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In grüne Metallcontainer werden die rund 150 Mitglieder des Ditib Fatih-Moscheevereins in Unterschleißheim bald einziehen. Die Fertigstellung der Gebets- und Gemeinschaftsräume erledigen sie in Eigenregie.

Ditib Fatih-Moscheeverein in Unterschleissheim

Neue Gebetsräume sind bald fertig

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Neun Jahre lang hat der Ditib Fatih-Moscheeverein in Unterschleißheim auf diesen Moment hingearbeitet. Im Mai ziehen die Mitglieder aller Voraussicht nach in ihre eigene Moschee ein. Die Container stehen schon, der Feinschliff folgt.

Unterschleißheim – Festlegen will sich Hakan Ertürk zwar nicht. Zumindest vorsichtig optimistisch gibt sich der Vorsitzende des Ditib Fatih-Moscheevereins in Unterschleißheim dennoch. Optimistisch, dass im Mai das klappt, worauf er und die rund 150 Mitglieder seines Vereins seit nunmehr neun Jahren hingearbeitet haben: der Einzug in ihr eigenes Gemeinde- und Kulturzentrum.

Die Stadt Unterschleißheim hat nun ihren Teil dazu beigetragen. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung, letzte Anmerkungen und Stellungnahmen etwa von Seiten des Landratsamtes und der Regierung von Oberbayern in den Bebauungsplan einzuarbeiten. „Lediglich Formalitäten“, sagt Thomas Stockerl, der Persönliche Referent von Bürgermeister Christoph Böck (SPD). „Wir freuen uns, dass Ditib ein neues Zuhause hat.“

Seit Monaten laufen die Bauarbeiten auf dem Grundstück an der Straße Am Weiher auf Hochtouren. Auf 2000 Quadratmetern entsteht dort die Containeranlage, in der sowohl Gebets- als auch Gemeinschaftsräume untergebracht werden. Keine Moschee samt Minarett also. Die könnte in einigen Jahren vielleicht kommen (siehe unten).

Grundstück im Jahr 2012 für 300 000 Euro gekauft

Die grünen Metallcontainer stehen bereits an Ort und Stelle. Fertig ist allerdings noch lange nichts. Die Ditib-Mitglieder schrauben, schaufeln und schuften daher Wochenende für Wochenende auf der Baustelle. Erledigt wird alles in Eigenregie. Für professionelle Firmen fehlt das Geld.

Im alten Zuhause von Ditib, ein Raum im Keller eines Hotels am Rathausplatz in Unterschleißheim, ist mittlerweile zu wenig Platz. 20 Jahre lang beteten die Muslime dort. Für die derzeit über 150 weitestgehend türkischstämmigen Mitglieder ist der Kellerraum nun allerdings zu klein. Und so kaufte Ditib im Jahr 2012 der Stadt das Grundstück am westlichen Stadtrand in der Nähe der A 92 für 300 000 Euro ab. Weitere 100 000 Euro fließen nun in den Ausbau der Containeranlage am Weiher.

Probleme in der Nachbarschaft fürchtet Ertürk nicht. Es gebe immer den ein oder anderen, dem eine Moschee nicht passt, sagt er, ändern könne man das aber nicht. Der Grundtenor in der Stadt sei durchaus positiv. Und auch die aktuellen politischen Querelen zwischen Deutschland und der Türkei täten dem keinen Abbruch. „Ich mache mir da keine Sorgen. Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht“, betont der Vorsitzende.

Ditib-Vorsitzender: „Im Gebet hat Politik nichts zu suchen.“

Generell will sich der Ditib Fatih-Moscheeverein nicht für die Diskussion um Präsident Recep Erdogan, Nazi-Vergleiche und Auftrittsverbote für türkische Politiker einspannen lassen. „Unser Verein hat mit Erdogan nichts zu tun“, stellt Ertürk klar. So seien unter den Mitgliedern sowohl Oppositionelle als auch Befürworter des polarisierenden Präsidenten. Dass die Mitglieder untereinander diskutieren, könne man daher auch gar nicht verhindern. Aber, und das ist Ertürk wichtig: „Im Gebet hat Politik nichts zu suchen.“

Bis im Islamischen Kultur- und Gemeindezentrum des Fatih-Moscheenvereins allerdings wirklich gebetet wird, wartet noch einiges an Arbeit auf die Ditib-Mitglieder. Gebets-, Essens- und Aufenthaltsräume sind weitestgehend fertig. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte der Verein erst kürzlich Bilder und Videos über den Baufortschritt im Inneren. Im Außenbereich jedoch erinnert noch nichts an eine Moschee. Doch auch das soll sich schleunigst ändern. Schon am kommenden Wochenende, so erzählt Hakan Ertürk, werde der Kies für den Parkplatz angeliefert und die Erde abtransportiert.

Nichtsdestotrotz überwiegt bei aller Arbeit die Vorfreude auf die eigene Moschee. „Ich bin glücklich, dass es jetzt endlich geklappt hat“, sagt Hakan Ertürk. „Noch glücklicher bin ich, wenn wir drin sind.“


Übergangslösung:  Der erster Schritt zur eigenen Moschee ist getan, langfristig soll die Containeranlage „Am Weiher“ allerdings einer „richtigen Moschee“ weichen, wie Hakan Ertürk sagt. Schätzungsweise 1,5 Millionen Euro würde die dann kosten. Zeithorizont: 15 bis 20 Jahre. Generell würde die Stadt die Pläne zwar unterstützen, sagt Thomas Stockerl. Er weist aber darauf hin: „Das ist alles Zukunftsmusik.“

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