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Menschlichkeit und Nächstenliebe haben diese 64 ausgezeichneten ehrenamtlichen Helfer in den Mittelpunkt ihres Lebens gestellt.

Ehrenamtsabend: Gute Taten im rechten Licht

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Unterschleißheim - Idealismus, Engagement und Nächstenliebe: 64 Unterschleißheimer hat Bürgermeister Christoph Böck (SPD) im Festsaal des Bürgerhauses für langjähriges, bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet.

Die Ehrenamtlichen engagieren sich zehn Jahre und länger für Soziales, Kultur und den Sport in der Stadt. Gute Taten wollen ins Licht gesetzt werden. Mit diesem Cicero-Zitat umschrieb Böck nicht nur den Sinn der jährlich wiederkehrenden Ehrung verdienter Bürger. Marcus Tullius Cicero, Philosoph, Politiker und Rechtsanwalt aus den Tagen der römischen Republik, der 63 v. Chr. die sogenannte Catilinarische Verschwörung vereitelte und der Republik noch eine Gnadenfrist verschaffte, war selbst vom Senat für seinen Einsatz geehrt worden. Der Mann wusste also, wovon er sprach.

 Idealismus, die Bereitschaft zu persönlichem Engagement und Nächstenliebe sind, was einen Ehrenamtlichen ausmacht. Tausendmal gehört, hat der nun folgende Satz dennoch Bestand: Die Gesellschaft kommt ohne bürgerschaftliches Engagement schlichtweg nicht aus. Abgesehen vielleicht von wenigen, sehr vermögenden Gemeinden wie Unterföhring, könnte kaum eine Kommune das Personal finanzieren, das Ehrenamtliche ihr einsparen. Böck ist das bewusst. Was ihn stört, ist, dass die unentgeltlichen Bemühungen viel zu oft als selbstverständlich betrachtet werden, wie er findet. Als seine Aufgabe betrachtet er es daher, Leistungen Ehrenamtlicher aus dem Dunkel ins Scheinwerferlicht auf die Bühne zu heben: „Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer funktionierenden Gesellschaft.“ 

Die Bedeutung dieses Satzes wird am Beispiel der Ereignisse des vergangenen Jahres deutlich: Während der Flüchtlingskrise wäre dem Staat ohne das Ehrenamt wohl ein Teil seiner Handlungsfähigkeit abhandengekommen. Ehrenamtliche in zahllosen Helferkreisen, in Wohlfahrtsverbänden und bei der Freiwilligen Feuerwehr bewältigten den Ansturm der Menschen und begründeten auf diese Weise die seinerzeit weltweit gepriesene Willkommenskultur. 

Ein Großteil der von Bürgermeister Böck und seinem persönlichen Referenten, Thomas Stockerl, ausgezeichneten Menschen ist im sozialen Sektor tätig, bei der Nachbarschaftshilfe, in der Kirche oder als Lebensretter für das Rote Kreuz. „Auch die Kultur und der Sport bauen aufs Ehrenamt“, sagte Böck. „Gerade diese Vielfalt spricht für sich.“ Vermutlich gibt es tatsächlich kaum einen Unterschleißheimer, der nicht in irgendeiner Form von bürgerschaftlichem Engagement profitiert. 

Der Profit, den Ehrenamtliche abschöpfen, ist ideeller Natur. „Sie leben von dem Wissen, etwas Gutes zu tun, von der Dankbarkeit der Menschen und nicht von 5,5 Millionen Euro.“ Die letzte Bemerkung Böcks galt dem obersten aller Ehrenamtlichen, dem "Kaiser" persönlich. Offiziell selbstlos hatte Franz Beckenbauer die Fußballweltmeisterschaft 2006 eingefädelt, die WM nach Deutschland geholt. Doch heute gibt es Vermutungen, ganz so selbstlos könnte das nicht gewesen sein. Angeblich soll Beckenbauer Geld für seine Tätigkeit bekommen haben.

 „Genießen Sie den Abend. Er gehört Ihnen“, rief Böck den Gästen zu. Sein Referent fügte an: „Gut, dass es Sie alle gibt.“ Auch Stockerl hatte einen Cicero parat, der nicht weniger gut gepasst hat, als das Zitat, das Böck sich entlieh: „Der Lohn der Tugend liegt im Bewusstsein der guten Tat.“

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