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Viele Badegäste zieht’s bei gutem Wetter an den Unterschleißheimer See. Doch einige stören sich an den Anglern.  

Massiver Ärger am Unterschleißheimer See

Badegäste giften Angler an

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Vergiftete Stimmung am Unterschleißheimer See: Badegäste fühlen sich von Anglern genervt. Die wollen sich nicht mehr anpöbeln lassen. 

Unterschleißheim – Die Angler vom Fischereiverein Unterschleißheim sind es leid, sich von Badegästen „richtig blöd anreden zu lassen“. So drückt es Vorsitzender Fritz Irsigler aus. Beim Landratsamt München muss er deutliche Worte gefunden haben. Denn die Behörde ermahnt nun die Badegäste. Und zwar zum „respektvollen Umgang miteinander und mit der Natur“. Das Landratsamt stellt klar: Das Fischrecht für den Unterschleißheimer See ist an den Fischereiverein Unterschleißheim verpachtet. Der Verein hat somit das Recht, im See zu angeln. Auch nachts. Bei schlechtem Wetter auch mit Regenschutz wie Schirmzelten.

Genau das haben Badegäste vermehrt in Zweifel gezogen, sagt Fritz Irsigler, Vorsitzender des Fischereivereins. Und zwar oft in einem Ton, den sich Irsigler und seine Fischer nicht mehr bieten lassen wollen. Sie haben Verständnis dafür, dass viele einfach nicht wissen, dass der Unterschleißheimer See nicht nur für Badegäste reserviert ist, sondern auch die Angler Rechte haben. Sie erklären das auch gerne.

Aber anpöbeln wollen sie sich nicht lassen. „Und wenn ein Badegast, obwohl das ganze Ufer frei ist, ausgerechnet einen Meter neben einem Fischer ins Wasser steigt nach dem Motto ,da bin ich schon immer reingegangen’, dann ist das auch nicht die feine Art.“

Das Landratsamt ruft deshalb jetzt zu mehr Rücksichtnahme auf. Und noch einen Punkt kritisiert die Behörde: „Leider hat sich in den vergangenen Jahren teilweise die Unsitte eingeschlichen, die Kassierstelle auf gesperrten Feldwegen zu umfahren, um so die Parkgebühren zu umgehen“, sagt Franziska Herr von der Pressestelle. Diese Einnahmen werden jedoch dringend für die Pflege des Erholungsgebietes benötigt. Darum appelliert das Landratsamt eindringlich an die Ehrlichkeit der Besucher. Sie sollen ihre Autos nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abstellen – und zahlen. In der Saison vom 1. Mai bis 30. September wird eine Parkgebühr von 2,50 Euro je Pkw und 1,50 Euro je Motorrad fällig. Am Furtweg gibt es 336 Stellplätzen für Pkw und 15 für Motorräder, auf der Ostseite bietet ein weiterer Parkplatz 170 Stellplätze für Autos und weitere 145 als Reserve.

Die nördlich des Badesees liegende Anglerklause ist Privatgelände. Hier darf nicht geparkt werden. Gleiches gilt für die umliegenden Wiesen. Und die beschilderte Biotopzone darf zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt nicht betreten werden.

Unmut gibt es auch über Hundehalter, die ihre Tiere mit an den Badesee bringen. Das ist in der Badesaison zwischen Mai und September im gesamten Erholungsgebiet verboten. Und Grillfeuer sind nur innerhalb der gekennzeichneten Zone erlaubt.

Das Erholungsgebiet „Unterschleißheimer See“ wurde vom Erholungsflächenverein München Land angekauft und ausgebaut. Es liegt im Landschaftsschutzgebiet „Dachauer Moos“. Der Erholungsflächenverein ist für viele Badeseen zuständig. Am Unterschleißheimer See gibt es offenkundig mehr Ärger als anderswo. Aber wenn sich alle an die Regeln halten, kann jeder auch dort prima ausspannen. 

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