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Mangel an Krippen- und Kindergartenplätze

Kindergarten-Alarm: 87 Plätze fehlen noch

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Unterschleißheim - Der Engpass bei den Kindergarten- und Krippenplätzen hat sich zwar etwas entspannt. Noch immer aber haben 87 Kinder keinen Betreuungsplatz und stehen auf der Warteliste.

Anfang Juni standen nach der zweiten Vergaberunde noch 143 Kinder auf der Warteliste für Kindergarten und Krippe. Inzwischen sind es 87. Mehr als die Hälfte benötigt den Platz erst in der zweiten Schuljahreshälfte zwischen Januar und August 2017, was die Lage zusätzlich entkrampft. Die leichte Entspannung auf der Warteliste führt das Rathaus darauf zurück, dass Familien zwischenzeitlich umgezogen sind.

Der im Rathaus für Schulen, Kindertagesstätten, Jugend und Soziales zuständige Wolfgang Stöckl hatte sich schon unmittelbar nach der zweiten Vergaberunde zuversichtlich geäußert, die Liste bis September abarbeiten zu können.

Probleme bereitet es der Stadt nach wie vor, Wünsche von Eltern zu erfüllen, die auf bestimmte Einrichtungen fixiert sind. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) fordert mehr Kompromissbereitschaft ein.

Um die Chance auf einen Platz zu erhöhen, sollten sämtliche Einrichtungen, einschließlich Tagespflege, zur Anmeldung angekreuzt werden. Anhand statistischer Erhebungen zeigt das Rathaus einen Zusammenhang zwischen der Zahl angekreuzter Kindertagesstätten und dem Erfolg, beziehungsweise Misserfolg bei der Platzvergabe auf: Von insgesamt 16 berufstätigen Elternpaaren auf der Warteliste für 2016 kreuzten elf maximal fünf Einrichtungen für ihr Kind zur Auswahl an. Bloß ein Elternpaar steht auf der Warteliste, das sich mit sämtlichen Wahlmöglichkeiten einverstanden erklärte. Ganz ähnlich stellt sich die Lage für 2017 dar.

Zwischenzeitlich gelöst hingegen ist das Probem fehlender Hortplätze. „Da hat sich einiges getan“, teilte Stöckl mit. 40 Hortplätze für die Nachmittagsbetreuung hatten in Unterschleißheim gefehlt. Die Stadt reagierte, zieht ab September mit zwei zusätzlichen Hortgruppen an der Ganghofer-Schule nach.

Fraktionsübergreifend ist man sich im Stadtrat einig, Eltern zusätzliche Tageseinrichtungen anzubieten. Brigitte Weinzierl (CSU) konstatiert ein „gesellschaftliches Phänomen“. Die Bevölkerung von Unterschleißheim sei überdurchschnittlich gebildet: „Eltern wollen arbeiten, müssen außerdem die hohen Lebenshaltungskosten tragen.“

Den Trend zur Ganztagsbetreuung erkennt auch Annegret Harms (parteifrei). Als Leiterin des Ganztagsbereichs am Carl Orff-Gymnasium weiß sie, dass „immer mehr Schüler immer länger“ Betreuungsangebote wahrnehmen. Schnellstmöglich sollte daher das bereits ausgearbeitete Ganztagsschulkonzept für Grundschulen umgesetzt werden. Nach der Ganghofer-Schule sollte als nächstes die Michael Ende-Schule zur offenen Ganztagsschule werden. „Das würde die Situation für Horte entspannen.“

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