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Diese Anzeige veröffentliche CSU-Stadtrat Theodor Pregler im Lohhofer Anzeiger.

Im „Lohhofer Anzeiger“

Kommunalwahl 2020: CSU-Stadtrat unterstützt SPD-Bürgermeister - Das ist der Grund

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Das gibt‘s auch nicht alle Tage: In einer Anzeige unterstützt der CSU-Stadtrat Theodor Pregler den SPD-Bürgermeisterkandidaten Christoph Böck. Wir haben nachgefragt, wieso.

Unterschleißheim – Es ist Wahlkampf und es knistert zwischen Stadtrat Theodor Pregler und seiner CSU. Kurz vor dem gestrigen Heimatabend mit Markus Söder flammt der Brandherd in den CSU-Reihen erneut auf. Pregler hadert mit dem Stil des CSU- Bürgermeisterkandidaten Stefan Krimmer,wie er schon im Interview mit dem Münchner Merkur erklärte. Pregler zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück: Nach 25 Jahren im Stadtrat tritt er bei der Wahl am 15. März nicht wieder an, – und hilft nun dem SPD-Kandidaten. Er wirbt in der aktuellen Ausgabe des Lohhofer Anzeiger prominent auf der ersten Seite für den amtierenden SPD-Bürgermeister Christoph Böck.

Pregler schreibt in seiner Anzeige: „Ich unterstütze Christoph Böck, weil er echte Bürgerbeteiligung garantiert, geradlinig und zuverlässig ist und die Stadt weiterentwickelt.“ Diese Aussagen führt er in Stichpunkte aus. Da heißt es unter anderem, Böck sei ein „anerkannter Verhandlungspartner“, „steht zu seinem Wort“, „schafft bezahlbaren Wohnraum“ und bietet „Workshops für alle Bürger vor Bauvorhaben“.

Pregler: Böck „steht standfest zu seinem Wort“

Die Anzeige kann man als Affront verstehen. Sie steht direkt unter einem Foto, auf dem CSU-Kandidat Stefan Krimmer mit Ministerpräsident Markus Söder zu sehen ist. Die blau umrandete Annonce ist in Farbe und Gestaltung sehr nahe an den Wahlkampfmitteln der CSU.

Was motiviert Pregler? Der 56-jährige Top-Manager eines Luftfahrtunternehmens hält Böck für den qualifizierteren Bürgermeister, nicht mehr und nicht weniger: „Ich habe mich 25 Jahre für die Stadt Unterschleißheim eingesetzt, weil mir ihre Entwicklung am Herzen liegt“, sagt er, „die Stadtrats- und Bürgermeisterwahlen sind für die Zukunft Unterschleißheims wichtig, daher positioniere ich mich dazu. Bei drei von vier Bewerbern kann ich die inhaltlichen Positionen und die Standfestigkeit der Kandidaten hinsichtlich ihrer Positionen vergleichen, weil drei der vier Kandidaten bereits Mitglieder des Stadtrats sind. Da kommt für mich im Vergleich Christoph Böck als Garant für eine positive Stadtentwicklung als einziger in Frage, der qualifizierte Positionen hat, auch andere Sichtweisen einfließen lässt und standfest zu seinem Wort steht.“

Auf restliches Seiten-Design hatte Pregler keinen Einfluss

Bei den Mitbewerbern würden sich viele Positionen zwar gut anhören, aber nichts aussagen. Böck steche da positiv aus dem Bewerberfeld heraus: „Er agiert nicht im Sinne von: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“

Was Form und Platzierung der Anzeige im Lohhofer Anzeiger betrifft, gibt Pregler auf Anfrage zu Protokoll, dass er sie selbst gestaltet habe und auch selbst finanziere. „Ich habe zugestimmt, dass sie auf der ersten Seite steht.“ Er habe aber keine Kenntnis davon gehabt, was noch auf der Seite zu lesen sei.

Der CSU ist die Kränkung öffentlich nicht anzumerken. Außer ein paar Posts von CSU-Anhängern auf Facebook hat es keine Verärgerung oder gar Anfeindung gegeben. „Ich habe von der CSU kein direktes Feedback auf meine Annonce bekommen“, sagt Pregler, „und in den sozialen Medien bin ich nicht vertreten.“

CSU-Fraktionssprecher: „Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung“

Tiefe Risse sind in den Reihen der CSU-Stadträte nicht erkennbar. Pregler hat sich im Stadtrat in vielen Debatten profiliert und wird von allen Fraktionen für seine klaren Worte geschätzt. Nach wie vor sitzt er friedlich in den Reihen seiner Fraktion und hat auch nicht vor aus der Partei auszutreten. „Die CSU kennt mich so, und ich glaube sie erwartet auch nichts anderes von mir. Ich bin dafür bekannt, dass ich meine Meinung vertrete und habe kein Problem damit, wenn es jeder andere auch tut, solange man an ein gewisses Niveau anknüpft.“

CSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Krimmer wollte sich gestern in einem Telefonat mit der Redaktion nicht zum Störfeuer aus der eigenen Partei äußern. CSU-Fraktionssprecher Friedrich Kiener reagierte entspannt: „Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Das respektiere ich.“

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis München, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis München.

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