Nur eine Gegenstimme erhält Gerald Otten – der Putzbrunner AfD-Abgeordnete kandidiert für den Bundestag.
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Nur eine Gegenstimme erhält Gerald Otten – der Putzbrunner AfD-Abgeordnete kandidiert für den Bundestag.

AfD bestimmt Gerald Otten zum Direktkandidaten für Bundestagswahl

Bilanz als Bewerbungsrede

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Gerold Otten wird abermals für die AfD als Direktkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen. Der Putzbrunner stand als einziger Bewerber zur Abstimmung.

Unterschleißheim – Mit „Ja, ich will“ bedankte sich Gerold Otten am Samstag im Unterschleißheimer Bürgersaal für die Nominierung zum Direktkandidaten der AfD für die Bundestagswahl im September. Einen Gegenkandidaten gab es nicht, dafür aber eine Gegenstimme bei 19 Stimmberechtigten.

Ottens Bewerbungsrede war zugleich eine Bilanz über seine vierjährige Mitgliedschaft im Bundestag. Er sei in Berlin und dem Bundestag angekommen, sitzt im drei Ausschüssen, diversen Parlamentariergruppen, unter anderem der Parlamentarischen Versammlung der NATO. Eine sehr „interessante Erfahrung“ sei die Arbeit im Untersuchungsausschuss bei Ursula von der Leyens Berateraffäre gewesen, einer Frau, der er völliges „Führungsversagen“ attestiert und gegen deren Bestreben, die Europäische Union als Staat mit einer europäischen Armee zu etablieren, er arbeiten will. Vielmehr bedürfe es einer vernünftigen Ebene zur Annäherung mit Russland, auch mit dem Herunterfahren der Sanktionen. „Ich möchte in Berlin dort weitermachen, wo ich angefangen habe“, so der Putzbrunner.

Höhen und Tiefen

Als Höhepunkt erinnert er sich an eine Redeschlacht mit dem Grünen-Abgeordneten Anton Hofreiter, „der noch nie eine Kaserne von innen gesehen hat“. Als „Tiefpunkt der demokratischen Kultur“ nannte er indes die Niederlage seiner Kandidatur zum Vize-Bundestagspräsidenten, als ihm Wolfgang Schäuble klar signalisierte, dass er ihn als AfD-Mitglied aus dem Parlament haben möchte.

Die Nachfrage, wieso man derzeit so wenig von der AfD höre, wies Otten von sich. Er sei viel auf der Straße und nehme an Demonstrationen, wie etwa in Berlin oder Chemnitz teil. Aber auch sei die Berichterstattung wenn, dann grundsätzlich negativ.

Kreisvorsitzende beklagt eine „Lex AfD“

Der grundsätzlich negativen Stimmung gegenüber der AfD in der Öffentlichkeit pflichtete auch Christina Specht bei, die zu Ottens Stellvertreterin gewählt wurde. Als Kreisvorsitzende sitzt sie für die AfD im Kreistag und beklagt dort eine „Lex AfD“. Ganz offen werde ihr und ihrer Fraktion gegenüber geäußert, dass man sie entgegen dem Wählerwillen draußen halten und der AfD keinen Raum geben wolle. Sie hat ihre Schwerpunkte Familie und Demografie bereits in die Erstellung des Bundeswahlprogrammes maßgeblich eingebracht.

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