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Linoleum statt Parkett: Bauausschuss reduziert Kosten für Schule um knapp eine Million Euro

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Von: Charlotte Borst

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Mondpreise: Die neue Michael-Ende-Schule in Unterschleißheim wird trotz Einsparmaßnahmen ungeheuer teuer (hier ein Bild der alten Schule).
Mondpreise: Die neue Michael-Ende-Schule in Unterschleißheim wird trotz Einsparmaßnahmen ungeheuer teuer (hier ein Bild der alten Schule). © Lukas Prommer

Beim Neubau der Michael-Ende-Grundschule in Unterschleißheim heißt es: Sparen, sparen, sparen. Und trotzdem wird sie weit über 70 Millionen Euro teuer.

Unterschleißheim – Linoleum statt Parkett, Fichte statt Weißtanne oder Wandlampen statt Stelenleuchten: Das sind nur einige Sparvorschläge, die der Bauausschuss dem Stadtrat für den Neubau der Michael-Ende-Schule vorschlägt.

Die Planung für das Neubau-Projekt geht seit Jahren hin und her. Jetzt hat der Bauausschuss bei einigen Details noch einmal den Rotstift angesetzt. In 20 Punkten wurden sich die Stadträte zügig einig und reduzierten die Kosten um knapp eine Million Euro, ohne – so der breite Tenor – bei Gestaltung und Qualität Abstriche zu machen.

Mit Abstand teuerstes Projekt der Stadt

Der Bau an der Raiffeisenstraße ist derzeit das mit Abstand teuerste Projekt der Stadt. Die geschätzten Kosten für die Grundschule, die 2026 bezogen werden soll und in der auch die Musikschule untergebracht wird, liegen nun bei 73,8 Millionen Euro. In einer früheren Sparrunde hatten die Stadträte die Kubatur samt Tiefgarage reduziert und beschlossen, dass die Sporthalle nicht, wie erst vorgesehen, eingegraben, sondern oberirdisch gebaut wird. Wegen der gestiegenen Baustoffkosten gab es nun weitere Sparvorschläge.

Viel Geld spart die Stadt beim Bodenbelag: Statt Parkett und geschliffenem Estrich soll in der ganzen Schule Linoleum verlegt werden. Annegret Harms (SPD) verwies auf das Gymnasium, wo man mit Lino gute Erfahrungen mache: „Es gibt schöne Farbkonzepte für Lino, da fühlen sich die Kinder wohl.“ Martin Reichart (FB), selbst Architekt von Beruf, hob hervor: „Linoleum ist auch ein Naturprodukt.“

Wechsel der Holzart

Auch bei den Holz-Alu-Fenstern fiel den Stadträten der Wechsel der Holzart leicht: Statt der gerade sehr beliebten Weißtanne tut es genauso gut die Fichte. Martin Reichart bekräftigte: „Fichte ist nicht schlechter als Weißtanne, nur günstiger, und Lino ist kein Standardverlust im Vergleich zu Parkett.“ Ohne Weiteres folgten die Stadträte auch dem Vorschlag der Planer, auf mehrere Oberlichter zu verzichten, womit man sich rund 100 000 Euro spart.

Der Allwetterplatz bekommt einen roten Belag, weil der grüne 8600 Euro teurer ist. An der Fassade ersetzt in einigen Bereichen ein Blendschutz die teureren Jalousien. Den Sportplatz am Schulhof könnten abends auch Wandleuchten erhellen, schlug Katharina Bednarek (SPD) vor: Sie werden am Schulhaus angebracht und ersetzen fünf Stelenleuchten.

Schulteich bleibt

Anderes wollte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) beibehalten. Ohne Protest stimmte der Ausschuss für den Schulteich, für alle drei E-Ladesäulen oder die Sichtfenster zwischen Klassenzimmern und Mehrzweckräumen. Gerade diese Fenster sind den Lehrern wichtig, um die Kinder bei Gruppenarbeit in beiden Räumen im Blick behalten zu können.

Manche Kostenansätze werfen Zweifel auf

Manchmal fragten sich die Stadträte, wie es zu manchen Kostenansätzen überhaupt kommen konnte: Für die Baustellenlogistik, die für Beschaffung von Material zuständig ist, waren insgesamt 590 700 Euro vorgesehen. Dieser Service sei in der Tief- und Rohbauphase nicht nötig, erklärte die Bauabteilung. Eingespart werden hier rund 122 000 Euro. Mehrmals warf Jürgen Radtke (Grüne) ein: „Warum diskutieren wir erst jetzt diese Gestaltungsfragen?“

Bürgermeister Böck antwortete: „Das ist ein ganz normaler Planungsprozess. Wir legen zum ersten Mal die Gestaltung im Detail fest.“

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