+
Kaputte Geräte zum Elektroschrott – nicht jeder Kunde hält sich in den Wertstoffhöfen so genau an die Vorschriften und mancher vergreift sich auch im Ton.

Der Ton am Wertstoffhof wird rauer

  • schließen

Immer öfter halten sich die Kunden der Wertstoffhöfe nicht an die Anweisungen der Mitarbeiter und vergreifen sich zudem im Ton. Jetzt steuern die Gemeinden gegen.

Landkreis – Der Sack mit vollen Babywindeln, der inmitten der gelben Säcke für Leichtverpackungen landet, der Bauschutt, der einfach zum Grüngut gekippt wird und am Ende noch eine pampige Bemerkung an den Mitarbeiter, der einen auf sein Fehlverhalten hinweist – keine Einzelfälle auf den Wertstoffhöfen im Landkreis. Und schlimmer noch: In einigen Gemeinden wird der Ton der Kunden immer rauer.

In Oberhaching beschäftigt sich heute Abend der Umwelt- und Verkehrsausschusses des Gemeinderats mit diesem Thema. Dabei geht es um „Maßnahmen zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Betriebs.“ Denn dass es oft nicht mehr ordnungsgemäß läuft, haben die Mitarbeiter des gemeindlichen Wertstoffhofs ihren Vorgesetzten im Rathaus gemeldet. „Es gibt einfach einige Leute, die sich nichts von unseren Mitarbeitern sagen lassen“, sagt Bürgermeister Stefan Schelle (CSU). Da werde nach eigenem Gutdünken der Müll entsorgt und Hinweistafeln oder gar Anweisungen der Mitarbeiter ignoriert, nur um möglichst schnell alles loszuwerden und wieder wegzukommen. „Werden die Leute dann von unseren Mitarbeitern darauf angesprochen, reagieren sie zum Teil unverschämt, wenn nicht sogar beleidigend“, sagt Schelle. Das will die Gemeinde nicht länger einfach hinnehmen. Neben speziellen Schulungen für das Personal, wie man in solchen Situationen am besten reagiert, überlegt die Gemeinde auch, zu Stoßzeiten zusätzliche Mitarbeiter einzusetzen, die „klare Ansagen machen“.

Die Tendenz, dass Bürger am Wertstoffhof zunehmend zur Aggression neigen, zumindest verbal, hat man auch in Unterschleißheim schon festgestellt. „Das Verhalten einiger Leute ist schon mehr als grenzwertig“, sagt Gemeindesprecher Thomas Stockerl. Der Dienstleister, welcher den Wertstoffhof für die Gemeinde betreut, lasse sein Personal immer wieder schulen, um es zu wappnen gegen Beschimpfungen oder Beleidigungen. Zu Handgreiflichkeiten sei es glücklicherweise noch nie gekommen und der Großteil der Menschen, die zum Wertstoffhof kommen, verhalte sich auch korrekt. Doch immer wieder gebe es Einzelne, die sich richtig unverschämt verhielten. „Die machen ihren Kofferraum auf, legen die Gegenstände einfach hin und erwarten, dass die Mitarbeiter sie wegräumen – denn dafür würden sie doch bezahlt“, so Stockerl. Es sei wichtig, da wieder zu einem zivilisierten Umgang miteinander zurückzukommen.

Das ist auch erklärtes Ziel in Grasbrunn. Hier hat man nach einem Vorfall mit einem besonders aggressiven Kunden, welcher im vergangenen August einen Mitarbeiter des Werststoffhofs ins Neukeferloh aufs Übelste beschimpft und einen anderen Kunden verprügelt hatte, die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt. „Auch in Nebenzeiten sind jetzt immer zwei Mitarbeiter vor Ort“, erklärt Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). Natürlich gebe es immer mal wieder Wortgefechte mit uneinsichtigen Kunden. Doch die Mitarbeiter seien geschult, sachlich und ruhig damit umzugehen. Einen so extremen Fall wie im Sommer habe es aber nicht mehr gegeben.

Auch in Garching gibt es laut Gemeinde den einen oder anderen „Ausreißer“, der sich ungebührlich verhalte. Insgesamt aber folgten die Bürger den Anweisungen des Personals. Da der Wertstoffhof ausschließlich Garchinger Bürgern zur Verfügung steht, werden hier alle Einfahrenden kontrolliert und vom Personal eingewiesen und auch ihr Autokennzeichen für die Dauer ihres Aufenthalts am Werststoffhof notiert – das könnte die Bürger zusätzlich zu gutem Verhalten motivieren.

Lesen Sie auch: Das geschah am Grasbrunner Wertstoffhof.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gute Nachricht für Pendler: Baustelle auf der A99 wird abgebaut
Viele Pendler werden sich freuen: Der Ausbau der A99 zwischen dem Autobahnkreuz München-Nord und Aschheim/Ismaning ist fertig. Ab diesem Freitag rollt der Verkehr auf …
Gute Nachricht für Pendler: Baustelle auf der A99 wird abgebaut
Obacht, Reh! Mit diesen Schildern will der Jagdverband Wildunfälle verhindern
44.000 Rehe sterben jährlich auf Bayerns Straßen. Mit einer Plakat-Kampagne will der Jagdverband Wildunfälle verhindern. Der Freistaat steckt viel Geld in das Projekt.
Obacht, Reh! Mit diesen Schildern will der Jagdverband Wildunfälle verhindern
Betrügerin gibt vor, sich für Wohnung zu interessieren -  und beklaut 80-Jährige
Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro sind einer Oberschleißheimerin gestohlen worden. Trickbetrüger hatten sich Zugang zur Wohnung verschafft.
Betrügerin gibt vor, sich für Wohnung zu interessieren -  und beklaut 80-Jährige
Dem Landkreis München geht‘s finanziell prächtig: Fraktionen loben Haushalt
Das gab es auch noch nicht oft: Der Haushalt für 2020 wurde von allen Fraktionen ausgiebig gelobt. Die Umlagekraft ist sogar nochmal gestiegen - innerhalb von zwei …
Dem Landkreis München geht‘s finanziell prächtig: Fraktionen loben Haushalt

Kommentare