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Tino Schlagintweit kandidiert für die Grünen als Bürgermeister für Unterschleißheim.

Grüne wollen ins Rathaus

Mit optimaler Thermik ins Amt

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Mit Tino Schlagintweit schicken die Grünen Unterschleißheim bei der Kommunalwahl 2020 einen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt, der in der grünen Szene kein Unbekannter ist.

Unterschleißheim – Als Sprecher der Schleißheimer Ortsgruppe des Bund Naturschutz ist der 60-Jährige in den letzten Jahren immer wieder in Erscheinung getreten, zuletzt sehr öffentlichkeitswirksam beim Thema Moos-Haide-Park. Doch tatsächlich Mitglied bei den Grünen ist Schlagintweit erst seit Kurzem wieder, nachdem er Anfang der 80er-Jahre im Zuge von Tschernobyl „und anderen Katastrophen im Monatstakt“ schon einmal Mitglied war, als nicht so regelmäßig beitragszahlender Student aber rausgeschmissen wurde. „Der schwarze Punkt“, wie Schlagintweit bei seiner Vorstellung vor dem Ortsverband Unterschleißheim freimütig zur Erheiterung seines Publikums zugab.

Schreiner, Biologe, Journalist

Aufgewachsen ist Schlagintweit in Oberschleißheim, nach Schreinerlehre und Biologiestudium wurde er Redakteur und kehrte, als 1992 das erste von zwei Kindern unterwegs war, mit seiner Frau nach Unterschleißheim zurück. Seit 2000 arbeitet er als freier Journalist unter anderem für den Bund Naturschutz, dem er bereits 1987 beigetreten ist. Außerdem hat Schlagintweit, inspiriert von der sogenannten Leonardo-Brücke da Vincis, einen „pädagogischen Spielbaustein“ entwickelt, den er über das Internet vertreibt.

Und jetzt also Bürgermeisterkandidatur. Kurz musste der 60-Jährige überlegen, „als die Grünen mich gefragt haben. Denn es ist ja doch ein Schritt auch in die Internet-Öffentlichkeit, die ich eher gemieden habe in den letzten Jahren.“ Doch Schlagintweit will „nicht länger Zuschauer sein, sondern selber auf den Rasen gehen“ und tritt mit drei Schwerpunktthemen an.

Zum einen die Stadtentwicklung: „Keine weiteren Gewerbegebiete“ fordert er und die Umwandlung nicht genutzter Gewerbeflächen in Wohnflächen. Flächenschonung ist ebenso ein Schlagwort wie die grüne Infrastruktur, „vom Begleitgrün über den Vorgarten bis hin zum Moos-Haide-Park“. Transparenz und Bürgerbeteiligung ist der zweite große Schwerpunkt, „da haben wir in der Vergangenheit eher schlechte Erfahrungen hier gemacht“.

Auch „schräge Lösungen“ sind eine Option

Auch die aktuelle Bürgerbeteiligungen, etwa zur neuen Mitte setzen für Schlagintweit „eigentlich zu spät an, da sind die Rahmenbedingungen schon abgesteckt“. Ihm schweben individuelle Bürgerbefragungen und neue Kanäle, etwa eine App, vor. Offen für neue Lösungen will der Grünen-Kandidat auch beim dritten Punkt Verkehr sein, auch für „schräge Lösungen wie eine Seilbahn“. Auf der Agenda stehen zunächst aber Bus-Expressverbindungen nach Garching oder zu anderen U-Bahnstandorten und ein dichterer Takt und engeres Netz im Busnetz.

„Nur Grün kann wirklich Grün“

Fahrradverkehr darf in einem Grünen-Programm natürlich nicht fehlen und gerade bei den urgrünen Themen schließt sich der Kreis zum Eingangsbild, das Schlagintweit in seiner Vorstellung gewählt hat: Als passionierter Segelflieger hat er das erhebende Gefühl bei optimaler Thermik für die Situation der Grünen gewählt und daraus seine Konsequenzen abgeleitet. Erstens: „Aufwind bedeutet Arbeit.“ Und zweitens: „Andere Parteien sehen auch unsere Themen und kreisen mit uns im Thermikschlauch“, sagte er. „Aber nur Grün kann wirklich Grün. Wobei es natürlich dabei bleibt, dass wir die anderen mitnehmen wollen.“

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

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