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Kein schöner Anblick: Im Tierheim in Unterschleißheim müssen die Katzen mit wenig Auslauf zurechtkommen. An die frische Luft kommen sie lediglich in diesem kleinen Gehege, das vollgestopft ist mit Gerümpel und einigen Katzenbäumen. Auch im Tierheim selbst gibt es wenig Auslauf für die Tiere.

Katastrophale Zustände im Tierheim Schleißheim

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Unterschleißheim – Ein Katzenhaus ohne Wärmedämmung, ein einsturzgefährdetes, undichtes Dach im Lagergebäude und eine rund 200 Punkte umfassende Mängelliste des Deutschen Tierschutzbundes: Das Tierheim in Unterschleißheim hat große Probleme. Probleme, von denen die Vorsitzende des Tierschutzverein Schleißheim weiß. Doch Abhilfe kann Christine Förster offensichtlich nicht schaffen. Es fehlt an Geld und an Unterstützung.

Ein Herz für Tiere: die Vorsitzende des Tierschutzvereins Schleißheim, Christine Förster, mit Kater Vito.

Rund 200 Mängel hat der Deutsche Tierschutzbund bei einem stichprobenartigen Besuch im Mai vergangenen Jahres festgestellt. Dabei geht es vor allem um die Organisation des Tierheims und die Unterbringung der Tiere: Futterküche und Empfang sind im gleichen Raum untergebracht, die Katzengehege keine richtigen Zimmer, sondern nur mit einem Drahtzaun voneinander getrennt und in vielen Fällen zu klein. Außerdem gibt es keine Kranken- und Quarantänestation für Katzen und Kleintiere. Dazu kommen diverse marode Gebäude, die auf dem Grundstück Am Weiher verstreut stehen.

Gewundert hat sich Christine Förster über die Liste mit den Kritikpunkten nicht. „Die Umstände sind einfach grauenvoll“, sagt sie. Neben dem Empfang ist mittlerweile auch ein Wellensittich in der Küche untergebracht – aus Platzgründen und weil er natürlich nicht bei den Katzen unterkommen kann. Auch eine richtige Krankenstation fehlt hier. Provisorisch ist im Kleintiercontainer ein Bereich abgetrennt. An Quarantäne ist nicht zu denken.

Gemeinsam mit ihren rund 40 Helfern versorgt Christine Förster etwa 300 Tiere im Jahr. Die Tätigkeit läuft ehrenamtlich, eine Herzensangelegenheit. Stunde um Stunde sammeln die Ehrenamtlichen im Jahr, teilweise kommen sie – nach Aussage von Förster – dafür extra aus Garching oder Freising nach Unterschleißheim. Sie holen Fundtiere ab, bringen sie zum Tierarzt und päppeln sie so lange auf, bis sich Herrchen oder Frauchen melden, oder ein neuer Besitzer gefunden ist. „Den ganzen Tag ist jemand vor Ort, nur nachts sind die Tiere allein. Ich bewundere, was meine Helfer alles mitmachen“, sagt Förster. „Es funktioniert schon irgendwie. Aber schön ist anders.“

Nur einen Bruchteil der Unterstützung der Ehrenamtlichen würde sich Förster auch von dem Eigentümer wünschen, von dem der Verein das Grundstück seit 15 Jahren gepachtet hat. Doch der interessiere sich „weder für sein Grundstück, noch für die Anlage“, sagt Förster. So mag es nicht wundern, dass das Dach des Lagers undicht ist, einige Streben wegfaulen und das Dach nur mit letzter Kraft halten. „Hier darf keiner mehr rein. Es ist zu gefährlich“, sagt Förster. Eine Reparatur des Gebäudes aus den 1950er-Jahren könne sich der Verein nicht leisten, sagt sie. Ebenso wenig wie den Abtransport eines Baumes, der vor Wochen umgekippt ist und nun quer über das Grundstück liegt. „Den können wir neben unseren täglichen Aufgaben nicht auch noch wegmachen“, sagt Förster. Passende Geräte stünden ebenfalls nicht zur Verfügung.

Zumindest finanzielle Unterstützung gibt es von der Stadt Unterschleißheim. Allerdings sei das viel zu wenig, sagt Förster. Zehn Cent zahlt die Stadt pro Einwohner pro Jahr pauschal an den Verein. Macht rund 3000 Euro. Davon müssen die Helfer Benzin, Heizung oder Wasser und Strom einzelner Tiere bezahlen. Da reichen 3000 Euro nicht, die Ausgaben betragen laut Förster ein Vielfaches davon. Genaue Zahlen kann sie nicht nennen. Ein Teil wird zumindest durch Spenden ausgeglichen.

Von den umliegenden Kommunen wisse sie, dass dort mehr gezahlt werde, sagt Förster. Dennoch will sie kein schlechtes Wort über die Stadt verlieren, denn die übernehme neben den Futterkosten auch die Ausgaben für den Besuch beim Tierarzt – zumindest in den ersten 28 Tagen nach der Aufnahme.

In einer Zusammenarbeit mit der Stadt sieht Förster die Chance, das Tierheim zum Guten zu verändern. Deshalb laufen Gespräche über einneues Grundstück. Geeignete Flächen würden im Stadtrat vorgestellt, sagt Steven Ahlrep, Pressesprecher der Stadt.

Sebastian SChuch

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