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Zweiter Platz: Jurorin Sigrid Kloster (l.) überreicht die Auszeichnung an Stefan Schmidt (2.v.l.), Michael Blum, Leiter der Theatergruppe, Samuel Heilein, Thomas Minnich, Stephanie Baunoch und Sylvia Mannenstein.

Inklusionsgruppe gewinnt Theaterpreis

Unterschleißheim - Die Inklusionstheatergruppe des Unterschleißheimer Carl-Orff-Gymnasiums (COG) hat für ihr Theaterstück „Geheimnisse im Kopf“ den zweiten Preis gewonnen beim bundesweiten Theaterwettbewerb „andersartig gedenken“. Zur Theatergruppe gehören, neben den Gymnasiasten, Schüler und Mitarbeiter des Heilpädagogischen Zentrums Augustinum (HPCA).

Das Ensemble gibt es mittlerweile nicht mehr, denn das inklusive Theaterprojekt war lediglich auf ein Schuljahr ausgelegt. Zur Preisverleihung fuhren einige der 27 Theatergruppen-Mitgliedern dennoch gemeinsam. Die Feier fand in Berlin, statt ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft „gedenkort-T4“, die sich für das Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie einsetzt. 

Ganz im Sinne dieser Thematik hatte die Schleißheimer Produktion gestanden, die sich eines persönlichen Schicksals annahm. Basierend auf dem Roman von Elisabeth Zöller, erzählt das Stück die Geschichte des körperlich beeinträchtigten Anton Brocke. Anton wächst unter dem NS-Regime auf und muss vor dem grausamen Euthanasie-Programm der Nazis fliehen. Antons Familie, aus deren Sicht das Stück erzählt wird, versteckt den Buben und schützt ihn so vor der systematischen Bedrohung und dem großen psychischen Druck. 

Die intensive Inszenierung – die Inklusionstheatergruppe spielte teils inmitten des Publikums – überzeugte die Berliner Juroren. Bei 13 Mitbewerbern musste sich „Geheimnisse im Kopf“ nur dem Stück „Käthe – ein Opfer der Euthanasie der NS-Zeit“ geschlagen geben. Michael Blum, Leiter der Theatergruppe, ist daher auch „sehr, sehr stolz“ auf seine Schützlinge. „Uns war es einfach wichtig, ein wirkliches Inklusionsstück auf die Bühne zu bringen. Und obwohl es ein sehr düsteres Thema ist, hatte es doch etwas Berührendes.“ 

Dass „Geheimnisse im Kopf“ ein derartiger Erfolg wird, hatte Blum nicht erwartet. Denn, und das gibt der langjährige Leiter des Unterschleißheimer Schülertheaters gerne zu, zunächst wusste er nicht so recht, welches Stück er mit der damals neu zusammengewürfelten Gruppe überhaupt spielen soll. „Es war durchaus schwierig, ein gemeinsames Thema zu finden“, sagt Blum. Im Laufe der Zeit habe sich dann ein Motiv herauskristallisiert, mit dem sowohl die Schüler als auch die Mitarbeiter des HPCA bereits auf die ein oder andere Weise in Berührung gekommen waren: Mobbing und Ausgrenzung.

 Bei der Suche nach einem Stück stieß Blum schließlich auf den Wettbewerb „andersartig gedenken“. Die Erfolgsgeschichte nahm Fahrt auf – und fand ihren ausgezeichneten Abschluss in Berlin. Dort nahm die Delegation aus Unterschleißheim die Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro entgegen. Mit einem Teil des Geldes finanzierte die Gruppe ihr verlängertes Wochenende in Berlin, der Rest fließt in das Theaterprogramm am Carl-Orff-Gymnasium. Dort leitet Michael Blum in jedem Schuljahr eine Theatergruppe. Eine neue Inklusionstheatergruppe kann sich Blum gut vorstellen: „Der Wille ist auf jeden Fall da.“

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