Ein Schädling erster Güte ist der Buchsbaumzünsler, der leider kaum natürliche Feinde hat. 
+
Ein Schädling erster Güte ist der Buchsbaumzünsler, der leider kaum natürliche Feinde hat. 

Die Furcht vor dem gefräßigen Buchsbaumzünsler

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Gefräßig, genügend Nahrung und wohl keine natürlichen Feinde: Der Buchsbaumzünsler hat ein prächtiges Dasein.  Sehr zum Ärger der Gärtner.

Unterschleißheim – Ein aus Asien eingeschlepptes Insekt bedroht Gärten und Friedhöfe in Unterschleißheim. Der sogenannte Buchsbaumzünsler könnte der Natur sogar in großem Umfang gefährlich werden. Andernorts hat der „Cydalima perspectalis“ bereits großen Schaden angerichtet. Sein bevorzugtes Revier: Das Gewächs, nach dem er benannt ist. Natürliche Feinde hat der Buchsbaumzünsler in unserer Region offensichtlich nicht.

Der Zünsler wird als Raupe fünf Zentimeter lang, ist gelb- oder dunkelgrün und schwarz und/oder weiß gestreift. Als Falter bringt er es auf eine Flügelspannweite von bis zu 45 Millimetern. Wie der Unterschleißheimer Agenda-Sprecher Martin Birzl sagte, gewöhnen Fressfeinde sich nach und nach an den Geschmack der Raupe. Der Falter bleibt offenbar unbehelligt.

Unterschleißheims Stadträtin Antje Kolbe (SPD) warnte vor nahezu epidemischem Befall. In Burghausen (Landkreis Altötting) treibe das Insekt zur Stunde Hobbygärtner und die Verwaltung der Kommune an den Rand der Verzweiflung. „Einmal befallen, ist der Buchsbaum in zwei Tagen hinüber“, sagte Kolbe. Stadtrat Martin Reichart (FB) sieht den Zünsler wie eine „Schädlings-Wolke über Bayern“ herniederkommen. In Harlaching, sagte er, habe man die Buchsbaumbestände gänzlich aufgegeben.

Im Jahr 2007 wurde der Zünsler zum ersten Mal gesichtet, in der Schweiz. Besonders aggressiv verhält er sich, sobald er von einem Pilz befallen ist. „Cylindrocladium buxicola“ sorgt dafür, dass die Gewächse rettungslos absterben. Der Zünsler frisst seine Leibspeise kahl, erläuterte Agenda-Sprecher Birzl. „Im Idealfall treibt die Pflanze im Frühjahr aber wieder aus.“ Gegen den Pilz sei man dagegen machtlos. Ein Mittel gibt es nicht.

Die Stadt will nun ein Auge auf ihre Buchsbaumbestände haben. Auf Friedhöfen, in öffentlichen Grünanlagen will man Alarm schlagen, sollte der Zünsler sich blicken lassen. Was die Buchsbäume in Privatgärten betrifft, sind der Stadt aber die Hände gebunden. Vize-Bürgermeister Stefan Krimmer (CSU) ruft Grundbesitzer, Gartler und Mieter zur vermehrter Wachsamkeit auf. an

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare