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Fass ohne Boden: Die Stadt steckt immer mehr Geld ins Ballhausforum.

Pfusch am Bau

„Ein einziger Schildbürgerstreich“: Einsturzgefahr bei Feueralarm weil Sprinkleranlage falsch eingebaut wurde

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Seit Jahren rumort es im Ballhausforum. Immer wieder kommen erhebliche Ausführungsfehler zu Tage. Die jüngst aufgetretenen Baumängel an einer Sprinkleranlage sind eigentlich kaum zu glauben, aber leider wahr...

Unterschleißheim – Im Kraftraum samt Nebenraum sind die Sprinklerköpfe falsch eingebaut worden, nämlich nicht in Richtung Raum, sondern in Richtung Stahlbetondecke, so dass bei einer Auslösung der Brandschutzanlage, das Wasser auf der Gipskartondecke verteilt worden wäre, vermutlich wäre die Decke dadurch eingebrochen.

Falsch rum eingebaut. Der Kopf der Sprinkleranlage zeigt zur Decke, statt zum Boden.

Die Sanierung der Veranstaltungs- und Sportarena bezeichnete Bürgermeister Christoph Böck (SPD) im Bauausschuss als „Never-Ending-Story“. Er sprach kopfschüttelnd von einem „Schildbürgerstreich“.

Das Schlamassel geht jetzt also im Untergeschoss des mehrstöckigen Breitensport-Trakts weiter. Die Decke muss geöffnet, die Anlage repariert und die Decke wieder geschlossen werden. Und nicht nur das: Schon im Oktober hatten die Handwerker festgestellt, dass sich im Bereich des Kraftraums Regenwasser am Lichtgraben sammelt, weil die Abdichtung kein Gefälle aufweist. Leider war auch die Fensterfassade nicht dicht, so drang Wasser ins Gebäude. Für Gefälle und Abdichtung ist mittlerweile gesorgt, allerdings hat die Feuchtigkeit den Schwingboden beschädig, der ausgebessert wird. Vorübergehend sind die Geräte für das Krafttraining im zweiten Stockwerk aufgestellt, wie es aus dem Rathaus heißt.

Ballhaus-Forum: 2005 von Generalunternehmer errichtet - Gewährleistung futsch

Die Arena wurde 2005 von einem Generalunternehmer errichtet, die Gewährleistungsfristen sind längst abgelaufen, Haftungsansprüche wurden von einer Fachkanzlei geprüft und ein kleiner Vergleich mit dem Generalunternehmer geschlossen. Den größten Schaden trägt die Stadt, die kaum nachweisen kann, dass Mängel vorsätzlich verursacht wurden.

In den vergangenen zwei Jahren gab es eine böse Überraschung nach der anderen: Das Dach wurde saniert, Schimmelschäden und Brandschutzfehler beseitigt und Lecks an der Lichtkuppel geschlossen. Die Arbeiten im zweiten Obergeschoss sind nun seit Dezember abgeschlossen. Die Büro- und Seminarräume wurden den Nutzern übergeben, die Gymnastikräume sind voraussichtlich Ende Januar betriebsbereit, ebenso wie die Übernachtungsräume in ersten Obergeschoss, in denen nur noch Möbel repariert werden, wie die Stadt mitteilt. Im Frühstücksraum soll noch ein Tresen und eine Küchenzeile montiert werden. Auch die Arbeiten in Umkleiden und Duschen im ersten Stock sind fast abgeschlossen. Die Judohalle und die Kegelbahn im Erdgeschoss sind termingerecht fertig geworden und könnten genutzt werden.

Aufgrund der erneut entdeckten Mängel verschiebt sich das Sanierungsende nochmals. Finanziell wirken sich die erneuten Baumängel mit Mehrkosten von 250.000 Euro aus, die der Stadtrat einstimmig billigte. 3,58 Millionen Euro wurden schon bereitgestellt.

Eigentümerin und Vermieterin der Sport-, Kongress- und Kulturarena, die für 25 Millionen Euro als Private-Public-Partnership-Projekt errichtet wurde, ist die Apollo-Verwaltungsgesellschaft, die Stadt zahlt 1,4 Millionen Miete und ist gleichzeitig Mitgesellschafterin.

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