Schnee-Chaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke

Schnee-Chaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke
+
Bürgermeister Christoph Böck bekommt keinen weiteren Unterstützer im Rathaus.

CSU lehnt Projektkoordinator ab

Keine Entlastung für die Stadtspitze

  • schließen

Keine weitere Unterstützung fürs Rathaus: Die CSU lehnt einen weiteren Projektkoordinator ab, der den Bürgermeister entlastet.

Unterschleißheim – Bürgermeister Christoph Böck (SPD) und sein Referent Thomas Stockerl sind im Hauptausschuss mit dem Antrag auf einen Projektkoordinator gescheitert. Die CSU sieht für die Stelle im gehobenen Dienst, die mit 61 000 Euro im Jahr dotiert wäre, keine Notwendigkeit. Im Rathaus, in dem aktuell 27 Beamte und 145 Angestellte arbeiten, wird es so schnell keine Entlastung an oberster Stelle geben.

Böck hatte sich „einen Vernetzer“ gewünscht. „Die Projekte werden größer, für die vielen Abstimmungen brauche ich Unterstützung.“ Absprachen der Abteilungsleiter müssten protokolliert und nachverfolgt werden. Dabei geht es vor allem um Vorhaben, an denen mehrere Abteilungen beteiligt sind, etwa bei städtischen Bauprojekte in Millionenhöhe. „Andere Gemeinden haben einen geschäftsführenden Beamten. Diese Stelle gibt es bei uns nicht“, sagte der Verwaltungschef.

Die CSU sieht das anders: „Es ist Aufgabe des Bürgermeisters, die Fäden zusammenzuhalten“, sagte Stefan Diehl. „Es ist nicht dienlich, eine weitere Ebene zwischen den Bürgermeister und die Fachgebiete zu schalten.“ Thomas Stockerl erläuterte den Stadträten: „Es soll keine neue Hierarchie-Ebene geschaffen werden.“ Es gehe vielmehr um eine Qualitätssteigerung.

150 bis 200 Beschlüsse werden pro Jahr in den Gremien gefasst. Die müssten vorbereitet und präzise formuliert werden. Der größer werdende Umfang der Projektkoordination könne von Stockerl nicht mehr im vollen Umfang wahrgenommen werden. Das würde dazu führen, dass diese Aufgaben der Bürgermeister schultern müsse. Böck erklärte: „Ich schreibe pro Jahr einen Ordner voll“, nicht immer finde er die Zeit, alle Details zu dokumentieren.

Ein Anliegen, das die CSU strikt ablehnte: Theo Pregler (CSU) erklärte, „ein Protokollführer als neutrale Instanz“ könne all das nicht leisten: „Das ist Führungsaufgabe.“ Während Dritte Bürgermeisterin Brigitte Huber (Grüne) den Antrag unterstützte und auch die SPD dem Posten „hohe Priorität“ beimaß, wie Annegret Harms (SPD) sagte, war Jolanta Wrobel (ÖDP) skeptisch: „Kommunikationsarbeit kann man nicht durch Dritte erledigen.“ Vielmehr sollten sich die Abteilungsleiter treffen und die Probleme lösen.

Stefan Krimmer (CSU) bot sich am Ende einer kontroversen Diskussion schließlich selbst als Helfer an: „Ich vertrete und entlaste Sie gerne“, offerierte er Böck seine persönliche Unterstützung als Zweiter Bürgermeister. Böck erwiderte kurz angebunden: „Mir wäre lieber, Sie stimmten der Stelle zu.“

Dieser Bitte erteilte die CSU eine klare Absage. Gemeinsam mit den beiden Vertretern von FDP und ÖDP lehnte sie die Stelle mit acht zu sechs Stimmen ab. Selbst eine Befristung auf zwei Jahre, die Jolanta Wrobel (ÖDP) mitgetragen hätte, fand in einer zweiten Abstimmung bei einem Patt von sieben zu sieben Stimmen letztlich keine Mehrheit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nackt-Schwitzen tabu: Saunagänger sind sauer
Jeden zweiten Dienstag im Monat heißt es seit Kurzem in der Sauna im Grünwalder Freizeitpark: Brüten ja, aber bitte verhüllt – zumindest rund um die sensiblen …
Nackt-Schwitzen tabu: Saunagänger sind sauer
Unfall im Einsatz: Streifenwagen kollidiert mit Auto
Frontal ist am Freitag ein Streifenwagen der Polizei bei einer Einsatzfahrt in Haar mit einem Auto kollidiert. 
Unfall im Einsatz: Streifenwagen kollidiert mit Auto
Schwerer Schlag: Edeka schließt - Bürgermeister sauer
Schock für die Anwohner: Ein Edeka, der für viele Bürger wichtig war, schließt Ende April. Der Bürgermeister zeigt sich alles andere als erfreut.
Schwerer Schlag: Edeka schließt - Bürgermeister sauer
„Eine Katastrophe! Wie viele müssen noch verletzt werden, bevor sich hier etwas tut?“
Es ist erst wenige Tage her, als es auf der Staatsstraße 2573 zwischen Arget und Lochhofen zu einem schweren Verkehrsunfall kam. Die Kreuzung ist bekannt als …
„Eine Katastrophe! Wie viele müssen noch verletzt werden, bevor sich hier etwas tut?“

Kommentare