Im Rathaus-Foyer 

Der heimliche Liebling

Bürgermeister Christoph Böck besucht gerne Ausstellungen der „Künstlerpalette“. Die jüngste widmet sich dem Thema „Baum“.

Unterschleißheim – Jetzt ist es raus: Ausstellungen der „Künstlerpalette“ zählen nicht nur zu Bürgermeister Christoph Böcks (SPD) liebsten Terminen. Bei der Vernissage im Bürgerhaus sagte er: „Das ist meine jährliche Lieblingsveranstaltung.“

Die neun Künstler, die bis Sonntag, 8. Januar, im Rathaus-Foyer Werke in Acryl, Tusche und Öl sowie auch ein wenig Gegenständliches ausstellen, nahmen das Geständnis mit Wohlwollen auf. Wer den von Terminen gehetzten Bürgermeister bei Kulturveranstaltungen trifft, bemerkt zuweilen, wie der Mann versonnen durch die Gänge schlendert. Festlegen hingegen lässt Böck sich eher schwer. Andächtig lauschte er den Klängen von „A Little Bit of All“, einem ziemlich begabten Pop-Duo aus Augsburg, das der Ausstellung ganz neue Töne beimengte.

Dass gerade die Künstlerpalette Böcks besondere Sympathie genießt, mag am sozialen Engagement des Vereins liegen: Regelmäßig bemühen sich die Künstler, Jugendliche mitzuziehen. Schon im Vorjahr, als die Palette ihr 25-jähriges Bestehen feierte, sagte Böck, Aktivitäten des Vereins seien eine „Bereicherung für den öffentlichen Raum“.

Die netten Worte des Rathauschefs sollten nicht unerwidert bleiben. Trotz gesundheitlicher Probleme schritt Künstler-Sprecherin Petra Dienelt während der Vernissage ans Mikrofon, krächzte ein Dankeschön in den Saal. Das Thema „Baum“ durchzieht die Ausstellung. Dienelt weiß auf Anhieb kein symbolträchtigeres Motto für einen Künstler, wie sie sagte; zumal Weihnachten vor der Türe steht. Der Baum steht für Leben, für Kraft und Beständigkeit im Wechsel der Äonen. Er ist bemalt, besungen und bearbeitet worden. Bäume sind Gegenstand von Mythen, Märchen und Gedichten.

Entsprechend differenziert näherten sich die Künstler dem Thema: Angefangen von Dienelts Akazien-Motiven I bis IV, den fotorealistischen Bildern des Oberschleißheimer Josef Diepold, der Vorliebe von Heike Jäschke für Birken, der interessanten Kombination in den Werken von Theresia Maier, die Holz mit Acryl in einer Art Cross-over verbindet, bis hin zu Karel Mohylas „Schöne und Biest“, einer reinen Holzarbeit.

„Ausreißer“ sind auch darunter. Linda Ferrantes Marilyn etwa, die anders als gewohnt mal nicht mit belüftetem Rock oder in Andy Warhols Pop Art dargestellt ist. Unter dem Titel „She’s got the Look“ leuchtet das bekannte Antlitz der Diva in Bonbonfarben. Ein Hingucker sind die Snowboards, die Markus Lindinger bunt verziert an die Wand gehängt hat. In Theresia Maier und Josef Diepold hat der Verein Künstler aus Oberschleißheim requiriert. Darin liegt vielleicht der größte Coup der Künstlerpalette im Jahr eins nach dem Jubiläum. Historisch bedingt ist Oberschleißheim viel eher Kulturgemeinde als die Schwesterstadt. Der benachbarten Künstlergruppe zwei namhafte Mitglieder entrissen zu haben, ist nach Bürgermeister Böcks Bekenntnis einer stillen Liebe der eigentliche Clou des auslaufenden Jahres für die Künstlerpalette.  an

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