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Nach Eklat um Nazi-Mahnmal in Lohhof

CSU-Stadtrat fordert Allweins Rücktritt

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Nach ihren streitbaren Aussagen zum NS-Mahnmal in Lohhof bekommt Stadträtin Lorena Allwein Gegenwind - aus den eigenen Reihen. CSU-Kollege Theo Pregler fordert ihren Rücktritt. 

Unterschleißheim – Anfang der Woche stärkte die Unterschleißheimer CSU Lorena Allwein noch den Rücken. Einen Rücktritt wolle man der Stadträtin, die nach ihren Aussagen zum Zwangsarbeiter-Gedenkort im Hagel der Kritik steht, nicht nahelegen. Einstimmig fiel dieEntscheidung beim Krisengipfel allerdings nicht aus. Zwei Parteikollegen verweigerten Allwein das Treuebekenntnis. Einer davon: Theo Pregler.

Zwar fand die CSU-Fraktionssitzung am Montag hinter verschlossenen Türen statt, jedoch trug Pregler seine Kritik an Allwein im Stadtrat nun in die Öffentlichkeit. In der Sitzung gab er eine „persönliche Erklärung“ ab. Durch Allweins Aussagen fühle er sich in seinem politischen Grundverständnis „zutiefst erschüttert. Es war stets maßgebliche Motivation meines Engagements, mich für das dauerhafte Bewusstsein in unserer Gesellschaft einzusetzen und mich zu unserer Vergangenheit uneingeschränkt zu bekennen“, sagte Pregler.

Für Allweins Äußerungen könne er daher keinerlei Verständnis aufbringen. Mehr noch: „Ich möchte mich explizit davon distanzieren“, stellte Pregler klar. „Ich kann nicht akzeptieren, dass durch die Äußerungen eines einzelnen Mitglieds eines politischen Gremiums, dem ich angehöre, auch nur der Hauch eines Zweifels an meiner Grundüberzeugung entstehen könnte.“ Allweins verbaler Grenzgang zieht für Pregler folgerichtig nur einen Schritt nach sich: „Ich erachte die Niederlegung deines Stadtratsmandats unverändert als einzige angemessene Konsequenz.“

Lorena Allwein, die Adressatin der Rücktrittsforderung, ging auf Preglers Wortmeldung nicht ein. Sie hatte zuvor auf ihre Stellungnahme mit einerEntschuldigung verwiesen, die der Münchner Merkur veröffentlicht hatte. „Ich untermauere in aller Deutlichkeit jeden einzelnen Punkt, den ich darin abgegeben habe“, sagte Allwein. Weiter wolle sie sich dazu nicht äußern. „Damit ist diese Angelegenheit für mich erledigt.“

Im Kulturausschuss hatte Allwein das Konzept für das Mahnmal, mit dem die Stadt den NS-Zwangsarbeitern in der Lohhofer Flachsröste gedenken will, in Teilen für übertrieben gehalten. Den „Weg der Erinnerung“ befand sie für „grenzwertig. Schließlich, sagte sie, seien „überall immer Leute gestorben in Schlachten, in Kriegen“.

Ein Gedanke, der Annegret Harms besonders bitter aufstieß. „Wer so einen Satz sagt in Bezug auf den Holocaust, versucht vorsätzlich, einen falschen Eindruck historischer Ereignisse zu vermitteln“, sagte die Fraktionsvorsitzende der SPD. Diese „verunglimpfenden und herabwürdigenden Worte“ weise sie aufs Schärfste zurück.

Auf eine erhoffte Entschuldigung von Allwein in der Stadtratssitzung warteten die anderen Parteien vergebens. Und das, obwohl eine solche mehr als angebracht sei, sagte Harm: „Der Stadtrat hat durch Sie Schaden in der Öffentlichkeit genommen.“ Zwei Stellungnahmen würden nicht ausreichen, um der „Causa Allwein“ ein Ende zu bereiten. „Ich erwarte eine Entschuldigung“, forderte Harms. Auf ihrer Homepage legen die Sozialdemokraten Allwein auch einen Rücktritt nahe.

Jürgen Radtke kritisierte stellvertretend für die Grünen, ÖDP, FDP und FB, dass Allwein die Angelegenheit persönlich für erledigt erklärt. „Das trifft mich besonders. Dieses Kapitel der Geschichte ist nie erledigt“, sagte er. Sein Appell an Allwein: „Überlegen Sie sich nochmal, wie Ihre tatsächliche Sichtweise auf dieses Kapitel ist.“

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