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Irische Klänge für den guten Zweck: die Band Marazula beim „Lichtblicke“-Konzert im Unterschleißheimer Bürgerhaus.

Vier Projekte werden heuer unterstützt

200.000 Euro: „Lichtblicke“-Konzerte durchbrechen Spenden-Schallmauer

  • vonAndreas Sachse
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Bei den „Lichtblicke“-Konzerten treten die Musiker für einen guten Zweck auf. Und das mit Riesenerfolg. Seit 2001 sind insgesamt 200.000 Euro an Spenden zusammengekommen.

Unterschleißheim – Für „Lichtblicke“ muss man inzwischen Schlange stehen. Die Benefizkonzerte der Musiker zweier früherer Schüler-Bands aus Unterschleißheim haben sich zum Publikumsmagneten entwickelt. Rund 1000 Zuschauer besuchten die beiden Konzerte im Bürgerhaus.

Benjamin Straßer, heute 37 Jahre alt und Sozialpädagoge, war vor 18 Jahren Musiker in der Realschul-Band „Ruhestö(h)rung“ und ist das Gesicht von „Lichtblicke“. Er schien ein wenig überrascht, als er beim Vorverkaufsstart die Warteschlange erblickte. Eine knappe Woche darauf, diesmal an der Abendkasse vor dem Benefizkonzert, vermochte Nadine Schütz (37) die Füße kaum still zu halten. 184 892,40 Euro hat Lichtblicke seit 2001 an Spenden eingespielt. Und es hätte schon mit dem Teufel zu gehen müssen, sollten heuer die 200 000 Euro heuer nicht fallen. Eine Marke, die tatsächlich erreicht wurde.

„Lichtblicke“: Seit 2001 treten die Bands in nahezu alter Besetzung auf

Die Geschichte von „Lichtblicke“ ist hundertfach erzählt. Nach dem Ende ihrer Schulzeit verspürten die Musiker von „Ruhestö(h)rung“ und „Phondue“ keine Lust, ihre Instrumente an den Nagel zu hängen, sich nur auf Studium und Ausbildung zu konzentrieren. Gemeinsam mit Michael Kavelar (40), der bei „Ruhestö(h)rung“ und bei „Phondue“ mitspielte, gründete Straßer den Verein „Lichtblicke – Hoffnung für Menschen in Not“. Seit 2001 treten die Bands in nahezu alter Besetzung für soziale Zwecke auf. Attraktive musikalische Gäste runden das Programm ab.

Mit Tobias Sasse, dem Frontmann von „Heldenfrühstück“, vereinte „Lichtblicke 2019“ auf der Bühne, was in der Schleißheimer Musik-Szene Rang und Namen hat. Dem heuer herausgebrachten Solo-Album („Es geht um die Musik“) verdankt Sasse eine eigene Fan-Gemeinde. Songs und hintergründige Texte, mit elektrisch verstärkter Akustikgitarre im Stil eines modernen Liedermachers vorgetragen, kamen an. Den zehnminütigen Titelsong des Albums, mit dem er auf progressiven Pfaden psychedelischer Musik a la Pink Floyd wandelt, hob er sich für spätere Auftritte auf.

„Die Texte haben so viel Emotionen transportiert“

Dass die Unterschleißheimer Wortakrobaten gleich bei ihrem ersten Gig vom Publikum derart gut angenommen wurden, damit war vielleicht nicht zu rechnen. Es klang ein wenig nach Wagnis, als Straßer ankündigte, das jährliche „Kulturspektakel“ erstmals um die Kunst des gesprochenen Worts zu bereichern. Mit ihren Texte geleiteten die frenetisch umjubelten Junioren der Wortakrobaten das Publikum in bislang unbekannte Sphären kulturellen Genusses. „Das war sensationell“, findet Straßer: „Die Texte haben so viel Emotionen transportiert.“

Kuscheltiere für den Start ins Leben: Das Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe, das heuer vom Konzertabend profitiert, häkelt kleine Oktopusse für die Frühchen-Station im Klinikum Großhadern.

Seit Jahren unterstützt „Lichtblicke“ internationale Hilfsprojekte in Peru, Bangladesch, Jemen oder Ruanda. In etwa zu gleichen Teilen gehen Erlöse aus Konzerten und Spenden an heimische Initiativen. Die 200 000 Euro-Schallmauer übrigens wurde locker geknackt. Allein an Spenden kamen fast 16 000 Euro zusammen. Ein Betrag in annähernd derselben Höhe sollte durch Ticketverkäufe und noch mehr Spenden zusammenkommen. Das Geld geht heuer an ein SOS-Kinderdorf in Laos, ein Trinkwasserprojekt in Tansania, einen Kindergarten im Senegal und das Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim.

Lesen Sie auch: Unterschleißheim macht Kino: Stadt kooperiert mit Capitol - Das ist geplant

Spendenkonto

Wer die oben genannten Projekte unterstützen will, kann das mit einer Spende auf folgendes Konto: IBAN DE65 7025 0150 0010 3839 90; KSK München-Starnberg-Ebersberg.

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