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So sehen Sieger aus: (v.l.) Mario Hanel und Timm Schnigula von der „Crew Republic Brewery GmbH“, Susanne Schmidt von der „VSB GmbH Pfennigparade“ sowie Ulrich Papenburg vom Ingenieurbüro „Techcarbon“. 

Kreativität gewinnt

Eine besondere Windturbine, soziales Engagement und Bier von jungen Brauern: Vielseitig ist, was der ICU-Verein jetzt mit seinem Wirtschaftspreis ausgezeichnet hat.

Unterschleißheim– Für seine Helix-Windturbine „Wind of Change“ haben Ulrich Papenburg (54) und das Ingenieurbüro „Techcarbon“ von der Innovative Community Unterschleißheim (ICU) den Wirtschaftspreis 2017 in der Kategorie „Zukunftsweisendes, nachhaltiges Wirtschaften“ erhalten. Er bekan einen Pokal und 500 Euro, ebenso wie die Sieger der beiden anderen Kategorien (siehe Kasten).

Eine eigene Windanlage für Jedermann als Alternative oder Ergänzung zu Fotovoltaik, mit diesem Projekt hatte sich Ulrich Papenburg beim ICU-Wirtschaftspreis beworben. „Bürgermeister Christoph Böck sagte schon vor zwei Jahren ,Das wäre doch was für euch’“, sagt der 54-Jährige. In diesem Jahr hat er die Chance ergriffen.

Ausschlaggebend für die Bewerbung war allerdings nicht nur die Ermutigung von Christoph Böck (SPD), sondern auch der Standort: „Die Stadt ist bei erneuerbaren Energien euphorisch, sei es beispielsweise Geothermie oder Windkraft.“ Das zeigt sich exemplarisch auch an Papenburgs Helix-Windturbine: Auf dem Dach des Unterschleißheimer Hallenbads „Aquariush“ stehen seit Ende 2016 zwei Windkraftanlagen. „Die haben sogar beim Orkan mit 130 Kilometern in der Stunde problemlos funktioniert“, sagt Papenburg.

Mit den etwa 2,5 Meter hohen und 100 Kilogramm schweren Turbinen ist der Unterschleißheimer mittlerweile europaweit am Markt. Dennoch wird die, auf einem Patent des Finnen Sigurd Savorius aus den 1920er-Jahren basierende Anlage zwei Jahre nach der Markteinführung weiterhin in Einzelaufträgen produziert. Mit dem Gewinn des Preises hofft Papenburg, den „Wind of Change“ weiter verbreiten zu können. „Wir betreiben noch kein wirkliches Marketing und sind auch erst seit einem halben Jahr bei Facebook“, sagt der 54-Jährige. Durch einen höheren Bekanntheitsgrad hat er auch eine baldige Serienproduktion im Blick. Den Stab von aktuell sieben Mitarbeitern würde er entsprechend aufstocken.

Dabei setzt der Ingenieur auch auf die über 150 Kontakte des ICU-Vereins, dem er nun beitreten will. Diesbezüglich hat sich der Wirtschaftspreis für ihn bereits gelohnt. „Ich habe den Kontakt eines deutschlandweit tätigen Hausbootherstellers bekommen. Er will die Anlage künftig integrieren“, sagt Papenburg. Kontakte zu weiteren Mitgliedern sollen folgen.

Dass das Netzwerken innerhalb der ICU funktioniert, zeigt sich an mehreren Beispielen: Sabine Eiternick, Direktionsassistentin bei ICU-Gründungsmitglied „Victor’s Residenz Hotel“, erleichterte das Netzwerk den Einstieg. „Ich habe im Dezember 2016 angefangen. Ich glaube nicht, dass ich ohne die ICU so schnell in Unterschleißheim und bei ,Victor’s’ angekommen wäre.“ Personalberater Andreas Erbenich, seit zwei Jahren bei der ICU, betont zudem die verschiedenen Blickwinkel: „Bei Treffen bekommt man immer wieder neue Inspirationen.“ Gerhard Bauer, Geschäftsführer der „ITW GmbH“ und seit 2000 beim ICU, gefällt die Arbeit für die Region: „Man spürt, dass die Unternehmen Gas geben. Das hilft jedem Einzelnen und dem Standort.“ Sebastian Schuch

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