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Funktionierendes Konzept: 2013 hat die erste Kindertagesstätte des privaten Trägers im Landkreis eröffnet: die „Denk mit! Zwerge“ in Baierbrunn.  

Unterschleißheim hat großen Bedarf

Neue Kita in der „Microcity“ geplant

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Unterschleißheim - Eine Tagesstätte mit Platz für 73 Kinder will „Denk mit“ in der „Microcity“ eröffnen. Der Bedarf ist groß, aber inwieweit sich die Stadt finanziell beteiligt, ist unklar.

Firmen, Restaurants, Cafés und ein Fitness-Studio: Die „Microcity“ in Unterschleißheim nimmt langsam konkrete Formen an. Nach der Sanierung des Gebäudekomplexes an der Konrad-Zuse-Straße, in dem Microsoft jahrelang seinen Firmensitz hatte, sollen dort allerdings nicht nur Unternehmen einziehen. Auch „Denk mit“, ein privater Kita-Träger, will in den sanierten Räumen eine Betreuungseinrichtung eröffnen.

In der Sitzung des Sozialausschusses hat Karin Bader, Gründerin und Geschäftsleiterin von „Denk mit“, nun die vorläufigen Planungen für Unterschleißheim vorgestellt. Mit dem Eigentümer des ehemaligen Microsoft-Grundstücks verhandelt sie seit geraumer Zeit. Gemeinsam haben sie schon Grundrisse für die Tagesstätte erarbeitet.

Geplant ist ein Umbau des Bestandsgebäudes für schätzungsweise 1,6 Millionen Euro. Das „Haus für Kinder“, wie die Tagesstätte in der „Microcity“ heißen soll, umfasst laut Planungen fünf Gruppen, eine Kindergarten- und vier Krippengruppen. Auf rund 750 Quadratmetern wäre Platz für 73 Kinder, hinzukommen knapp 800 Quadratmeter Spielflächen im Freien. Läuft alles nach Plan, könnte das „Haus für Kinder“ im Frühjahr 2018 eröffnen.

Geplant ist, ein Kontingent an Betreuungsplätzen für Integrationskinder freizuhalten, die in Krippen zwei und in Kindergärten drei reguläre Plätze belegen. Genau diese Plätze für Integrationskinder werden in Unterschleißheim dringend benötigt.

Grundsätzlich ist sich die Stadt sicher, „dass eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen in jedem Fall ganzjährig komplett ausgelastet“ wäre. „Daran gibt es keinen Zweifel“, verdeutlicht Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Aktuell warten in Unterschleißheim 61 Kinder auf einen Krippen- und 71 auf einen Kindergartenplatz. Drei Kinder stehen auf der Warteliste für einen Integrationsplatz. Durch den Zuzug von Firmen in die „Microcity“ könnte der Bedarf weiter zunehmen.

Aus Sicht der Stadt sprechen neben dem Plus an Integrationsplätzen weitere Punkte für eine Einrichtung in privater Trägerschaft. So müsse die Stadt kein eigenes Grundstück zur Verfügung stellen, führte Böck aus. Außerdem müsse man in diesem Fall „deutlich weniger Geld in die Hand nehmen“, als bei bislang realisierten Kita-Bauprojekten in eigener Trägerschaft.

Ob und inwieweit sich die Stadt überhaupt finanziell am „Haus für Kinder“ beteiligt, loten Verwaltung und „Denk mit“ gerade aus. Ergebnisse dieser Gespräche und mögliche Modelle will Böck den Stadträten im Hauptausschuss vorstellen.

Eine Variante wäre: Die Stadt trägt den kommunalen Anteil der kindbezogenen Förderung und darüber hinaus, je nach Finanzierungsmodell, einen Teil der Betriebskosten. Im Gegenzug bekommt sie Betreuungsplätze zugesichert und integriert das „Haus für Kinder“ in der regulären, städtischen Platzvergabe. Für diese Plätze würden die in Unterschleißheim allgemein festgelegten Gebühren gelten. Bei einer zehnstündigen Betreuung pro Tag wären das im Kindergarten 95 Euro und in der Krippe 350 Euro pro Monat, zuzüglich einer Verpflegungspauschale von 105 Euro. Für Betreuungsplätze, die „Denk mit“ an im Bürokomplex ansässige Firmen vergibt, übernimmt die Stadt dagegen keine Kosten.

Über Zahlen und Finanzierungsmodelle wollte Böck an diesem Abend im Sozialausschuss dann aber nicht wirklich sprechen. „Das machen wir im Hauptausschuss“, betonte er gleich mehrmals. „Da klären wir dann alles finanzielle, vertragliche und organisatorische.“ Es gehe lediglich darum, dass die Stadträte einen ersten Eindruck von „Denk mit“ und dem Konzept bekommen. Ein Kennenlernen im kleinen Kreis sozusagen. Gründerin Karin Bader bekräftige am Ende der Vorstellungsrunde noch einmal: „Wir wollen die „Microcity“ nicht nur familienfreundliche beleben, sondern vor allem ein guter Kooperationspartner der Stadt sein.“

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