Ehrengast mit Moderator: Die Stadtkapelle Unterschleißheim bildet einen gelungenen Kontrast zur Musik von „Ruhestö(h)rung“ und „Phondue“. Benjamin Straßer führt durch den Abend, er ist bekannt für seine unterhaltsamen Ansagen. 
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Ehrengast mit Moderator: Die Stadtkapelle Unterschleißheim bildet einen gelungenen Kontrast zur Musik von „Ruhestö(h)rung“ und „Phondue“. Benjamin Straßer führt durch den Abend, er ist bekannt für seine unterhaltsamen Ansagen. 

Im Bürgerhaus

Ein großes Herz für Musik und Mitmenschlichkeit

  • vonAndreas Sachse
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Musik von Rock bis Blasmusik und gute Unterhaltung dank eines gewitzten Moderators: Der Verein „Lichtblicke“ sammelt Spenden mit einem gelungenen Benefizkonzert.

Unterschleißheim – Mit Musik Gutes tun: Dieser Traum stand am Beginn einer wunderbaren Geschichte über „Lichtblicke“. Seitdem hat der aus zwei Schülerbands gegründete Verein in Benefizkonzerten 150 000 Euro für Projekte in Unterschleißheim und dem Rest der Welt gesammelt.

„Phondue“ und „Ruhestö(h)rung“ heißen die Bands, deren Musiker vor 16 Jahren plötzlich ohne Bühne dastanden. „Ruhestö(h)rung“ hatte sich als Schulband der Realschule etabliert und auf einmal war damit Schluss. Im Jahr 2001 schloss das Gros der Musiker die Schullaufbahn ab, „Ruhestö(h)rung“ schien Vergangenheit. Das wollte aber keiner. Es bedurfte dann eines Auslösers, um den Stein ins Rollen zu bringen, wie Benjamin Straßer, inzwischen 35 und Sozialpädagoge, die Anfänge von „Lichtblicke – Hoffnung für Menschen in Not“ beschreibt: „Da waren die Bilder von verwundeten Menschen, von zerfetzten Körpern, von Kindern, die man sah, wenn man den Fernseher einschaltete.“ Bilder der US-Intervention im Irak.

Gemeinsam mit Michael Kavelar, zwei Jahrgangsstufen über ihm und wie er selbst Mitglied bei „Ruhestö(h)rung“, entwickelte Straßer die Idee eines Benefizkonzerts zugunsten der hilflosen Kinder von Afghanistan. „Niemand hätte daran gedacht, dass daraus eine 16 Jahre anhaltende Erfolgsgeschichte werden könnte.“

Schon das erste Konzert in der Kirche St. Ulrich infizierte die Musiker mit dem Virus, der zwei Jahre darauf zur Gründung von „Lichtblicke“ führte. Kavelar spielte damals auch bei „Phondue“ mit. Über den mittlerweile 38-jährigen Musiklehrer an der Realschule fanden die Musiker beider Bands zusammen. Die Benefizkonzerte liefen seinerzeit noch über das Unterschleißheimer Jugendparlament, dessen Vorsitzender Straßer war. „Eine Win-Win-Situation“, erinnert er sich: „Das Jugendparlament hatte ein tolles Projekt, wir Musiker einen Veranstalter.“ Inzwischen organisiert die Konzerte das Forum, das Kulturamt der Stadt.

Außer „Phondue“ und „Ruhestö(h)rung“ ist stets ein Ehrengast dabei. Diesmal war das die Stadtkapelle. Längst hat sich herum gesprochen, dass Straßer als Entertainer mit den Großen der Branche mithalten kann. Informationen über den Verbleib der Spenden vermittelt der stellvertretende Vorsitzende von „Lichtblicke“ in einem ziemlich spritzigen, unterhaltsamen Auftritt. Einnahmen und Spenden gehen zu 100 Prozent an Hilfsprojekte.

Eine tolle Geschichte in der Geschichte sind die fünf Front-Leute des Vereins selbst. Mit der Vorsitzenden, einer 34-jährigen Betriebswirtin, drückte Benjamin Straßer die Schulbank. Inzwischen gehen Susanne und Benjamin gemeinsam durchs Leben. Dann sind da noch die Wollmann-Schwestern, Nadine (35) und Stefanie (36), Schriftführerin und Kassiererin des Vereins. Michael Kavelar hat die Ältere der beiden zur Frau genommen. Auch Nadine ist mittlerweile verheiratet. Ihr Ehemann, Christian Schütz (35), spielt Saxophon bei der Band „Ruhestö(h)rung“.

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