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Das persönliche Engagement nicht aufgeben – das machen sich Ludwig Pettinger (l.), Brigitte Huber und Bernd Knatz (r.) seit 20 Jahren zur Maxime. Sie setzen sich ein als Stadträte, früher als Gemeinderäte. Und erhalten von Bürgermeister Christoph Böck für ihren Einsatz eine Goldmünze mit Siegesgöttin. 

Ein Schatten über den Erfolgen

Für die Stadt Unterschleißheim geht ein gutes Jahr zu Ende. Doch Terroranschläge wie der in Berlin dämpfen die Freude über wirtschaftliche Erfolge.

Von Andreas Sachse

Unterschleißheim– Ein erfolgreiches Jahr geht in Unterschleißheim dem Ende zu. Doch trotz der Erfolge, dass BMW sein Forschungs- und Entwicklungszentrum für autonomes Fahren hier bauen wird, und es mit „Crew Republic“ eine kleine Brauerei gibt, die sogar Ministerin Ilse Aigner besucht: Über allem liegen die dunklen Bilder des Terrors, der in diesem Jahr das Land, ja die Welt beherrscht. Zuletzt jene aus Berlin. Und so war auch die Jahresabschluss-Sitzung des Unterschleißheimer Stadtrats nur wenige Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt weniger fröhlich als geplant.

Bürgermeister Christoph Böck (SPD) war, nach eigenen Worten, noch bis zum Abend des 19. Dezembers davon ausgegangen, den Stadträten eine wunderbare Abschlussfeier bieten zu können. Doch daraus wurde nicht wirklich etwas: Denn an diesem Montagabend, ausgerechnet an dem Tag, an dem morgens BMW seine Entscheidung für die Stadt bekannt gegeben hatte, starben in Berlin zwölf Menschen. Getötet bei einem terroristischen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. „Am Vormittag erreichte mich die Nachricht von BMW. Großartig“, sagte Böck in seiner Rede bei der Jahresabschlussfeier. Nachmittags sei dann Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in die Stadt geeilt, um die junge Brauerei „Crew Republic“ auszuzeichnen. Die Erfolge des abgelaufenen Jahres im Kopf – von Neubauten an Realschule und Gymnasium über „Nokia“ und „Alphabet“ als Nachmieter von „Microsoft“ bis hin zu kulturellen Höhepunkten, den Jubiläen der Würmbachtaler wie der Lions und dem Ständchen für den 30 000-sten Unterschleißheimer – habe er sich dann daran gemacht, seine Jahresabschlussrede zu Papier zu bringen.

„Es war ein besonders schöner und erfolgreicher Tag, bis ich abends gegen 21 Uhr die Nachrichten hörte.“ Mit Entsetzen habe er an den eigenen Weihnachtsmarkt denken müssen, der am Vortag friedlich zu Ende gegangen war. „Es fällt einem nicht leicht, angesichts der schrecklichen Ereignisse, in Weihnachtsstimmung zu kommen“, sagte Böck.

Dennoch gelte es, die Leistungen derer zu würdigen, die für ein erfolgreiches Jahr verantwortlich zeichnen: Er dankte Vereinen und Institutionen, den unzähligen Ehrenamtlichen, die nicht müde sind, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Dankte seiner Verwaltung und den Stadträten, auf die auch im kommenden Jahr jede Menge Arbeit warte: Flüchtlinge würden weiterhin Hilfe benötigen. Neue Unterkünfte müssten her für die vorübergehend auf dem Business Campus aufgestellten Container. Dann der Aus- beziehungsweise Neubau der Michael-Ende-Schule, auf den Böck so nachhaltig drängt. Mehr Plätze in der Kinderbetreuung, mehr Wohnungen. Das Thermalwasserbecken am AquariUSH, die neue Umkleide im Hallenbad. Vieles ist anzugehen im neuen Jahr.

Böck bedankte sich für die Geduld, die Ehepartner und Lebensgefährten vielfach hätten aufbringen müssen, wenn im Stadtrat Überstunden angesagt waren: „Denn auch sie müssen verzichten.“

Und der Bürgermeister nutzte den Abend auch, um offiziell den Stadtrat und Parteifreund Ernst Greb (SPD) aus seinem Amt zu verabschieden. Nach sechs Jahren in der SPD-Fraktion, zieht es den Genossen „Ruhrpottler“ ins Allgäu. Als Dankeschön überreichte Böck ihm das Stadtwappen und eine schmucke Armbanduhr.

Für 20 Jahre im Gremium, zunächst als Gemeinde-, später als Stadtrat, ehrte er Ludwig Pettinger (CSU). Der Sohn eines ehemaligen Gemeinderats führt die Familientradition in den Ausschüssen „Umwelt und Verkehr“ und „Grundstück und Bauen“ fort, hält die „Fahne der Landwirtschaft in Unterschleißheim weiter hoch“. Ludwig Pettinger ist fest verwurzelt im örtlichen Vereinswesen. Traditionen sind ihm wichtig.

Einer, der sich selbst immer treu geblieben ist, ist Bernd Knatz (ÖDP). Sein Thema seit 20 Jahren im Gremium ist der Klimaschutz. Steckenpferd des Ökodemokraten, den sie auch den „Radlpapst“ nennen, ist der Verkehr. Seinen Überzeugungen treu, ließ Knatz sich nicht einmal von der Entfernung zur ungarischen Partnerstadt Zengöalja schrecken. Tapfer strampelte er den motorisierten Stadtratskollegen hinterher.

Brigitte Huber (Grüne), ebenfalls seit 20 Jahren im Amt, vertritt seit zwei Jahren die Stadt als Dritte Bürgermeisterin. Neben den klassischen Grünen-Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz engagiert sich die Sozialpädagogin für die Schwachen und Benachteiligten der Gesellschaft: Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge, Behinderte und Geringverdiener. Menschen, die Unterstützung brauchen. Allen drei Stadträten überreiche Böck eine Goldmünze mit Siegesgöttin.

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