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Der neue Maibaum wechselt in die Vertikale: Die Feuerwehr stellt das Prachtstangerl unter großer Anteilnahme mit ihrem neuen Kran an der Mallertshofener Straße auf. 

50 Jahre Maibaumgruppe Lohhof Süd

Feuchte Farbe schreckt Maibaumdiebe ab

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Neue Schilder und ein frischer Anstrich: Zu ihrem 50-jährigen Bestehen hat die Maibaumgruppe Lohhof Süd keine Mühen gescheut. Selbst die olympischen Ringe, eine Lohhofer Besonderheit, erstrahlen seit gestern in neuem Glanz.

Lohhof –  Reichlich Prominenz war am Sonntag zugegen, als Feuerwehr und Maibaumgruppe den Baum in der Mallertshofener Straße aufstellten. Drei amtierende Bürgermeister, mehrere Stadträte, Landtagsabgeordnete Claudia Köhler (Grüne) und Alt-Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU) recken die Hälse in die Höhe, als der neue Maibaum in die Vertikale wechselt. Da steht er nun, traditionell in Weiß-Blau und mit Schildern bestückt, die Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums bemalt haben. „Zusammen mit den Schülern haben wir die Motive ausgewählt“, sagt Andreas Erbenich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet der Sprecher der Maibaumgruppe, dem es darauf ankam, Unterschleißheim und den Ortsteil Lohhof in Gänze abzubilden. Ob Zimmerer, Maler oder Tischler, Imker, Gastronom, Frisör, Feuerwehr und Mediziner, ja, selbst Schulen und die Geothermie – sie alle finden sich auf den Schildern wieder.

Feuerwehr erprobt ihren neuen Kran

Gemeinsam haben sie den Maibaum hergerichtet, den Stamm mit Unterstützung der Feuerwehr (FFW) Unterschleißheim aus dem Berglwald geholt. „Wir haben den Stamm selbst geschält“, erzählt Maibaum-Vize und Stadtrat Josef Diehl, während er auf dem Grill ein Paar Würstl wendet. Die FFW nutzte die Gelegenheit, den neuen Kran zu erproben. Mit Maibäumen freilich ist das so eine Sache. Der Diebe wegen hatte man sich mit einer Wachmannschaft gewappnet. Gegen Wind und Wetter sollen ein Gutachter und eine gute Versicherung schützen. „Kein Baum darf länger als zwei Jahre stehen,“ stellt FFW-Zugführer und Stadtrat Thomas Bittner fest.

Das sind die neuen Maibäume im Landkreis München

Weihwasser und Festbier

Vor ein paar Jahren plättete ein Maibaum der Trachtler ein Reihe von Autos in der Johann-Schmid-Straße. Bittners Mutter Angelika (72) hat noch lebhaft vor Augen, wie der Lohhofer Baum vor etwa zehn Jahren auf die Straße stürzte: „Da kam keiner mehr durch.“

Bürgermeister Christoph Böck (SPD) gelingt es nach dem ökumenischen Gebet, mit nur zwei Schlägen das Fass anzustechen: „Schaun mer mal, ob wir außer Weihwasser auch ein bisschen Bier abkriegen“, ermuntert Böck die Umstehenden, ihre Gläser zu füllen.

Diebe überlegen es sich in der Nacht noch anders

Gründungsmitglied Stefan Redenz (87) denkt derweil an die ersten Jahre zurück. „Spaß hatten wir auch damals. Es war nur alles sehr viel ruhiger.“ Diebe übrigens hatten in der Nacht tatsächlich ihr Glück versucht. „Ich habe sie herumschleichen sehen“, sagt Erbenich. Dann der große Fehler der Diebe: Wie beiläufig fragte einer, wann der Baum bemalt worden sei. „Gerade fertig geworden“, hieß die Antwort. Und damit hatte sich der Entführungsversuch erledigt. Keiner wollte riskieren, sich die Kleider mit Farbe vollzuschmieren.

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