Das Esso-Gelände an der Bezirksstraße in Unterschleißheim.
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Es war einmal: Das Esso-Gelände an der Bezirksstraße in Unterschleißheim. Das Foto ist ein paar Jahre alt, die Tankstelle steht nicht mehr. (Archivfoto)

Pläne für brachliegendes Grundstück an der Bezirksstraße – Weltladen ist wohl vom Tisch

Esso-Gelände: Supermarkt hat Priorität

  • vonAndreas Sachse
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Eines steht fest: Auf das brachliegende Esso-Gelände an der Unterschleißheimer Bezirksstraße kommt ein Supermarkt. Der Weltladen ist wohl vom Tisch.

Unterschleißheim – Auf dem Esso-Gelände an der Bezirksstraße plant die Stadt Unterschleißheim mittlerweile fest mit einem Lebensmittel-Einkaufsmarkt. Platz wäre außerdem wohl noch für einen Seniorenstützpunkt. Für das ebenfalls gewünschte Café wird es bereits eng. Der Weltladen ist vom Tisch.

Mit dem mehrheitlich gefassten Beschluss des Hauptausschusses folgten die Fraktionen am Mittwoch dem Drängen des Rathauses, sich auf eine Auswahl künftiger Pächter zu verständigen. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) setzte sich mit seinem Favoriten durch: Die größten Effekte „zum Erhalt der Bezirksstraße als wichtige Einkaufsstraße“ erwartet er vom Einzelhandel. Wobei die Stadt als Eigentümerin des Geländes ein Lebensmittelgeschäft den Vorrang geben würde. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat.

Drogeriemarkt war auch eine Option

Ein Handelsberater hatte auch einem Drogeriemarkt à la „Rossmann“ halbwegs gute Aussichten bescheinigt – sogar mit Vorteilen gegenüber einem Supermarkt. Davon ist man inzwischen aber abgekommen. In Abwägung der Vor- und Nachteile sieht Böck einen Pächter aus der Lebensmittel-Branche an erster Stelle der Prioritätenliste.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Planungen würde das Lebensmittelgeschäft mit 940 Quadratmetern den Löwenanteil der Flächen belegen. Viel mehr ist nicht drin, weil das Gros der Fraktionen ungern auf den ebenfalls geplanten Seniorenstützpunkt verzichten würde. Im ersten Stock des Neubaus plant die Stadt seit der Sozialausschuss-Sitzung im Oktober mit rund 20 Seniorenwohnungen. Als Ort der Begegnung böte der Seniorenstift im Erdgeschoss den Bewohnern eine willkommene Möglichkeit, am sozialen Leben weiterhin teilzuhaben, sagte Annegret Harms (SPD).

„Sie wissen, wie kritisch die in ihren Ansprüchen sind.“

Die Stadt war am Jahresanfang in Bedrängnis geraten, als nur eines von 28 befragten Einzelhandelsunternehmen Interesse bekundete. 940 Quadratmeter scheinen einem Lebensmittelhändler an dem auch von Böck als zweitklassig beschriebenen Standort angesichts der nahen Konkurrenz ungenügend.

CSU-Sprecher Stefan Krimmer hätte den Bürgermeister daher gern dazu bewogen, dem Einzelhandel noch weiter entgegen zu kommen. „Sie wissen, wie kritisch die in ihren Ansprüchen sind.“ Café, Seniorenstützpunkt – alles toll und wünschenswert, meinte Krimmer. Die Flächen sollten aber mit Bedacht vergeben werden. Auf Rang eins der Prioritätenliste verortet Krimmer daher den Einzelhandel, „einen Frequenzbringer“. Ohne Seniorenstützpunkt könne man den Standort mit 1000 Quadratmetern und mehr bewerben.

Endgültig gescheitert ist seit Mittwoch wohl der von FB unterstützte Vorschlag der Grünen, sich schwerpunktartig auf einen Weltladen festzulegen. Die Ränge eins und vier der vom Hauptausschuss beschlossenen Prioritätenliste tauschen die Plätze. Jürgen Radtke (Grüne) traut einem Weltladen ohne Weiteres zu, den Standort als „Frequenzbringer“ zu bereichern. Auf Rang zwei der Liste setzen auch die Grünen einen Seniorenstift. Der Einzelhandel möge sich flächenmäßig anpassen. Heidi Kurz (FB) würde für einen Weltladen auf ein Café verzichten. Als bedauerlich hingegen empfinde sie, „dass in der Fairtrade-Stadt Unterschleißheim ausgerechnet der Weltladen unter den Tisch fällt“.

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