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Die Scheiben der Werkstatt sind geborsten, 90 Feuerwehrleute bekämpften den Brand. 

Mercedes Kölbl

Millionenschaden bei Brand in Autohaus

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Schlimmer Schlag für die Unternehmer-Familie Kölbl in Unterschleißheim: Die Werkstatt des gleichnamigen Autohauses an der Carl-von-Linde-Straße ist ausgebrannt.

Unterschleißheim Auch zwei Fahrzeuge wurden am Freitagabend ein Raub der Flammen. Zwölf weitere beschädigten Hitze, Ruß und Rauch schwer. Der Gesamtschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund eine Million Euro.

Eigentlich war alles vorbereitet für ein paar ruhige Weihnachtstage: Die Mitarbeiter des Autohauses hatten alle Firmenfahrzeuge in die rund 50 mal 30 Meter große Garage gefahren, die Autos vom Typ Mercedes und Smart sollten über die Festtage nicht im Freien stehen. Die Angestellten verriegelten das Tor – und machten sich gegen 18.30 Uhr auf den Heimweg. Dabei bemerkte einer der Mitarbeiter, einen Lichtschein in der Werkstatt. Er fuhr zurück – in der Meinung, jemand habe vergessen, das Licht auszuschalten. Das erwies sich traurigerweise als Irrtum.

Mitarbeiter bemerkt Brand bei der Heimfahrt

An der Werkstatt angekommen, sah der Mann bereits Rauch aus dem Tor quellen. In der Werkstatt selbst stand der Motorraum eines Fahrzeuges in Flammen. Kurz darauf zerbarsten die ersten Scheiben aufgrund der Hitze, die sich durch das Feuer entwickelt hatte. Der Mitarbeiter versuchte, zu löschen, verständigte dann aber die Feuerwehr.

Insgesamt 90 Einsatzkräfte der Feuerwehren Unterschleißheim, Riedmoos, Badersfeld und Oberschleißheim konnten die Flammen rasch löschen und die Werkstatt erfolgreich be- und entlüften. Allerdings war das Feuer so stark, dass die Betondecke der Werkstatt Risse bekommen hatte. Sie drohte einzustürzen. 13 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) München-Land mussten die Decke abstützen und den Raum verschalen. Für die Helfer des THW war der Einsatz erst am Samstagmorgen zu Ende.

Großeinsatz statt Weihnachtsfeier

Da hatten die Unterschleißheimer Feuerwehr-Kräfte beinahe mehr Glück: Der Einsatzleiter, Kommandant Markus Brandstetter, konnte nach und nach einige der Helfer zurückschicken ins Gerätehaus. Denn dort war alles gerichtet für die gemeinsame Weihnachtsfeier. Auf dem Weg zur Feierlichkeit hatten auch einige Gäste den Brand in der Autowerkstatt bemerkt – und umgehend die Gastgeber alarmiert. Die dann erst einmal ausrücken mussten, dafür aber umso rascher am Unglücksort an der Carl-von-Linde-Straße eintrafen, der nur wenige Meter vom Gerätehaus entfernt liegt. Ursache des Feuers war vermutlich ein technischer Defekt im Motorraum des brennenden Autos, das der Mitarbeiter bei seiner Rückkehr in die Werkstatt gesehen hatte. Hinweise auf einen vorsätzlich oder fahrlässig verursachten Brand gibt es laut Polizei nicht.

Unternehmerehepaar 40 Stunden ohne Schlaf

Der Unternehmer-Familie „Kölbl“ wird dieser Freitagabend vor Weihnachten in schlechter Erinnerung bleiben. Zwei Autos sind für immer verloren. Die übrigen hat eine Spezialfirma noch während der Feiertage gereinigt. Welchen Schaden sie genommen haben, muss jetzt ein Gutachter klären. Die Gerätschaften in der Werkstatt, darunter auch die Hebebühnen, sind nicht mehr zu gebrauchen. Licht und Heizung sind ausgefallen. Aber immerhin: Die Werkstatt selbst muss wohl nicht abgerissen werden. Und ein Teil des Raumes kann benutzt werden, wie Geschäftsführer Michael Kölbl sagte.

Bei einer Radtour hatte er am zweiten Weihnachtsfeiertag versucht, abzuschalten von den Ereignissen der vergangenen Tage. 40 Stunden seien er und seine Frau von Freitagabend an ununterbrochen auf den Beinen gewesen. „An Heiligabend waren wir dann fix und fertig.“ Kraft schöpfen beide aus dem Zusammenhalt innerhalb der Familie. Und aus dem Engagement der Mitarbeiter, die seit dem Unglücksabend unermüdlich helfen, die gröbsten Schäden zu beseitigen. „Sie geben uns das Gefühl, dass wir die Ärmel aufkrempeln und weitermachen können“, sagt Michael Kölbl.

Wie es weitergeht

In den kommenden Tagen hat das Autohaus regulär geöffnet. Kunden, die in dieser Woche Termine in der Autowerkstatt haben, sind bereits verständigt. Diese Termine fallen aus. Im neuen Jahr, so hofft Michael Kölbl, soll der WerkstattBetrieb am 2. Januar wieder starten. Allerdings „mit eingeschränkten Möglichkeiten und reduzierter Mannschaft“.

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