Die Baustelle für den Büropark Koryfeum an der Landshuter Straße in Unterschleißheim.
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An der südlichen Landshuter Straße entsteht das Gewerbegebiet Koryfeum

Jetzt muss eine schnelle Lösung her

Schwachstellen in der Koryfeum-Zufahrt: Radweg würde Spielplatz und Lärmschutzwand durchschneiden

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Bei der Planung der Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet Koryfeum in Unterschleißheim soll es schleunigst voran gehen. Allerdings sahen jetzt mehrere Stadträte im Umwelt- und Verkehrsausschuss doch gravierende Schwachstellen.

Unterschleißheim – Gerade ist die Kreuzung Landshuter Straße / Münchner Straße erneuert, da soll es ein Stückchen südlicher mit den Bauarbeiten weitergehen. Für das entstehende Gewerbegebiet Koryfeum an der südlichen Landshuter Straße hat die Stadt gemeinsam mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Die Stadt stellt die Zufahrt zum Koryfeum her, die Freo Group erstattet ihr die Projektkosten, die bei rund 1,2 Millionen Euro liegen.

Sorge um spielende Kinder

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss hat die Planung im Januar gebilligt, seither treibt die Stadtverwaltung das Projekt voran und stimmt es mit Fachplanern ab, denn im Frühjahr soll gebaut werden. Allerdings sahen jetzt mehrere Stadträte im Umwelt- und Verkehrsausschuss doch gravierende Schwachstellen, vor allem weil der Siemensspielplatz an der Alten Hauptstraße von einem neuen Geh- und Radweg durchschnitten und der Lärmschutzwall geöffnet wird. „Die Aufenthaltsqualität auf dem Wasserspielplatz leidet, wenn die Berufsradler, die zum Koryfeum oder Business Campus wollen, an der Kleinkindschaukel vorbeifahren“, kritisierte Birte Bode (SPD), Kinder könnten außerdem durch das Tor im Lärmschutzwall zur befahrenen Landshuter Straße davonlaufen, „Berufsradler, die meistens schnell unterwegs sind, treffen auf spielende Kinder.“

So würde die neue Zufahrt zum Koryfeum aussehen: Allerdings würde der der neue Geh- und Radweg (lila), den Spielplatz und die Lärmschutzwand (grün und blau) durchschneiden.

Kritikpunkte nochmals prüfen lassen

Die Verwaltung stimmt diesem Einwand zu, „der Spielplatz wird massiv beeinträchtigt“. Zwar hätten sich die Fachplaner intensiv Gedanken gemacht,„aber es wurde uns gesagt, es gibt keine andere Lösung.“ Dass Büsche gerodet wurden, damit die Landshuter Straße verbreitert werden kann, sei schon schwer vermittelbar, sagte Zweiter Bürgermeister Tino Schlagintweit (Grüne), „dass jetzt auch noch der Spielplatz zerschnitten wird, ist nicht vermittelbar.“ Thomas Breitenstein (SPD) schlug vor: „Wir sollten uns eine Denkpause geben, bevor wir eine Situation schaffen, mit der wir 30 Jahre leben müssen.“ Bürgermeister Christoph Böck (SPD) will die Kritikpunkte nochmals prüfen lassen, „wir haben noch zwei Stadtratssitzungen“. Der Tagesordnungspunkt wurde zurückgestellt.

Bagger sollen im April anrollen

Um die Planung zu optimieren, ist in den nächsten Wochen Eile geboten. Im Januar soll die Ausschreibung beginnen und spätestens im April der Bagger anrollen. Die südliche Landshuter Straße muss im Einfahrtsbereich zum Gewerbepark verbreitert werden, damit in beiden Fahrtrichtungen Platz für eine Abbiegespur zum Koryfeum entsteht. Deswegen muss der Lärmschutzwall um 4,50 Meter nach Osten verlegt werden in Richtung der Alten Hauptstraße.

Begrünte Lärmschutzwand

Zudem wird der Wall geöffnet und ein Lärmschutztor eingefügt, damit Fußgänger und Radfahrer von der Alten Hauptstraße besser zur Landshuter Straße kommen. Die Radfahrer, die in Richtung Oberschleißheim unterwegs sind, werden auf den östlichen Geh- und Radweg geleitet. An der Öffnung des Walls wird eine begrünte Lärmschutzwand verhindern, dass der Lärmpegel hier steigt. Eine drei Meter breite barrierefreie Querungshilfe entsteht in der Mitte der Landshuter Straße. Die neue Kreuzungssituation wird durch eine Ampel geregelt.

Weiterführung des Geh- und Radwegs auf westlicher Seite möglich

Neben der Straßenverbreiterung konnte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Investor eine Weiterführung des Geh- und Radweges auf der westlichen Seite der Landshuter Straße nach Süden vereinbaren. Das Staatliche Bauamt Freising, die Gemeinde Oberschleißheim und die Stadt Unterschleißheim wollen grundsätzlich auch den Geh- und Radweg nach Oberschleißheim ertüchtigen. Allerdings hat dieses Projekt beim Staatlichen Bauamt mittelfristig keine Priorität. Die Kommunen könnten aber in Eigenregie den Weg etwa 470 Meter zwischen Birkhahnstraße und Stadtgrenze bauen.

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