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In der Flachsröste in Lohhof mussten Zwangsarbeiter schuften.

Fraktions-Austritt der CSU-Rätin vom Tisch

Eklat um NS-Mahnmal: Allwein entschuldigt sich

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Die Kuh ist vom Eis: Stadträtin Lorena Allwein entschuldigt sich für ihre Äußerung zum geplanten NS-Mahnmal in Lohhof. Die CSU ist überzeugt. 

Unterschleißheim – Möglichst schnell möchte die Unterschleißheimer CSU-Stadträtin Lorena C. Allwein die Debatte um ihre Äußerungen zum geplanten NS-Mahnmal beenden. In einer schriftlichen Stellungnahme distanziert sich die 31-Jährige von rechtsextremem Gedankengut und entschuldigt sich. Ihre Stellungnahme im Wortlaut: 

„Da die mit meinen Kollegen von der CSU abgestimmte erste Stellungnahme zu meiner Wortmeldung im Kulturausschuss Fragen offen ließ, möchte ich nunmehr mit eigenen Worten Folgendes in aller Deutlichkeit klarstellen: Im Kulturausschuss am 14. September wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich – wie bisher – dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter/-innen der Flachsröste zustimme, jedoch die Konzeption mit den Stelen ablehne. Das ist mir gründlich misslungen, weil durch meine Wortwahl ganz offenbar der Eindruck entstanden ist, ich würde die Erinnerungskultur zu den Verbrechen der Nazis ablehnen, was nicht der Fall ist. Diesen Fehler bedaure ich, und dafür entschuldige ich mich. Ich distanziere mich auch ausdrücklich von jedem rechtsextremen Gedankengut und jeder Verharmlosung oder gar Leugnung von Nazi-Gräueltaten. Für die Solidarität meiner Kreistagsfraktion, die mich kennt, die das Thema unaufgeregt diskutiert hat und die sich in der Kreistagssitzung an meine Seite gestellt hat, bedanke ich mich sehr; der CSU-Stadtratsfraktion und insbesondere dem CSU-Ortsvorsitzenden Stefan Krimmer danke ich für ihr Verständnis.“

Für Empörung hatten Allweins Äußerungen im Kulturausschuss zum Konzept für das Mahnmal gesorgt. Den Weg der Erinnerung mit Stelen hatte sie für übertrieben gehalten. „Was mir too much ist, ist der Leidensweg, auf dem Einzelschicksale gehypt werden sollen.“ Zwar hatte sie im Nachgang der Sitzung ihre Aussagen relativiert. Dennoch häufte sich in der Folge Kritik aus den Reihen der SPD und Grünen.

Rückendeckung bekommt sie von der Unterschleißheimer CSU-Fraktion. Sie begrüßt in einer schriftlichen Stellungnahme, dass sich Allwein „von ihren missverständlichen Äußerungen distanziert hat“. Für die gesamte Fraktion gebe es keinen Zweifel „an der menschenverachtenden Vorgehensweise und der barbarischen Einzigartigkeit der unmenschlichen Zwangsarbeit des NS-Regimes“. Allwein habe in der Fraktionssitzung am Montag „glaubhaft dargelegt, dass sie ihre Wortwahl für einen Fehler hält. Für die Fraktion bestehen keine Zweifel an der demokratischen Gesinnung von Lorena Allwein“. Die CSU habe sich darum gegen zwei Stimmen für einen Verbleib der Stadträtin in der Fraktion ausgesprochen.   

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