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Erster Spatenstich für das Füllwerk: (v.l.) Dirk Hupperich, Bürgermeister Christoph Böck, Olaf Reckenhofer, Steffen Richter und Christian Ampenberger.

Spatenstich für Füllwerk

Linde revolutioniert in Unterschleißheim die Gastechnik

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Unterschleißheim - Für 20 Millionen Euro baut die „Linde Group“ ihr Füllwerk für industriell hergestellte Gase in Unterschleißheim zur deutschlandweit größten ihrer Anlagen aus. Der erste Spatenstich ist getan.

„Aus drei mach eins“, begrüßt Projektleiter Guiseppe Venza die Besucher auf dem Firmengelände in der Carl-von-Linde-Straße 25. War die Produktion von Industrie- und Medizinalgasen bisher auf drei Firmenteile verteilt, wird der Ablauf künftig in einem, voll modernisierten Gebäude zusammengefasst. Sortierten, kommissionieren und abfüllen der Gase in Zylinder, von denen jeder bis zu 300 Bar fasst.

Linde-Gase werden weltweit verwandt: Sauerstoff nutzen Handwerker beim Schweißen und Notärzte zum Beatmen. Kohlendioxid gelangt in der Kryotherapie zur Anwendung, wenn es gilt, krankes Gewebe, wie etwa Warzen, zu vereisen. Zahnärzte schätzen Kalinox als ein Gas, das bei Eingriffen beruhigend, angstlösend und schmerzlindernd wirkt. 

Wichtiges Geschäftsfeld

Das Geschäft mit den Gaszylindern bezeichnete Olaf Reckenhofer, Geschäftsführer von „Linde Gas Region Central Europe“, als eines der wichtigsten des Konzerns. Zu lange habe man zu wenig investiert. „Jetzt investieren wir in die 300-Bar-Flaschen-Technik.“ Arbeitsabläufe würden modernisiert. Der Betrieb kundenfreundlicher gestaltet. „Es hat sich nicht viel bewegt in dieser Technologie in den letzten Jahrzehnten“, ergänzte Steffen Richter, Produktionsleiter Linde-Gas: „Was wir in Unterschleißheim vorhaben, ist nicht weniger als eine Revolution.“

Von den Erkenntnissen aus dem Prozess in Unterschleißheim sollen Linde-Niederlassungen weltweit profitieren. Das Unternehmen geht von einer Verdoppelung der Kapazitäten nach Abschluss der Arbeiten in etwa einem Jahr aus. Bis zu 750 000 Flaschen sollen laut Projektleiter Venza ab Mitte 2017 mit Gasen befüllt werden.

Stadt glücklich über Ausbau

Bürgermeister Christoph Böck ist froh, dass Linde sich für den Standort entschieden hat. Während seiner drejährigen Amtszeit ist er bereits zum dritten Spatenstich aufs Firmengelände geeilt: „Das unterstreicht die Bedeutung, die Unterschleißheim dem Unternehmen entgegenbringt.“ Mit 65 000 Mitarbeitern unterhält Linde Niederlassungen in mehr als 100 Ländern. In Unterschleißheim füllen 39 Angestellte Gase für Süddeutschland und Auslandsgesellschaften ab. Außer der Modernisierung der Füllanlagen plant der Konzern, den Transport von Paletten auf dem Firmengelände zu modernisieren. Vorgesehen ist auch ein vollautomatisches Hochregallager. Die Modernisierung hebe die Bedeutung des Standorts Unterschleißheim als „Drehscheibe im Zentrum Europas“ hervor.

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