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Dichter Rauch drang aus der Wohnung.

Lions helfen Unterschleißheimern

Nach Brand: Spende für Familie

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Sie stand vor dem Nichts: Ein Brand vernichtete alles in der Wohnung einer Unterschleißheimer Familie. Nun gibt‘s für sie einen Hoffnungsschimmer. 

Unterschleißheim – Von heute auf morgen ist eine fünfköpfige Familie aus Unterschleißheim auf der Straße gelandet. Ihre Wohnung in einem Mehrfamilienhaus brannte im März dieses Jahres komplett aus – vermutlich durch einen Kurzschluss. Den Schaden bezifferten die Einsatzkräfte damals auf rund 50 000 Euro. Eine Spende des Lions Club Schleißheim über 5000 Euro lindert die Not der Familie.

Vermittelt hat das Rote Kreuz diese Spende. Die Familie selbst wollte nicht um Unterstützung bitten und möchte auch nicht mit Namen in der Zeitung erscheinen. Lions-Präsident Friedrich Kiener erinnert sich noch gut an den Fall. „Es hat geheißen, eine Familie braucht dringend Hilfe.“

Er weiß noch genau, wie ihm zumute war, als er vom Unglück der Familie erfuhr: Mutter, Vater und drei Kinder zwischen elf und 18 Jahren haben durch einen Schicksalsschlag alles verloren. Das Feuer traf die Familie besonders hart, denn erst in der Vorwoche hatte sie die Wohnung renoviert, Wände neu gestrichen und ihr Appartement mit neuen Möbeln ausgestattet. Beide Eltern sind berufstätig,. Sie hatten viel Zeit, Energie und Geld in ihre Wohnung investiert. All ihre Mühen wurden dann plötzlich mit einem Schlag zunichte gemacht.

Das Feuer breitete sich im März über den Balkon aus und vernichtete die gesamte Einrichtung. Eine Hausratsversicherung gab es nicht. „Wir haben daher nicht lange überlegt“, erzählt Kiener. Lions-Club-Sprecherin Hildegard Mayr ergänzt: „Die Familie war überglücklich als wir sie mit der Spende überrascht haben.“

Die Verantwortlichen des Lions Clubs Unterschleißheim stellen immer wieder in ihrer täglichen Arbeit fest, dass vom Wohlstand Deutschlands längst nicht alle profitieren: 15,7 Prozent der Deutschen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts von Armut bedroht (Zahlen von 2015). Fast jeder Siebte verfügt demnach über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Besonders drastisch sichtbar wird die Kluft zwischen Arm und Reich bei den unter 18-Jährigen. Beinahe jedes fünfte Kind lebt in einer Familie, die arm ist oder von Armut bedroht ist.

Kaum zu glauben ist daher, was Kiener aus seiner Erfahrung als Lions-Präsident berichtet: „Es wird immer schwerer, überhaupt jemanden zu finden, der Hilfe annimmt.“ Organisationen wie die Lions tun sich richtig schwer, zu helfen. Nicht, weil es keine Not zu lindern gibt. Aber: „Unsere heutige Gesellschaft akzeptiert es wohl einfach nicht, wenn jemand Unterstützung braucht“, vermutet Kiener. „Der Leistungsdruck ist anscheinend zu groß.“ Viele schämen sich, Hilfe anzunehmen.

Die Lions Clubs unterstützen gemeinnützige Projekte und helfen Menschen in Not. Der Unterschleißheimer Club unterstützt Angebote wie die Tafel, fördert Jugend-, Behinderten- und Seniorenarbeit. Initiativen, die im Sinne dieser Arbeit als Vorbild geeignet sind, ehrt der Club öffentlich. Anfang Juli zeichneten die Lions drei Schulen und einen 17-Jährigen mit dem Sozialpreis „Jugend engagiert sich“ aus.

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