Die Spielzeit hat in der Reihe Podium junger Künstler mit dem Konzert von Pianist Yuuki Oba begonnen. Der Saal ist mit 120 Plätzen bestuhlt. Ab Dezember werden es 200 bis 250 Stühle.
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Die Spielzeit hat in der Reihe Podium junger Künstler mit dem Konzert von Pianist Yuuki Oba begonnen. Der Saal ist mit 120 Plätzen bestuhlt. Ab Dezember werden es 200 bis 250 Stühle.

„Die Leute wünschen noch den Abstand“

Vorsichtig zu volleren Sälen: Forum Unterschleißheim lässt ab Dezember mehr Zuschauer zu

  • Charlotte Borst
    VonCharlotte Borst
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Das Forum Unterschleißheim will im Dezember die Kapazitäten bei Veranstaltungen erhöhen auf 200 bis 250 Besucher. Einige Stadträte wünschen sich dagegen eine noch höhere Auslastung.

Unterschleißheim – Das Forum Unterschleißheim bleibt wegen der ständig wechselnden Regeln in der Pandemie abwartend und plant sein Programm weiterhin quartalsweise, um auf etwaige Veränderungen reagieren zu können. Der Kulturausschuss diskutierte, wie schnell in Unterschleißheim der Weg zu Normalität und vollen Sälen beschritten werden soll.

Aktuell läuft die Spielzeit für September, Oktober, November, derzeit wird der Saal im Bürgerhaus noch sehr verknappt mit 120 Plätzen und 1,5 Meter Abstand bestuhlt. Ab Dezember will man mutiger werden und 200 bis 250 Besucher zulassen. Dann wird von Dezember bis Ende Februar ein modifiziertes „3G+“-Konzept eingeführt: Zutritt haben Geimpfte, Genesene und Getestete (mit negativem PCR Test). Die Zuschauer gehen mit Maske an ihren Platz und dürfen dort die Maske absetzen. Der Abstand zwischen den Stühlen ist nicht mehr 1,5 Meter, sondern etwas enger. Die Zuschauer sitzen aber auch nicht so dicht wie vor der Pandemie, als die gesamte Kapazität des Saals genutzt wurde. „Der ein oder andere Besucher wird sich bei einer verknappten Bestuhlung mit Abstand und ohne Maske vielleicht wohler fühlen“, plädierte Kulturamtsleiterin Daniela Benker für ein modifiziertes „3G+“.

Mehr Zuschauer? „Die Leute haben Angst vor dem Risiko“

Hier geht Unterschleißheim einen anderen Weg als die Münchner Häuser, die derzeit mit 3G und Maske ihre gesamte Kapazität in den Verkauf bringen. „Auch wir könnten zur ursprünglichen Zuschauerkapazität zurückkehren“, sagte Benker, „wir sind aber zu dem Schluss gekommen, dass das noch keinen Sinn hat. Die Leute wünschen noch den Abstand und haben Angst vor dem Risiko.“

Doch wenn exklusive, sehr hochpreisige Aufführungen vor 120 Zuschauern stattfinden, würde sich sogleich die Frage nach der Rentabilität von Kultur stellen, führte Benker aus. Theoretisch könnte Unterschleißheim ab sofort „3G+“ einführen und zu den ursprünglichen Zuschauerkapazitäten zurückkehren, doch praktisch sei ein Umschwenken im laufenden Betrieb „ad hoc“ nicht machbar. Die Bestuhlungspläne, die bis Ende November bei München-Ticket hinterlegt sind, sind nicht veränderbar. Man will sich schrittweise den vollen Sälen annähern.

„Warum müssen wir denn päpstlicher sein als der Papst?“

Heidi Kurz (FB) und Manfred Riederle (FDP) wären gerne etwas weiter gegangen. Schließlich kann das Bürgerhaus mit 600 Plätzen, 486 oder 287 Plätzen bestuhlt werden. „Warum müssen wir denn päpstlicher sein als der Papst?“, fragte Riederle, „wir sollten es gut sein lassen.“

Die Vorsicht sei aus der Erfahrung geboren, antwortete Irene Tutschka, Veranstaltungsmanagerin im Forum: „Wir wollen lieber Tickets verkaufen, als Ticketverkäufe zurück abzuwickeln.“ Gegen zwei Stimmen beschloss der Kulturausschuss das modifizierte „3G+“-Konzept.

Zuschauer kommen nur langsam zurück

Das Forum führt übrigens derzeit eine Befragung der Kartenkäufer im Ticket-Shop durch, welche Regelungen die Gäste favorisieren. „80 Prozent unserer Kundschaft spricht sich derzeit für mehr Abstand aus“, sagte Benker.

Beim Kartenverkauf im Ticket-Shop ist augenblicklich noch Zurückhaltung zu spüren: „Bisher ist das Publikum, wie überall, in seinem Kaufverhalten noch etwas zögerlich“, berichtete Daniela Benker. Auch andere Veranstalter würden aktuell mit schwächerer Nachfrage kämpfen. Die Entscheidung für einen Veranstaltungsbesuch werde eher spontan getroffen, daher gebe es mehr Zulauf an der Abendkasse.

Insgesamt kämen die Zuschauer aber so langsam wieder zurück, stellte Benker fest: „Wir sind guter Dinge.“ Gespannt sein darf man auf das neue Design für das Forum Unterschleißheim, das gerade in Arbeit ist, das Kulturamt kündigte es schon einmal als „Meilenstein“ an.

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