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Wagen sich an ein sensibles Thema: Antje Kolbe (Netzwerk), Gabi Wolf (Hospizgruppe), Einsatzleiterin Ursula Kerschbaum-Kettenbach und Stadträtin Annegret Harms (Netzwerk).

Hospizarbeit

Frauennetzwerk Unterschleißheim greift das Tabuthema Sterben auf

Unterschleißheim – Das SPD-Frauennetzwerk will die Hospizgruppe „Wegwarte“ unterstützen. Nach Ansicht der SPD-Frauen Unterschleißheims ist Sterbehilfe in der Stadt noch zu sehr Nischenthema. Den im „Haus der Nachbarschaftshilfe“ ansässigen Ehrenamtlichen soll nach Möglichkeit eine Bürokraft finanziert, die Arbeit der Gruppe bekannt gemacht werden

Annegret Harms (SPD) ist tief beeindruckt. Zum Treffen des Frauennetzwerks im Bürgerhaus-Restaurant „Kouzina“ am Rathausplatz war unlängst „Wegwarte“ zu Gast. Hospiz-Einsatzleiterin Uschi Kerschbaum-Kettenbach berichtete über die ebenso verantwortungsvolle wie seelisch und körperlich anstrengende Arbeit der Hospizbegleiter in Unterschleißheim. „Diese Menschen, die diese schwere Aufgabe erfüllen, müssen wir unterstützen“, resümiert Stadträtin Harms. 

Selbst den Ehemann durch Krebs verloren

Es sind keine leeren Worte, wenn Annegret Harms davon spricht, dass „Hospizbegleitung wahnsinnig entlastet.“ Vor drei Jahren verlor sie ihren Ehemann an den Krebs. „Man weiß viel zu wenig über Hospizarbeit“, sagt Annegret Harms: „Wann kann man die Helfer anfordern? Wo sie erreichen?“

Die Mitstreiterinnen des von Harms und Stadträtin Antje Kolbe, SPD-Gleichstellungsbeauftragte, geführten Frauennetzwerks tragen die Unterstützungspläne mit. Die aus 64 Mitgliedern bestehende „Wegwarte“ hat sich als Regionalgruppe dem Verein „Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung“ (IGSL) angeschlossen. Knapp zehn Hospizhelfer haben im vergangenen Jahr 25 Sterbefälle in Unterschleißheim begleitet. „Mehr ist angesichts der Belastung nicht möglich.“ Die Hospizgruppe sucht nach neuen Mitgliedern. „Sterbebegleitung findet in den Familien statt“, erläutert Harms: „So gut und so schön wie möglich.“

Wichtig ist ihr, zu betonen, dass auch die Angehörigen von der Arbeit der ausgebildeten Hospizbegleiter profitieren. Die Helfer sind für Gespräche offen, wissen, was zu tun ist. „Sehr traurig“ findet Harms, „dass eine so große Stadt wie Unterschleißheim keinen Palliativarzt hat.“ Nach dem Vorbild von Haimhausen wollen die SPD-Frauen in Unterschleißheim ein Netzwerk aufbauen, bestehend aus Ärzten, Apothekern, Homöopathen und Therapeuten. Auf Empfehlung von Harms wird die Fraktion dem Stadtrat demnächst einen Antrag vorlegen, der Hospizgruppe eine 450 Euro-Kraft für Verwaltungsarbeit zu bezahlen. Andreas Sachse

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