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Stilecht mit Sonnenblumen: Tino Schlagintweit (vorne 2.v.l.) mit seinem Team für die Stadtratswahl.

Grüne 

„Wir wollen echte grüne Politik für Unterschleißheim“

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Aufbruchstimmung herrscht bei den Unterschleißheimer Grünen. Mit vielen neuen Gesichtern und einem einstimmig gewählten Bürgermeisterkandidaten starten sie in den Kommunalwahlkampf.

Sie haben Zulauf wie nie zuvor, ihre Mitgliederzahl hat sich in den vergangenen drei Jahren auf 34 verdreifacht. Im Museumsstüberl am Rathausplatz sind alle Stühle besetzt. Und als die Aufgaben für die Kommunalwahl-Kampagne verteilt werden, schnellen viele Zeigefinger in die Höhe. Die Grünen sind frohen Mutes. Sie wollen die Zahl ihrer Sitze verdreifachen „von drei auf neun“.

Ihr Frontmann Tino Schlagintweit saß bisher noch nicht im Stadtrat. Er ist auch erst kürzlich bei den Grünen eingetreten. Doch im vergangenen Jahr hat er in der Kommunalpolitik kräftig mitgemischt. Der stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz hat sich für den Moos-Haide-Park und gegen die BMW-Ansiedlung eingesetzt. Jetzt will der 61-jährige Wissenschaftsjournalist Bürgermeister werden und „echte grüne Politik für Unterschleißheim machen, und nicht grüne Symbolpolitik“, wie er betont.

Die Grünen sind gegen weitere Gewerbeansiedlungen. „Es heißt ja oft, Grün muss man sich leisten können. Mich stört daran das Wort können“, sagt Schlagintweit. „Ich finde, Grün muss man sich leisten, wenn es irgendwo geht. Und Unterschleißheim kann das. Es muss aber wollen. Und das geht nur mit einem grünen Bürgermeister.“

Neue Stadtviertel „mit richtig städtischem Charakter, dichter bebaut und höher“ sieht Schlagintweit skeptisch, ganz abgesehen von der zusätzlichen Verkehrs- und Umweltbelastung. „Viele finden die neue Mitte befremdlich. Das ist doch nicht mehr unser Unterschleißheim. Mein Ziel ist ein selbstbewusstes Unterschleißheim, das die Wünsche und Erwartungen der Bürger genauso wichtig nimmt wie die von – sagen wir mal – BMW.“

Beim Blick auf die Liste fällt auf, dass die erfahrenen Stadträte die vorderen aussichtsreichen Plätze für die Jungen frei gemacht haben: Alle drei bisherigen Stadtratsmitglieder kandidieren wieder, Dritte Bürgermeisterin Brigitte Huber auf Platz 3, Fraktionssprecher Jürgen Radtke auf Platz 8 und Lissy Meyer an neunter Stelle. Und noch etwas fällt auf: Es sind mehr Kandidatinnen als Kandidaten. 16 der 30 Namen sind weiblich.

Platz 1 gehört – bei den Grünen gilt das Frauenstatut – der 37-jährigen Rebecca Riedelbauch. Die Kinder- und Jugendtherapeutin und Försterstochter kommt aus einer politisch sehr engagierten Familie und ist seit Januar Sprecherin der Unterschleißheimer Grünen. Sie will die Stadt für die Jugendlichen lebenswerter machen.

Jüngstes Mitglied ist der 20-jährige Bernhard Schüßler. Er ist Deutsch-Brasilianer, Student, organisiert eine Fridays For Future-Demo für Unterschleißheim und tritt für mehr Teilhabe ein: „Die Jungen müssen gehört werden.“

Kathrin Ungar (53) ist frisch eingetreten, nachdem sie Freitagsdemos besucht und Debatten verfolgt hat. Sie spricht wohl einigen aus der Seele, als sie sagt: „Ich fühle mich als Teil einer Bewegung.“ 

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Die Kandidaten für die Stadtratsliste:

1. Rebecca Riedelbauch (37), Kinder- und Jugendpsychotherapeutin; 

2. Tino Schlagintweit (61), Wissenschaftsjournalist;

3. Brigitte Huber (68), Dipl. Sozialpädagogin; 

4. Bernhard Schüßler (20), Student; 

5. Kathrin Ungar (53), Marketing-Koordinatorin; 

6. Dr. Manuel Güntner (33), Chemiker; 

7. Catrin Lipcan (31), Ingenieurin; 

8. Jürgen Radtke (66), Mathematiker; 

9. Lissy Meyer (63), exam. Krankenschwester; 

10. Wolfgang Mikolaschek (69), Controller; 

11. Tina Kornherr (53), Lehrerin; 

12. Roger Müller (41), Organisationsberater; 

13. Inna Wettstein-Schneigelberger (41), Betriebswirtin; 

14. Prof. Dr. Hermann Meyer (62), Veterinärmediziner; 

15. Manuela Hager-Wutzke (44), Heilpraktikerin; 

16. Markus Wutzke (42), IT-Beraterin; 

17. Sandra Rosocha (50), Rechtspflegerin; 

18. Ernst-Günther Krause (72), Oberstudienrat; 

19. Angelika Spitzenberger (65), Lehrerin; 

20. Dr. Markus Neumann (56), Produktmanager; 

21. Sonja Kratzer (58), Hausfrau; 

22. Ernst-Philipp Mrohs (29), Testingenieur; 

23. Tina Hohmann (52), wissensch. Bibliothekarin; 

24. Sybille Auner (48), Sozialpädagogin; 

25. Dr. Claudia Thiele (45), Biotechnologin; 

26. Helmut Göbel (61), Webdesigner; 

27. Antoinette Radtke (67), Lehrerin; 

28. Martin Wagner (49), geschäftsführ. Referent; 

29. Marie Hesse (41), Juristin, 

30. Johannes Rohleder (20), Erzieher in Ausbildung.

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