapp 30 Millionen Euro entsteht ein Neubau mit weiteren 184 Zimmern.

Auch am Design wird gefeilt und der Name geändert: Das „Dolce Munich Unterschleissheim“ heißt ab sofort „Infinity Hotel & Conference Resort Munich “.

Ein Opfer des anstehenden Umbruchs: die Kuhglocken in der Lobby. Sie stehen symbolisch dafür, was mit dem Hotel derzeit passiert. Denn obwohl wahrscheinlich die wenigsten Gäste ihr Verschwinden bemerken werden, markiert es für Andreas Striebel den Start in eine eigenständige Zukunft.

Mit „Dolce“ verschwinden die Kuhglocken

Betreibt das „Infinity“: Andreas Striebel.

Bislang waren die Glocken Teil des Marketingkonzepts der Hotelmarke „Dolce“. Weltweit werden etwa 25 Tagungs- und Konferenzhotels unter diesem Namen betrieben. Im Jahr 2010 eröffnete Andreas Striebel das „Dolce“ in Unterschleißheim. Das Gebäude gehört ihm, den Namen hatte er sich geliehen und musste sich dafür an gewisse Standards halten. Stichwort: Kuhglocken. „Dolce“ wiederum beriet die Striebels in den Anfangsjahren. Doch nun ist für das Ehepaar der Zeitpunkt gekommen, sich von der Marke „Dolce“ – und den Glocken – loszusagen und das Hotel künftig unter eigener Flagge zu betreiben.

„Wir wollen nicht mehr das Kuhglocken-Hotel sein. Wir sind stark und erwachsen geworden“, sagt Andreas Striebel. Sieben Jahre habe man von der Kooperation mit „Dolce“ und dem Namen auf dem Dach profitiert: „Aber wir haben uns auseinander entwickelt. Diese Veränderung ist jetzt extrem wichtig für uns.“

Im „ihrem“ Hotel „Infinity“ wollen die Striebels auch künftig am Konzept, bestehend aus Tagungen, Konferenzen und Veranstaltungen, festhalten. Die Striebels befürchten: Nach der Übernahme durch die Hotel-Kette Wyndham entwickelt sich die Hotelreihe „Dolce“ vom Konferenz- zum klassischen Übernachtungshotel.

Sechs Stockwerke, 184 Zimmer und ein Ballsaal für 750 Gäste

„Natürlich könnten wir auch nur Übernachtungen machen“, sagt Striebel, „aber das wäre ja nur die Hälfte des Kuchens“. Ein Kuchen, der für Striebel so aussieht: Geschäftskunden aus aller Welt reisen für eine Konferenz ins Hotel „Infinity“, essen, schlafen und tagen dort beispielsweise für drei Tage.

Die Striebels lassen derweil nichts unversucht, ihr Stück des Kuchens zu vergrößern – und bauen dafür ihr Hotel aus. Rund 30 Millionen Euro stecken sie nach eigenen Angaben in den Anbau auf der Rückseite des bestehenden Gebäude. Dort, wo früher noch vier Tennisplätze des SV Lohhof zu finden waren, entsteht derzeit der neue Gebäudekomplex. Sechs Stockwerke, 184 Zimmer, ein Ballsaal für 750 Gäste, zwölf Konferenzräume und ein Restaurant mit 300 Plätzen. Die Kapazität des „Infinity“ verdoppelt sich somit fast auf insgesamt 439 Zimmer. Auch Erholung und Entspannung bekommen mehr Platz. Der bestehende Spa-Bereich wird mit dem Anbau verbunden und auf insgesamt 1700 Quadratmeter vergrößert. Im Sommer 2018 wollen die Striebels den Anbau eröffnen.

Der FC Bayern hält dem „Infinity“ die Treue

Mehr Zimmer und ein zusätzliches Restaurant erfordern mehr Angestellte. Etwa 40 neue Arbeitsplätze entstehen durch den Anbau. Für die derzeitige Belegschaft – die Striebels beschäftigen 120 Mitarbeiter – ändert sich nichts. Außer der Farbe der Uniform. Sie wechselt von Schwarz zu Mittelbraun. Die Veränderung sind auch im Inneren zu sehen. Die Striebels wollen „weit weg“ vom bayerischen Kuhglocken-Flaire hin zu einem „kosmopolitischen“ Design. Für die Gäste allerdings, versichert Andreas Striebel, „ändert sich eigentlich nur der Name auf dem Dach“.

Weiterhin als Gäste begrüßen wird das „Infinity“ die Fußballer des FC Bayern. Sie übernachtet seit der Eröffnung des Hotels vor ihren Heimspielen in der nahegelegenen Allianz Arena in Unterschleißheim. Eine ganze Etage mit 30 Zimmern und mehreren Konferenzräumen sind für den FC Bayern dann immer reserviert.

„Im Grunde“, fasst Andreas Striebel die Veränderungen in seinem Hotel zusammen, „bleibt also alles gleich, aber es ändert sich doch ganz viel.“

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