+
Die drei von „Ridetronic : (v.l.) Thomas Janowski (37), Maximilian Gassner (28) und Paul Klarhöfer (27) von Ridetronic haben es mit ihrem neuartigen Antriebssystem für Elektrofahrräder bis ins Finale der Stefan-Raab-Show „Das Ding des Jahres“ geschafft. 

Das Ding des Jahres

Mit dem Radl ins Finale von Stefan Raabs TV-Show

  • schließen

Seit Samstagabend steht das Handy von Maximilian Gassner (28) nicht mehr still. Der Grund: Der Unterschleißheimer war in der Erfindershow von Stefan Raab zu Gast. Mit seinem neuen E-Bike-Motor steht sein Startup im Finale.

Unterschleißheim – Am lautesten jaulte der Schweinehund von Thomas Janowski, wenn er am Abend zuvor beim Fußball gewesen war. Denn so sehr er sich auch vorgenommen hatte, am nächsten Morgen mit dem Rad zur Arbeit nach Garching zu fahren: „Ich bin dann meistens doch ins Auto gestiegen, weil mir das zu viel geworden wäre.“ Diese Entscheidung bereute der Münchner spätestens auf der Heimfahrt, wenn er so zuverlässig im Stau stand wie der FC Bayern in der nahen Allianz Arena Sieg um Sieg einfährt. „Ich habe für die sechzehn Kilometer nach Hause oft fünfzig Minuten und länger gebraucht“, erzählt der 37-Jährige. „Da wäre ich mit dem Rad deutlich schneller gewesen.“

Die Idee entstand bei der Autofahrt durch den Stau nach Garching

Während Janowski also auf der A 9 oder der früheren B 11 entlangkroch und sein genervtes Gesicht im Rückspiegel sah, kam ihm ein Gedanke: Eigentlich wäre für seine Zwecke ein Elektrofahrrad ideal. Eines, das ihn nach Garching bringt, wenn ihm morgens die Lust oder die Kraft fehlt. Aber auch eines, dessen Motor man abschalten kann, um sich nach der Arbeit auf dem Heimweg „auszupowern“, wie es Janowski nennt. Allein zwei Haken gab es an der Sache. Erstens sind viele E-Bikes so schwer, dass man sie kaum als normales Fahrrad nutzen kann. Und zweitens: „Fast alle E-Bikes sehen mit diesen klobigen Akkus einfach schrecklich aus“, sagt Janowski.

Gründungsgeschichte mit Potential zum Mythos

Es ist dies die Gründungsgeschichte, die ein jedes Startup braucht – und die idealerweise dereinst zum Gründungsmythos wird. In Janowskis Fall entwickelte der passionierte Bastler mit seinem Arbeitskollegen, dem Hallbergmooser Paul Klarhöfer (27), die Idee, den Elektromotor in der Nabe des Hinterrads und den Akku in der Nabe des Vorderrads zu verstecken. Das spart nicht nur Gewicht, sondern so bleibt auch das klassische Fahrraddesign unangetastet. Vor gut einem Jahr stieß dann noch Maximilian Gassner hinzu. Er hatte gerade sein BWL-Studium abgeschlossen und brachte die nötige Wirtschaftsexpertise mit ins Team. Inzwischen haben die drei die Firma Ridetronic gegründet, ein einjähriges Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums eingeheimst und: Sie stehen im Finale von Stefan Raabs TV-Show „Das Ding des Jahres“.

Große Stefan-Raab-Fans

„Paul und ich sind große Stefan-Raab-Fans“, erzählt Maximilian Gassner, der aus Unterschleißheim stammt, dort Abitur gemacht hat und seit Kurzem in München wohnt. Als sie von seiner neuen Show gelesen hatten, hätten sie sofort gedacht: „Das wäre doch was für uns.“ Und nach der erfolgreichen Bewerbung hat sich das Ridetronic-Trio nun in der ersten Runde durchgesetzt: In der Sendung, die am Samstag ausgestrahlt wurde, schafften die drei den Sprung ins Finale, das am 10. März als Liveshow in Köln stattfindet. Dort winkt dem Sieger dann ein Werbedeal mit der ProSiebenSat.1-Gruppe über 2,5 Millionen Euro.

Ridetronic muss bekannter werden

Der wiederum würde Ridetronic zu mehr Bekanntheit verhelfen – und genau das brauche man in den kommenden Monaten, sagt Maximilian Gassner. Denn neben ihrem neuartigen Antriebssystem, mit dem sich normale Fahrräder zu E-Bikes aufrüsten lassen und auf dem der Fokus in der TV-Show lag, wollen die drei Bastler im Herbst ihr eigenes E-Bike auf den Markt bringen. Das sei „stylish und minimalistisch“, so Gassner, und wiege bloß 13 Kilo. Der Motor werde via Handy gesteuert, und der Akku habe eine Reichweite von rund 60 Kilometern. Der Preis: 3000 Euro.

„Für uns geht es jetzt erst mal darum, eine Marke aufzubauen und Reichweite zu gewinnen“, sagt der Unterschleißheimer. „Und die Fernsehshow ist eine tolle Chance, den Namen Ridetronic bekannter zu machen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zehn Jahre Kandl-Gaudi: Das Gießkannen-Prinzip
Menschen die aus Gießkannen trinken? Wo gibt’s den so was? Die Antwort ist einfach: Auf der Kandl-Gaudi in Schäftlarn. Vor zehn Jahren wurde die erste Party im …
Zehn Jahre Kandl-Gaudi: Das Gießkannen-Prinzip
Diese Straßlacherin zeigt, wie man ein Traditionsunternehmen in die Zukunft führt
Im Jahr 2009 hat Bärbel Grünberger die Firma ihres Vaters übernommen, einen Großhandel für Wohnaccessoires und Kleinmöbel. Erst dachte sie, sie kann das Geschäft einfach …
Diese Straßlacherin zeigt, wie man ein Traditionsunternehmen in die Zukunft führt
Vor Wohnmobil in Hohenbrunn: Spaziergänger bemerkt Verwesungsgeruch - Polizei macht Schock-Fund
Der Geruch kam einem Spaziergänger in Hohenbrunn komisch vor, also alarmierte er die Polizei. Die Beamten machten vor einem Wohnmobil in der Eduard-Buchner-Straße …
Vor Wohnmobil in Hohenbrunn: Spaziergänger bemerkt Verwesungsgeruch - Polizei macht Schock-Fund
ÖDP-Kandidat Willi Streit: „Die CSU vergiftet uns“
Willi Streit aus Straßlach tritt für die ÖDP im Stimmkreis München Land Süd zur Landtagswahl an. Gewinnen wolle er gar nicht, sagt er. Wichtig sei ihm, dass die CSU …
ÖDP-Kandidat Willi Streit: „Die CSU vergiftet uns“

Kommentare