Ein Impf-Döschen und eine Spritze
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Sind Impfungen in Arztpraxen bald flächendeckend möglich?

Ärzte prüfen Abläufe

Landkreis: Impf-Pilotprojekt in Praxen startet morgen

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Der Landkreis startet ein Pilotprojekt: Sechs Arztpraxen bieten in den kommenden Tagen Impfungen für ihre Patienten an. Statt ins Impfzentrum in die gewohnte Praxis.

Landkreis – Morgen geht es los – die ersten Impfungen in einer Arztpraxis im Landkreis München finden in Gräfelfing statt. Danach folgen Praxen in Unterschleißheim, Aying, Unterföhring, Unterhaching und Feldkirchen. „Es ist jedoch erst einmal ein Pilotprojekt“, betont Dr. Friedrich Kiener, Leiter des Zentrums für Allgemeinmedizin in Unterschleißheim. „Wir sind noch nicht so weit, dass jetzt jeder bei seinem Hausarzt anruft und einen Termin ausmachen kann.“

33 Patienten beim ersten Impftermin

Kiener ist einer der sechs Ärzte, die in den kommenden Tagen Impfungen in Zusammenarbeit mit den Impfzentren durchführen. Seine Praxis startet am Freitag. 33 Personen werden dieses Mal geimpft. Das Angebot richtet sich an seine Patienten, die zur Prioritätengruppe 1 gehören. „Wir haben die Patienten nach der Sprechstunde gefragt und auch angerufen.“ Die Reaktionen waren positiv. „Viele haben sich gefreut, dass sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können“, sagt Kiener, der auch ärztlicher Leiter des Unterschleißheimer Impfzentrums ist.

„Das kann ich nicht ganz verstehen“

Dr. Friedrich Kiener

Einen großen Mehraufwand sieht Kiener nicht. „Die Impfung ist wie jede andere.“ Nur die Bürokratie frisst Zeit. Bei jedem Impftermin müsse ein Mitarbeiter des Impfzentrums in die Praxis kommen und die Angaben in die Impfstoffsoftware Bayimco eintragen – auch aus Datenschutzgründen. „Das kann ich nicht ganz verstehen“, sagt Kiener. Die Praxismitarbeiter seien ohnehin an die ärztliche Schweigepflicht gebunden. „Wir könnten das auch selbst machen. Vielleicht ändert sich das noch.“

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt im Landkreis München weiter an, auch der Inzidenzwert steigt. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.

Dr. Friedrich Kiener.

Auch das Vakzin für die Praxisimpfung steht schon fest: AstraZeneca. „Der Impfstoff erfüllt voll und ganz seinen Zweck“, sagt Kiener. Seit Kurzem sei dieser für alle Altersgruppen freigegeben.

Zu welchem Zeitpunkt weitere Arztpraxen in den Impfvorgang einbezogen werden, hängt von den Impfstoffkapazitäten ab. „Wir haben immer noch Impfstoffmangel“, sagt Kiener. Er hofft jedoch, dass sich die Mengen bis Mitte April steigern.

kostenlose Schnelltests in Apotheken sind nicht so reibungslos möglich wie erhofft 

Seit Montag bietet Kiener in seiner Praxis auch die kostenlosen Schnelltests an. 15 Minuten dauert die Auswertung. „Bisher ist die Nachfrage überschaubar“, sagt er. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich. Auch Apotheken sollen Gratis-Schnelltests anbieten – theoretisch. „Wir bräuchten einen extra Raum“, sagt Jasna Wuck, Mitarbeiterin der Apotheke am Kirchplatz in Oberhaching. Außerdem fehlen die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Bis diese nicht geklärt sind, bietet die Apotheke vorerst keine kostenlosen Tests an.

Nach mehreren Monaten Lockdown dürfen die Geschäfte im Landkreis seit Montag wieder öffnen – dank eines Inzidenzwerts von unter 50. Der große Ansturm bleibt jedoch aus. Bei vielen Bürgern sorgen die unterschiedlichen Öffnungsschritte für Verwirrung.

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