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Erst mit Hilfsmitteln üben und dann nach und nach selbst schwimmen: so lernen Kinder heute.

Kinder sollen schwimmen lernen - Eltern auch

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Unterschleißheim - Viele Kinder können heutzutage nicht schwimmen. Das soll anders werden.

Der überwiegende Teil der Grundschüler in Unterschließheim kann mittlerweile schwimmen. Das war nicht immer so. Und daher erweisen sich von der Stadt und den Schulen angebotene Kurse und Schwimmbegleitungen im Unterricht offensichtlich als Problemlöser in womöglich letzter Minute. Seit einem Jahr bezuschusst die Stadt Schwimmkurse für Grundschüler. 

Sogenannte Schwimmbegleiter fördern zudem im Schulschwimmunterricht gezielt Buben und Mädchen, die sich nicht von selbst über Wasser halten können. 

Anlass dieser Maßnahmen war eine auf die Grünen-Fraktion zurückgehende Umfrage an den Grundschulen in Unterschleißheim. Das Ergebnis schockierte die Stadträte. Während Meldungen über ertrunkene Flüchtlinge in Badeseen des Landkreises München die Menschen aufschreckten, stellte sich heraus, dass fast 150 einheimische Kinder nicht schwimmen können. 

Die in der Folge zügig umgesetzten Maßnahmen wertet Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) als einen gemeinsamen Erfolg. Schwimmkurse werden im städtischen Freizeitbad angeboten. Das Sehbehindertenzentrum stellte die eigene Halle zur Verfügung. Darüber hinaus fördert die Stadt Schwimmbegleiter für den Unterricht an Grundschulen. Nichtschwimmer können so gezielt betreut werden. Als Anreiz wird Kindern angeboten, Leistungsabzeichen wie das Seepferdchen zu erwerben. Böck berichtete von „sehr erfolgreichen“ Angeboten. Kinder hätten sich sogar für nachfolgende Kurse vormerken lassen, um ganz sicher schwimmen zu lernen oder um erworbene Fähigkeiten zu verbessern. Besonders nachgefragt in diesem Zusammenhang ist die Intensivschwimmwoche, die der SV Lohhof in den Osterferien anbietet. 

Das Gros der Grundschüler sei inzwischen zwar in der Lage, zu schwimmen. Nach Auskunft des Bürgermeisters gibt es aber weiterhin Kinder, „die erheblichen Förderbedarf haben, was Schwimmtechnik und Sicherheit anbelangt“. Das Rathauses will eigene Bemühungen deshalb forcieren. Dass eine Anfrage beim Staatlichen Schulamt wegen einer Bezuschussung zusätzlichen Schwimmpersonals unbeantwortet blieb, bedauert Böck ausdrücklich. Ob Kinder schwimmen können, hängt in erster Linie von den Eltern ab. 

Wie das Rathaus mitteilte, berichteten vielfach Buben und Mädchen, die das Schwimmen nicht erlernten, dass ihre Eltern ebenfalls Nichtschwimmer seien. Das Interesse an Ausflügen ins Hallenbad halte sich vonseiten dieser Eltern in Grenzen. Kinder fänden kaum Gelegenheit, mit Wasser in Berührung zu kommen. Das Problem: Begleiten diese Kinder ihre Freunde im Sommer zum Badesee, ist ein Unglück oft vorprogrammiert. Immer mehr Eltern aber wollen nachholen, was sie als Kinder versäumten: Schwimmen lernen. Neben dem Kurs für Grundschüler will die Stadt daher Kurse für Erwachsene ausschreiben. Grundsätzlich sollen Angebote fortan der Nachfrage möglichst zielgenau angepasst werden. Als nächste Zielgruppe im Auge hat die Stadtverwaltung Kinder von Flüchtlingsfamilien.

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