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Noch effizienter soll die Energiezentrale werden.

Teuer wird‘s

Geothermie soll Potenzial voll ausschöpfen: So soll es klappen

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Die Energiezentrale in Unterschleißheim wird aufgerüstet, sodass das volle Potenzial der Geothermie ausgeschöpft werden kann. Die Stadt übernimmt dafür eine millionenschwere Bürgschaft.

Unterschleißheim – Das 80 Grad heiße Grundwasser, tief unter der Stadt, kann noch viel mehr Energie bereitstellen als bisher – und noch viel mehr CO2 vermeiden. Dies Potenzial zum Klimaschutz will die Stadt nutzen.

Der Stadtrat unterstützt die Ausbaupläne der GTU AG (Geothermie Unterschleißheim), die sich auch wirtschaftlich gut entwickelt. In der Energiezentrale wird eine Wärmepumpe installiert, um die Rücklauftemperatur besser auszunutzen.

Geothermie Unterschleißheim: GTU nimmt Darlehnen auf

Die Stadt übernimmt eine Bürgschaft von zehn Millionen Euro, damit die GTU AG in den nächsten zwei Jahren ein KfW-Förderdarlehen und ein Bankdarlehen aufnehmen kann in Höhe von insgesamt 12,5 Millionen Euro.

„Langsam, aber sicher kommen wir an unsere Liefergrenzen“, stellte Thomas Stockerl, der geschäftsführende Vorstand der GTU AG fest. Ein Ausbau sei notwendig, „und es gibt auch Potenzial dafür. Lassen Sie die GTU AG weiter voranschreiten“, appellierte er an den Stadtrat.

Geothermie Unterschleißheim: Rücklauftemperatur soll besser ausgenutzt werden

Der Aufsichtsrat hat Anfang Juni mögliche Maßnahmen für eine Erweiterung diskutiert, mit dem Ergebnis, dass nicht etwa die Bohrung einer zweiten Dublette – wie in Unterföhring oder Grünwald – der nächste Schritt sein soll. „Das ist die teure Lösung“, stellte Stockerl fest. Vielmehr sei eine bessere Ausnutzung der Rücklauftemperatur mithilfe einer Absorptionswärmepumpe „derzeit viel sinnvoller“.

Das rücklaufende Thermalwasser wird mit 59 Grad Celsius die Wärmepumpe erreichen und auf 48 Grad Celsius abgekühlt, bevor es zurück in die Erde gepresst wird.

31 Prozent der Unterschleißheimer Haushalte sind an die Geothermie angeschlossen, derzeit liefert der Bestand 39,39 MW. Der weitere Netzausbau soll das Volumen um 13,8 MW steigern.

Geothermie Unterschleißheim: Dann sollen die Bauarbeiten beginnen

Baubeginn soll im Mai 2020 sein. Nach einjähriger Bauzeit wird die Wärmepumpe voraussichtlich 2021 in Betrieb gehen. Für die Erweiterung der Energiezentrale erwirbt die GTU AG etwa 153 Quadratmeter, direkt vor dem Bestandsgebäude.

Weil die Geothermie AG sehr wirtschaftlich laufe, liege kaum ein Risiko in der kommunalen Bürgschaft, erklärte Stockerl. Seit dem Jahr 2014 schreibt die GTU Gewinne. Die Ertragskraft werde zur Tilgung der Darlehen ausreichen, versicherte Stockerl, zu dieser Beurteilung sei eine Wirtschaftlichkeitsprüfung gekommen. Der Wirtschaftsprüfer sei in seinem Bericht zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erweiterung von Energiezentrale und Wärmenetz wirtschaftlich sei.

Lesen Sie auch: Unterschleißheim baut Netz aus - Zwei Millionen Euro für die Fernwärme

Im Jahr 2019 wird die GTU AG rund 8,4 Millionen Euro in folgenden Bereichen in die Netzerweiterung investieren: Ausbau Gewerbeareale an der Landshuter Straße, Ausbau im Bereich Alexander-Pachmann-Straße, verschiedene Anschlüsse im Bereich Siedlerstraße, Lohwaldstraße, Fritz-Lochmann-Straße, Objekte im Bereich Feldstraße Richtung Südliche Ingolstädter Straße sowie für potenzielle Anschlüsse an der Birkenstraße und im neuen Wohnquartier Business Campus.

icb

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