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Der Blick von oben auf den geplanten Büropark.

Neben dem BMW-Campus

„Koryfeum“: Neuer großer Büropark in Unterschleißheim  geplant

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Futuristische Optik: Ein neuer Büropark soll auf sechs Hektar neben dem BMW-Campus in Unterschleißheim entstehen. Und zwar ziemlich zeitnah.

Unterschleißheim – Ein großer Büropark wird in der Landshuter Straße 28 in Unterschleißheim entstehen. Geplant sind Flächen in einer Gesamtgröße von rund 80 000 Quadratmetern. Der Investor nennt sein Projekt „Koryfeum“. Baubeginn soll noch im laufenden Jahr sein. Die ersten Mieter könnten im Jahr 2020 einziehen.

Das Areal liegt direkt neben dem BMW-Forschungs- und Entwicklungszentrum für autonomes Fahren. Eine Nachbarschaft, die dem Projektentwickler, der „Freo Group“, perfekt in die Pläne passt. Denn die eigens gegründete „Koryfeum GmbH“ mit Sitz in Luxenburg hofft auf Mieter mit technologisch orientierten Hintergrund. Auf „Mieter mit großen Flächenanforderungen und hohen Qualitätsansprüchen“, wie es im Internet-Auftritt heißt. Interessenten können mit flexibel teilbaren Büroflächen rechnen, verteilt auf insgesamt fünf Gebäude. Bezugsfertig sein sollen die ersten Büros im übernächsten Jahr, und bis 2022 dann alle fünf Häuser.

Hotel, Gastro und Einzelhandel

Neben den Büros plant der Entwickler gastronomische Betriebe, dazu ein Hotel mit bis zu 200 Zimmern, angesiedelt im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich. Flächen für den Einzelhandel sollen das Portfolio ergänzen. Die zuständigen Architekten, das Büro „Gewers & Pudewill“, arbeiten von Berlin aus.

Wohnungen sind auf diesem Grundstück nicht vorgesehen. Das gibt derzeit der Bebauungsplan nicht her. Er sieht sogenanntes untergeordnetes Wohnen vor, also nur Wohnungen für Betriebsinhaber oder Mitarbeiter.

Verkäufer des Areals ist die „RS Unternehmensgruppe“ mit dem Unterschleißheimer Richard Salzmann an der Spitze. Der hatte in den frühen 2000er Jahren selbst Ideen entwickelt, wollte das „Opus Office Plaza“ verwirklichen. Eine Anlage mit Büros für bis zu 1600 Beschäftigte, Hotel, Boardinghaus und Parkhaus. „Eine Stadt in der Stadt“, wie er selbst einmal sagte. Doch daraus wurde nichts: Salzmann fand offensichtlich nicht genügend Mieter für seine Flächen, um in Verhandlungen mit Banken gehen zu können. Letztlich nahm er von seinen Plänen Abstand und suchte nach einem Käufer. Nach zwei Jahren ist dies nun gelungen. Der Kaufvertrag sei im Dezember vergangenen Jahres unterzeichnet worden, heißt es. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Bauantrag wird derzeit geprüft

Ob das „Koryfeum“ am Ende so aussieht, wie es die „Koryfeum GmbH“ plant, liegt sowohl an der Stadt als auch an der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt. Der Bauantrag liege vor und werde derzeit geprüft – Änderungen möglich, teilt der persönliche Referent des Unterschleißheimer Bürgermeisters, Thomas Stockerl, mit.

Die Messlatte jedenfalls ist hoch: „Das Beste auf unserem Gebiet. Für die Besten auf ihrem Gebiet“ will „Koryfeum“ bieten. „Spitzenflächen für Spitzenkräfte“. Ob das die Unterschleißheimer auch so sehen? Eher kritisch jedenfalls äußern sich einige User in der Unterschleißheim-Gruppe auf Facebook: Sie ärgern sich über das Fehlen von Wohnungen, ziehen in Zweifel, ob das Projekt erfolgreich sein kann. Und sie weisen auf die Verkehrsproblematik hin, befürchten eine Zunahme des Pendlerverkehrs. Tatsächlich wirbt der Investor mit der Nähe zu München und zum Flughafen, spricht von einer „exzellenten ÖPNV- und Autobahnanbindung“ – und verspricht „antizyklischen Pendelverkehr“. Was die Parkplatzsituation betrifft, so gehen die Planungen bisher von 1929 Stellflächen aus. Wo und in welcher Form sie entstehen, ist offiziell nicht bekannt.

Grabungen auf „Koryfeum“-Areal

Ehe das Grundstück in der Landshuter Straße 28 bebaut wird, haben Archäologen es untersucht und einige Grabungen vorgenommen. Derzeit ruhen die Arbeiten. Gefunden worden seien bisher vorgeschichtliche Siedlungsspuren, vor allem Pfosten von Hausgrundrissen, teilt das bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit. Dabei handele es sich um Spuren von rund 25 Häusern, sowohl Wohn-, als auch Wirtschaftsgebäude. Außerdem haben die Fachleute Hinweise gefunden auf Brunnen und darauf, dass das Areal zwei Mal besiedelt gewesen ist, in der Bronzezeit ebenso wie in der Eisenzeit. In der Summe kommt das Amt zu der Feststellung, dass das Gefundene „den klassischen Siedlungsspuren in der Münchner Schotterebene“ entspricht.

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